Salzburg VS Pendler: jährlich 700 Euro Gebühren?

13. April 2017
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Aktuelles

Laut einer Studie des Navigations-Spezialisten TomTom ist Salzburg seit 2016 offiziell die Stadt Österreichs, in der es am meisten staut. Während man in Wien (dem Platz 2) im Schnitt 31 Prozent der Fahrzeit wegen Verkehrsbehinderungen dazu rechnen muss, sind es in Salzburg 32. Der Grund für das regelmäßige Chaos sind laut der Stadtregierung vor allem die Pendler: rund 70.000 davon pendeln jeden Tag aus dem Umland in die Stadt, 20.000 aus der Stadt ins Umland und weitere 25.000 von einem Stadtteil in einen anderen. 70 Prozent davon nutzen dafür ihren PKW. Zuviel für Salzburgs Straßen.

Nun will die Stadtregierung rund um Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) intervenieren. Zusätzlich zur auch noch recht neuen Kurzparkzone in der Innenstadt soll nun so ziemlich das gesamte Stadtgebiet zur gebührenpflichten Parkzone werden. Die Idee: Die ersten zwei Stunden Parkzeit sind kostenlos, danach werden 90 Cent pro Stunde fällig. Die Parkzone soll bis 21:00 Uhr gelten. Alternativ soll man aber auch eine Art Parkzonen-Jahreskarte kaufen können – um 700 Euro oder 70 Euro pro Monat. Dass soll es für Pendler unattraktiv machen mit dem eigenen PKW in die Stadt zu fahren.

Das Problem: Eine Jahreskarte für von Salzburg weiter entfernt wohnende Pendler kostet diversen Medienberichten zufolge sogar noch mehr als 700 Euro pro Jahr. Unterm Strich wäre Autofahren so also nur noch einmal teurer für die Betroffenen, aber immer noch günstiger als die Öffis. Der Effekt der Maßnahme – die Salzburger SPÖ spricht von 6000 bis 10.000 Fahrten weniger – ist also äußerst fraglich.

Ebenfalls frech: Natürlich wird es für Anrainer in der Parkzone eine Ausnahme geben. Allerdings kostet auch diese Geld: von 80 Euro für zwei Jahre ist aktuell die Rede. 30.000 bis 40.000 Stadt-Salzburger müssten um eine solche Ausnahmegenehmigung ansuchen.

Sowohl in Autofahrerclubs, aber auch diversen Parteien wie der ÖVP regt sich aber bereits Widerspruch. Das letzte Wort ist also noch alles andere als gesprochen.