Schon gefahren: Smart fortwo electric drive

13. Februar 2017
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Aktuelles

Schon als Benziner ist der zweisitzige Smart das Stadt-Fahrzeug schlechthin und entsprechend selten auf der Autobahn anzutreffen. Somit ist er eine ideale Basis für ein Elektro-Fahrzeug – bei der Entwicklung der dritten Generation des City-Flohs wurde die Strom-Variante auch schon von vornherein berücksichtigt. Der Sandwich-Boden des fortwo ist zudem ein idealer Ort zur Unterbringung der Akkus – also schön tief unten und in Wagenmitte.

Apropos Akkus: Die sind mit einer Gesamt-Kapazität von 17,6 kWh kein Hit, doch man wollte die Agilität und das Gewicht nicht opfern zugunsten einer Reichweite, die man laut Entwickler in der Stadt kaum braucht. 160 Kilometer Aktionsradius sind es laut NEFZ, bei unserer Ausfahrt im warmen Miami (Klima­anlage also immer im Einsatz) kamen wir eher in den Bereich von 120. Solche Diskrepanzen kennt man aber auch von anderen E-Autos.

Im City-Gewühl kann der 2,7 Meter-Mini seine Vorteile natürlich voll ausspielen, und selbst mit dem in den USA vorgeschriebenen Soundgenerator für surrende Außen-Akustik ist es im Innenraum angenehm leise. Und Schaltrucke gibt es natürlich auch keine. Geht man vom Pedal, wird nicht brutal rekuperiert, zumin­dest im Normal-Modus, das Eco-Programm ist da rigoroser. Die Europa-Versio­nen werden dazu noch über ein Radar-basiertes System verfügen, das beim „Segeln“, also nach dem „Gaswegnehmen“, selbständig bremst und damit Energie zurückgewinnt, wenn vor einem ein langsameres Auto fährt.

Im Vergleich zum etwas teureren Vorgänger ist der elektrische Smart fortwo sieben PS stärker geworden – und rund 15 Prozent sparsamer. Gegenüber den Benzin-Brüdern müssen keine Abstriche in Sachen Raum gemacht werden.

Im Vergleich zum etwas teureren Vorgänger ist der elektrische Smart fortwo sieben PS stärker geworden – und rund 15 Prozent sparsamer. Gegenüber den Benzin-Brüdern müssen keine Abstriche in Sachen Raum gemacht werden.

 

Wie schaut’s in Sachen Akku-Auffüllen aus? Gut, weil es in Österreich nur die anderswo optionalen Schnelllader geben wird – was aber auch den Marktstart hierzulande auf Herbst 2017 verschiebt. An der Haushaltssteckdose geht es von 0 auf 80 Prozent in erträglichen sechseinhalb Stunden. Bei einer Dreiphasen-Variante (etwa bei der Starkstrom-Wallbox aus dem Werkszubehör) soll das in 45 Minuten erledigt sein.

Praktisch: Über eine Smartphone-App kann man aus der Entfernung den Akku­stand überprüfen bzw. das Laden starten (etwa um günstigen Nachtstrom zu tanken) oder den Innenraum vorklimatisieren, sofern der Wagen an der Steck­dose hängt.

Die genauen Preise stehen noch nicht fest, der Einstiegstarif wird wohl bei etwa 24.000 Euro liegen, was den fortwo electric drive zum günstigen Stromer am Markt macht. Wer noch mehr Geld übrighat, greift zur Cabrio-Variante, die nach etwa 3200 Euro Aufschlag verlangt – oder zum viersitzigen forfour, der auf rund 24.700 Euro kommen wird, etwas weniger flott ist und rund fünf Kilometer weniger Reichweite schafft.

Fremderreger Drehstrom-Synchronmotor, Spitzenleistung 81 PS (60 kW), max. Drehmoment 160 Nm, Li-Ionen-Akku 17,6 kWh, Hinterradantrieb mit fixer Überset­zung, Scheibenbremsen v (bel.), Trommeln h, L/B/H 2695/1663/1555 mm, Radstand 1873 mm, 2 Sitze, Wendekreis 6,95 m, Kofferraumvolumen 260–350 l, Leergewicht 1010 kg, 0–100 km/h 11,5 sec, Spitze 130 km/h, Normverbrauch 12,9 kWh/100 km, Reichweite (NEFZ) 160 km, Ladedauer (0–80%) bei 230 V/12 A 6,5 Std, bei 3x 230 V/32A 45 min

Basispreis: ca. € 24.000,–

smart electric drive, Pressefahrvorstellung Miami 2016, smart el

Gewohnt smartes Cockpit, gut verarbeitet und mit zumindest optisch gefälligen Materialien. Wichtig für ein E-Auto: Lenkrad- und Sitzheizung gibt’s gegen Auf­preis.