Peugeot 307 HDI 16 GTI

3. Juni 2014
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Peugeot
Klasse:Kompaktwagen
Antrieb:Vorderrad
Treibstoff:Diesel
Leistung:136 PS
Testverbrauch:6,9 l/100km
Modelljahr:2004
Grundpreis:24.200 Euro

Top-Diesel für den beliebten Kompakt-Franzosen: Peugeot 307 HDI 16 GTI

Wer behauptet, dass in der Liga der heißen Kompakten zwangsläufig ein drehfreudiger Benziner unter der Haube werken muss, verkennt die Zeichen der Zeit – immer mehr Hersteller statten in dieser Klasse ihre sportlichen Top-Modelle auch mit Turbodiesel aus. Schließlich besteht der GTI-Gedanke vor allem darin, viel Fahrspaß möglichst kostengünstig rüberzubringen. Bei Peugeot ist das nicht anders: Neben dem neuen 206 HDI mit 109 PS (siehe Seite 33) gibt es nun den 307 mit einem starken Selbstzünder: 136 PS und 320 Newtonmeter Drehmoment (bei Vollgas in den Gängen drei bis sechs sogar 340) werden an ein knackiges Sechsgang-Getriebe weitergereicht. Und dank Partikelfilter unterbietet der Power-307 sogar die Euro-IV-Abgasnorm, was dem sportlichen Gesamtpaket noch ein grünes Mascherl verpasst.
Um den Beinamen GTI“ zu rechtfertigen, verfügt dieser 307 ab Werk über 17 Zoll-Aluräder sowie stark konturierte Teilleder-Sitze. Allerdings gibt es äußerlich kein Unterscheidungsmerkmal zu herkömmlichen Varianten, der Kompakt-Franzose steht sogar vergleichsweise hochbeinig da. Lediglich ein rotes „I“ im „HDI“-Schriftzug zeugt von der stärksten Selbstzünder-Motorisierung. Statt um einen echten GTI handelt es sich hierbei eher um einen modernen und geräumigen Kompakten, der über eine beachtliche Durchzugs-Stärke verfügt. Beim Sprint von 0 auf 100 nimmt ihm sein gleich starker Benzin-Bruder nämlich satte zwei Sekunden ab – 11 Sekunden reichen halt nicht wirklich für die GTI-Liga.

Gute Ergonomie, aber wenig Sport-Flair: 307 GTI-Cockpit

Fahren & Fühlen
Der Commonrail-Diesel läuft kultiviert und leise, hat aber eine spürbare Anfahr-Schwäche. Ab 2000 Umdrehungen gibt´s dafür satten Durchzug bis zum Drehzahl-Ende. Lenkung: Im richtigen Maße leichtgängig und direkt, Volant ist griffig, aber etwas zu groß. Sportlich-straffes Fahrwerk, weitgehend neutrales Eigenlenkverhalten mit leicht kontrollierbarer Untersteuer-Tendenz. ESP greift sanft ein. Eng abgestuftes Getriebe mit präzise geführter und kurzwegiger Schaltung. Etwas zu bissige und schlecht dosierbare, wenn auch kraftvolle Bremsen. Top: stark konturierte Sitze mit hoher Langstreckentauglichkeit, ausreichender Dimensionierung und zahlreichen Verstellmöglichkeiten.

Platz & Nutz
Nicht zuletzt durch das hohe Dach gibt es üppige Raumverhältnisse auf allen fünf Plätzen. Gutes Mittelmaß: der flache und gut nutzbare Kofferraum. Praxis-Plus: niedrige Ladekante sowie Verzurrösen am Ladeboden und an den Rücksitzlehnen. Ordentliche Cockpit-Ergonomie, sehr gute, etwas hohe Sitzposition und tadellose Übersicht dank großer Glasflächen. Minus: relativ großer Wendekreis. Ausreichende Anzahl an gut nutzbaren Ablagemöglichkeiten. Nervig: Der Tankdeckel lässt sich nur mit dem Schlüssel öffnen. Praktisch: vier Fensterheber mit One-Touch-Funktion, Regensensor, Lichtautomatik.

Dran & Drin
Als Topmodell umfangreich ausgestattet: Klimaautomatik, FB-Zentralsperre, vier E- Fensterheber, CD-Radio inkl. Lenkrad-FB, Bordcomputer, Ledervolant, Teilleder-Sportsitze, Nebelscheinwerfer, Alufelgen etc. Die Aufpreisliste ist entsprechend kurz: CD-Wechsler, Metallic-Lack, E-Schiebedach, Navigationssystem und Winterpaket (mit Sitzheizung). Fast überall hochwertige Materialien, gefälliges Design innen wie außen, Verarbeitung in Ordnung.

Sicher & Grün
Hohes Sicherheits-Niveau: Adaptive Frontairbags (beifahrerseitig abschaltbar), Seitenairbags vorne, durchgehender Kopfairbag-Vorhang, ABS, ESP, Bremsassistent, Isofix-Halterungen. Für alle fünf Plätze Dreipunktgurte, die äußeren vier mit Gurtkraftbegrenzern, fünf Kopfstützen (reichen vorne bis 1,90 m, hinten nur bis 1,65 m). Grün-Check ohne Tadel bestanden (inkl. Euro-IV-Abgasnorm), Verbrauch OK.

Preis & Wert
Im Vergleich zur Konkurrenz liegt der 307 im Mittelfeld: Der Golf TDI Sportline ist preilich in etwa gleichauf, der dreitürige Fiat Stilo JTD 16V ist deutlich billiger, beide sind jedoch etwas schlechter ausgestattet, teurer sind der neue BMW 120d und der Alfa 147 JTD 16V. Zwei Jahre Neuwagen-Garantie inklusive Mobilitäts-Schutz, zwölf Jahre Antidurchrost-Versprechen, Werthaltungs-Prognose durchaus positiv, dichtes Werkstatt-Netz, Service und Ölwechsel alle 30.000 Kilometer.

F A Z I T
Bulliger und sauberer Großraum-Kompakter zum fairen Preis.

TECHNIK:
R4, 16V, Turbo, 1997 ccm, 100 kW (136 PS) bei 4000/min, max. Drehmoment 320 (340) Nm bei 2000/min, Sechsgang-Getriebe, Vorderradantrieb, vorne: Dreiecksquerlenker, Stabilisator, Federbeine, hinten: Längslenker, Torsionsfedern, Teledämpfer, Scheibenbremsen v/h (v bel.), ABS, L/B/H 4202/1730/1510 mm, Radstand 2608 mm, 5 Sitze, Wendekreis 10,7 m, Servo, Reifendimension 205/50 R 17, Tankinhalt 60 l, Reichweite (bis Tankreserve) 770 km, Kofferraumvolumen 341-1328 l, Leergew. 1435 kg, zul. Ges.-Gew. 1816 kg, max. Anh.-Last 1400 kg, 0-100 km/h 11,0 sec, 60-100 km/h (im 4./5. Gang) 7,1/10,2 sec, Spitze 202 km/h, Steuer (jährl.) EUR 501,60, Normverbrauch (Stadt/außerorts/Mix) 7,1/4,5/ 5,4 l, Testverbrauch 6,9 l Diesel

Basis-Preis (5tg.): EUR 24.200,-

Diesen Test finden Sie in AllesAuto Heft 7-8/2004

Fotos: Len Vincent „

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