TEST: Mercedes G 350 d

4. April 2017
7.757 Views
Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Mercedes Benz
Klasse:Geländewagen/SUV
Antrieb:Allrad
Treibstoff:Diesel
Leistung:245 PS
Testverbrauch:12,3 l/100km
Modelljahr:2016
Grundpreis:117.650 Euro

Wie viele Modellpflegen der 1979 präsentierte Mercedes G im Laufe der Dekaden bereits erfahren hat, weiß wohl nicht einmal Mercedes selbst. Das kommuniziert man nicht, ebenso wie Verkaufszahlen – nur dass die USA, China, Japan, der Mittlere Osten und Russland die Haupt-Exportmärkte sind für das Offroad-Urgestein, made in Graz. Jetzt war es auf jeden Fall wieder einmal Zeit für ein Facelift, erkennbar ist es bei den braven Versionen, dass sie fortan die massiveren Kotflügelverbreiterungen der AMG-Varianten tragen. Innen wurden die Instrumente umgestaltet, dazu gab’s Aufrüstung in Sachen Multimedia.

Das getestete Basis-Modell trägt nun serienmäßig 18-Zöller und leistet 34 PS bzw. 60 Nm mehr – ob 2,6 Tonnen Leergewicht und einer Aerodynamik von vor­gestern rennt der G damit dennoch keine 200 km/h. Immerhin verbesserte sich der Verbrauch eine Spur, außerdem wurde der fast zwei Meter hohe Koloss dank neuer Dämpfer etwas straßentauglicher. Dennoch: Im Grunde geht, lenkt und federt die G-Klasse, dass es keine Freude ist. Man muss schon eine ausgeprägte Freude an Nostalgischem haben oder ernsthafte Offroad-Ambitionen, um den Kraxler-Klassiker gut zu finden. Dafür ist gerade das mit Abstand älteste Produkt der Sternenflotte das coolste im Auftritt.

Motor & Getriebe – Ob mäßiger Dämmung ist der V6-Diesel nicht so kultiviert wie gewohnt, dafür sehr bullig. Ohne Tadel: die Siebengang-Automatik

Fahrwerk & Traktion – Trotz neuer Stoßdämpfer federt der schwere Kraxler nicht sehr galant, zeigt in schnellen Kurven starke Seitenneigung und frühes Untersteuern. An den Bremsen gibt es nichts auszusetzen, sehr wohl aber an der indirekten und schwergängigen Lenkung.

Stock & Stein – Genug Bodenfreiheit, drei schaltbare Differenzialsperren sowie Getriebe-Unter­setzung – der G ist seit Jahrzehnten eine Fixgröße im Gelände.

Cockpit & Bedienung – Optisch angegrautes, aber leicht durchschaubares Cockpit. „Auto Hold“-Funktion trotz manueller Parkbremse. Minus: mühsamer Einstieg, schlecht schließende Türen, praktisch keine Ablagen, riesiger Wendekreis. Optionale Einparkhilfe Pflicht.

Innen- & Kofferraum – Viel Platz sowohl für Passagiere als auch fürs Gepäck. Die wuchtigen Radkästen schränken die Nutzbarkeit der Kofferraums etwas ein, die seitlich angeschlagene Hecktür ist bisweilen mühsam, schwierig gestaltet sich auch das Vorkappen der 2:1-Fondbank. Top bei der Anhängelast.

Dran & Drin – An sich gute Serien-Mitgift, um den Kaufpreis dürfte man aber mehr erwarten – und genau das Mehr findet sich in der gut sortierten Aufpreisliste. Routinierte Verarbeitung, angenehme Materialien.

Schutz & Sicherheit – Mit den Optionen Toterwinkel-Warner und (ruppigem) Radar-Tempomat mit Kollisions-Vermeider halbwegs am Puls der Zeit.

Sauber & Grün – Sehr hoher Praxis-Verbrauch, mit dem Facelift gibt es endlich ein Start/Stopp-System für den Diesel.

Preis & Kosten – Sehr teuer in der Anschaffung, immerhin langfristig gesehen sehr gute Werthal­tung. Plus: vier Jahre Garantie, 30 Jahre Antidurchrost- und Mobilitäts-Verspre­chen bei Service-Treue.

mercedes_g350d_01_may

Kantig-charmanter Arbeitsplatz ohne grobe Ergonomie-Patzer, das Navi ist Serie, Lederpolsterung kostet extra.

