Offiziell: PSA übernimmt Opel

6. März 2017
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Aktuelles

Erst vorige Woche berichteten wir, dass Peugeot und Opel in Verhandlungen stehen – der deutsche Traditionshersteller vom PSA-Konzern übernommen werden könnte. Heute Früh wurde es nun offiziell: General Motors trennt sich nach 88 Jahren von Opel – tritt die deutsche Marke an den französischen PSA-Konzern ab. Also die Dachmarke von Peugeot, Citroen und DS.

Damit die Franzosen Opel allerdings “nehmen”, musste ihnen die Marke mit dem Blitz ziemlich schmackhaft gemacht werden – und zwar finanziell: Denn obwohl PSA offiziell 1,3 Millarden Euro für Opel/Vauxhall zahlt und weitere 900 Millionen für die europäische Sparte der GM Financial Autobank bekommt, steigen die Amerikaner mit einem dicken Minus aus dem Geschäft aus. Bedingung für den Verkauf war nämlich, dass GM drei Milliarden Euro für die Begleichung von Pensionsverpflichtungen an PSA zahlt – macht ein Minus von immerhin 800 Millionen Euro.

Warum GM diesen Schritt dann tut? Man wollte Opel schlicht loswerden – und das war wohl noch immer der beste Deal, den man angeboten bekam. Die Marke mit dem Blitz macht seit Jahren Verlust – war immer wieder ein Verlustgeschäft für General Motors. PSA will es nun besser machen. Immerhin haben es die Franzosen ja gerade erst selbst geschafft, sich aus dem Sumpf zu ziehen. Man sieht große Chancen in der Zusammenarbeit. Wohl vor allem auch deswegen, weil nun die GM-Restriktionen für Opel wegfallen, nicht in Asien verkaufen zu dürfen.

Dennoch ist die Unsicherheit innerhalb Opels aktuell recht groß – wie so oft bei solchen Zusammenschlüssel befürchtet man Personalreduktionen, eventuell sogar das Schließen ganzer Werke. Doch PSA zeigt sich aktuell noch großmütig: Man respektiere die Vereinbarungen, die GM mit Opel getroffen hat – zum Beispiel also, dass 19.000 Menschen bei Opel in Deutschland noch bis 2018 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt sind. Zudem hat GM für die Standorte in Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach bis 2020 Investitionen tarifvertraglich zugesagt. Wohl auch deswegen sind die Landesregierungen der betroffenen Länder in Deutschland im Moment noch zufrieden und glücklich mit dem Zusammenschluss.

Wie es konkret um die Zukunft der österreichischen Niederlassung in Aspern (Wien) steht, ist aber noch ungewiss. GM hatte ja bereits beschlossen, die Motorenproduktion dort 2018 auslaufen zu lassen, nur noch Getriebe herzustellen. Wie PSA das handhaben wird, muss sich erst noch zeigen.