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Wie viele Modellpflegen der 1979 präsentierte Mercedes G im Laufe der Dekaden bereits erfahren hat, weiß wohl nicht einmal Mercedes selbst. Das kommuniziert man nicht, ebenso wie Verkaufszahlen – nur dass die USA, China, Japan, der Mittlere Osten und Russland die Haupt-Exportmärkte sind für das Offroad-Urgestein, made in Graz. Jetzt war es auf jeden Fall wieder einmal Zeit für ein Facelift, erkennbar ist es bei den braven Versionen, dass sie fortan die massiveren Kotflügelverbreiterungen der AMG-Varianten tragen. Innen wurden die Instrumente umgestaltet, dazu gab’s Aufrüstung in Sachen Multimedia. Das getestete Basis-Modell trägt nun serienmäßig 18-Zöller und leistet 34 PS bzw. 60 Nm mehr – ob 2,6 Tonnen Leergewicht und einer Aerodynamik von vor­gestern rennt der G damit dennoch keine 200 km/h. Immerhin verbesserte sich der Verbrauch eine Spur, außerdem wurde der fast zwei Meter hohe Koloss dank neuer Dämpfer etwas straßentauglicher. Dennoch: Im Grunde geht, lenkt und federt die G-Klasse, dass es keine Freude ist. Man muss schon eine ausgeprägte Freude an Nostalgischem haben oder ernsthafte Offroad-Ambitionen, um den Kraxler-Klassiker gut zu finden. Dafür ist gerade das mit Abstand älteste Produkt der Sternenflotte das coolste im Auftritt.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"]Motor & Getriebe - Ob mäßiger Dämmung ist der V6-Diesel nicht so kultiviert wie gewohnt, dafür sehr bullig. Ohne Tadel: die Siebengang-Automatik Fahrwerk & Traktion - Trotz neuer Stoßdämpfer federt der schwere Kraxler nicht sehr galant, zeigt in schnellen Kurven starke Seitenneigung und frühes Untersteuern. An den Bremsen gibt es nichts auszusetzen, sehr wohl aber an der indirekten und schwergängigen Lenkung. Stock & Stein - Genug Bodenfreiheit, drei schaltbare Differenzialsperren sowie Getriebe-Unter­setzung – der G ist seit Jahrzehnten eine Fixgröße im Gelände. Cockpit & Bedienung - Optisch angegrautes, aber leicht durchschaubares Cockpit. „Auto Hold“-Funktion trotz manueller Parkbremse. Minus: mühsamer Einstieg, schlecht schließende Türen, praktisch keine Ablagen, riesiger Wendekreis. Optionale Einparkhilfe Pflicht. Innen- & Kofferraum - Viel Platz sowohl für Passagiere als auch fürs Gepäck. Die wuchtigen Radkästen schränken die Nutzbarkeit der Kofferraums etwas ein, die seitlich angeschlagene Hecktür ist bisweilen mühsam, schwierig gestaltet sich auch das Vorkappen der 2:1-Fondbank. Top bei der Anhängelast. Dran & Drin - An sich gute Serien-Mitgift, um den Kaufpreis dürfte man aber mehr erwarten – und genau das Mehr findet sich in der gut sortierten Aufpreisliste. Routinierte Verarbeitung, angenehme Materialien. Schutz & Sicherheit - Mit den Optionen Toterwinkel-Warner und (ruppigem) Radar-Tempomat mit Kollisions-Vermeider halbwegs am Puls der Zeit. Sauber & Grün - Sehr hoher Praxis-Verbrauch, mit dem Facelift gibt es endlich ein Start/Stopp-System für den Diesel. Preis & Kosten - Sehr teuer in der Anschaffung, immerhin langfristig gesehen sehr gute Werthal­tung. Plus: vier Jahre Garantie, 30 Jahre Antidurchrost- und Mobilitäts-Verspre­chen bei Service-Treue.[/vc_column_text][/vc_column][vc_column width="1/2"][vc_column_text css=".vc_custom_1491312665297{margin-top: 0px !important;margin-bottom: 0px !important;}"][/vc_column_text][vc_column_text css=".vc_custom_1491312142014{margin-top: 0px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;background-color: #f2f2f2 !important;}"]Kantig-charmanter Arbeitsplatz ohne grobe Ergonomie-Patzer, das Navi ist Serie, Lederpolsterung kostet extra.[/vc_column_text][vc_empty_space height="5px"][vc_column_text][taq_review][/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row css=".vc_custom_1446570885481{padding-top: 15px !important;}"][vc_column][vc_tabs][vc_tab title="Technik" tab_id="ed3d3eb5-217d-33e84-32478fd7-4e22"][vc_column_text]V6, 24V, Turbo, 2987 ccm, 245 PS (180 kW) bei 3600/min, max. Drehmoment 600 Nm bei 1600–2400/min, Siebengang-Automatik, Allradantrieb, Scheibenbremsen v/h (bel.), L/B/H 4662/1760/1951 mm, Radstand 2850 mm, 5 Sitze, Wendekreis 13,6 m, Reifen­di­mension 265/60 R 18…

5.8

FAZIT

Die mehr als angegraute Gelände-Legende ist auf hohem Niveau kein gutes Auto.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Stock & Stein
Cockpit & Bedienung
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Sauber & Grün
Preis & Kosten
User-Wertung : 1.86 ( 21 Stimmen)
6

V6, 24V, Turbo, 2987 ccm, 245 PS (180 kW) bei 3600/min, max. Drehmoment 600 Nm bei 1600–2400/min, Siebengang-Automatik, Allradantrieb, Scheibenbremsen v/h (bel.), L/B/H 4662/1760/1951 mm, Radstand 2850 mm, 5 Sitze, Wendekreis 13,6 m, Reifen­di­mension 265/60 R 18 (Testwagen-Bereifung Dunlop Grandtrek WT M3 265/55 R 19), Tankinhalt 96 l (Ad Blue: 15 l), Reichweite 780 km, Kofferraumvolumen 480–2250 l, Leer­gewicht 2612 kg, zul. Gesamtgewicht 3200 kg, max. Anh.-Last 3500 kg, 0–100 km/h 8,8 sec, Spitze 192 km/h, Steuer (jährl.) € 1279,44, Werkstätten in Österreich 91, Service alle 20.000 km (mind. 1x/Jahr), Normverbrauch (Stadt/außerorts/Mix) 11,1/9,1/9,9 l, Testverbrauch 12,3 l Diesel, CO2 (Norm/Test) 261/323 g/km

Offroad-Daten: Böschungswinkel v/h 30°/30°, Rampenwinkel 24°, Bodenfreiheit 235 mm, Wattiefe 600 mm

Front- und Seitenairbags vorne, durchgeh. Kopfairbags, Notruf­system, Bergabfahrhilfe, Fernlicht-Automatik, autom. abblend. Spiegel, Klimaauto­matik, Radio mit 9 LS und DVD-Wechsler, Navigation mit Sprachsteuerung, Internet-Zugang, Bluetooth für Audio/Telefon, el. verstell-, beheiz- und klappbare Außenspiegel, Licht- und Regensensor, el. verstellbares Multifunktions-Lederlenkrad mit Schaltwippen, Sitzheizung v+h, E-Vordersitze mit Memory, Tempomat, Holz-Dekor, Nebelscheinwerfer, Bi-Xenon-Abbiegelicht, LED-Tagfahrlicht, FB-Zentralsperre, Aluräder 18 Zoll etc.

Toterwinkel-Assistent € 1444,–, Radar-Tempomat inkl. Kollisions-Warner sowie Stop & Go-Funktion € 2470,–, Fondscheiben getönt € 623,–, Lederpolsterung € 3139,–, Metallic-Lack ab € 1604,–, Chrom-Paket innen & außen € 1163,–, Fond-Entertainment € 3169,–, TV-Tuner € 1588,–, Surround-Sound € 1193,–, E-Schie­bedach € 2394,–, heizbares Lenkrad € 418,–, kühlbare Multikontursitze € 2136,–, Anhängekupplung plus Laderaum-Rollo und Trenn-Netz € 1034,–, Einparkhilfe v+h inkl. Rückfahrkamera € 1870,–, heizbare Frontscheibe € 638,–, Standheizung mit FB € 2493,– etc.

1 Kommentare

  1. Also die neue Armaturenlandschaft passt sowas von gar nicht zum Äußeren – man meint ins falsche Auto eingestiegen zu sein.

Kommentar abgeben