Test: Renault Twingo Electric R80 Vibe

27. April 2021
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Renault
Klasse:Kleinwagen
Antrieb:Hinterrad
Treibstoff:Elektro
Leistung:82 PS
Testverbrauch:19,3 kWh/100km
Modelljahr:2021
Grundpreis:24.490 Euro

Seit Herbst letzten Jahres zeigt sich die Motorenpalette des Renault Twingo radikal reduziert. Neben dem einzigen Verbrenner, einem 65 PS starken Dreizylinder-Saug­ben­ziner, ist aktuell nur eine Elektro-Version verfügbar. Hat man ohnehin geplant, mit dem kleinen Franzosen nicht mehr als 100 Kilometer am Stück zu fahren und eine halbwegs bequeme Lade-Infrastruktur zur Verfügung, scheint die Strom-Version keine schlechte Option zu sein. Denn der elektrische Twingo macht im Vergleich zum Benziner dank flottem Antrieb und gutem Durchzug (der Wert von 60 auf 100 km/h ist faktisch halbiert) auf jeden Fall mehr Spaß.

Die Sache hat aber einen Haken, denn die Preisliste weist über 10.000 Euro Differenz im Vergleich zum Benzin-Bruder aus – zugegeben, mit der Elektro-Förderung halbiert sich dieser Betrag. Nichr viel verbessert bei der Kosten-Bilanz der Umstand, dass man sich beim Stromer pro Jahr 100 Euro an motorbezogener Versicherungssteuer spart. Am ehesten kann Renault den Tarif damit rechtfertigen, dass die Konkurrenz durchwegs teurer ist. Eine massentaugliche Alternative für Kleinwagen-Fahrer zu bieten, scheitert also in erster Linie am Preis und nicht am Produkt.

Motor & Getriebe – Der recht kraftvolle E-Motor sorgt bis Autobahntempo für guten Vortrieb. Die Rekuperation wird dreistufig über den „Getriebe-Wählhebel“ geregelt. Feine Dosierbarkeit beim Rangieren.  

Fahrwerk & Traktion – Gut abgestimmtes Fahrwerk, in Kurven nicht bockig, auf der Autobahn ausreichend komfortabel. Früh einsetzendes Untersteuern, ESP regelt sanft und vorausschauend. Trotz Heckantrieb ­sicher zu fahren. Indirekte, aber ausreichend feinfühlige Lenkung. Gute Traktion, weicher Übergang von Rekuperation auf konventionelle Bremsen. 

Bedienung & Multimedia – Trotz fehlender Lenkrad-Längsverstellung gute Sitzposition auf bequemen Möbeln. Ärgerfreie Bedienung (Touchscreen, Drehregler & Knöpfe sowie simple Sprachsteuerung), einfach zu erlernendes Multimediasystem. Volle Smartphone-Anbindung, kein ­induktives Handyladen. Eher wenige Ablagen. Gute Rundumsicht, sehr ­kleiner Wendekreis.

Innen- & Kofferraum – Gutes Platzangebot in der ersten Reihe, dahinter immer noch passabel. Kleiner Kofferraum mit ­hoher Ladekante, im Verhältnis 1:1 neigungsver­stellbare und umlegbare Fondlehnen (Boden bleibt eben).

Dran & Drin – Keine nennenswerte Ausstattung bei der Basis-Version. Klimaautomatik gibt’s ab „Zen“ (1500 Euro Aufpreis), beim Intens (plus weitere 1300 Euro) kommt eine teilbare Rückbank sowie Sitzheizung dazu. Der getestete Top-Trimm „Vibe“ bietet für nochmals 1200 Euro zusätzlich v.a. Optik-Aufwertungen. Solide Materia­len, gut verarbeitet. 

Schutz & Sicherheit – Lediglich vier Airbags, zudem eher spärliche Assistenzsystem-Mitgift, Spurhalte-Warner als Extra. 

Reichweite & Laden – Praxis-Reichweite rund 100 Kilometer. Nur Wechselstromladen möglich, dafür bis 22 kW. 100 Prozent sind bei 3,7 kW in acht Stunden erreicht, auf 80 Prozent geht es mit 11 kW in etwas mehr als zwei Stunden, mit 22 kW in einer Stunde. 

Preis & Kosten – Als Basismodell (20.490 Euro) günstigstes Elektroauto, nach Abzug der Förderungen ab rund 15.000 Euro erhältlich. Damit immer noch um 5000 ­Euro über dem Verbrenner-Twingo. Vier Jahre Garantie, dichtes Werkstattnetz fürs jährliche Service. 

Pragmatisch, dabei nicht unschön anzu­sehen: Das Twingo-Cockpit mit feschen „Vibe“-Akzenten. Die Bedienung gelingt auf Anhieb.

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Seit Herbst letzten Jahres zeigt sich die Motorenpalette des Renault Twingo radikal reduziert. Neben dem einzigen Verbrenner, einem 65 PS starken Dreizylinder-Saug­ben­ziner, ist aktuell nur eine Elektro-Version verfügbar. Hat man ohnehin geplant, mit dem kleinen Franzosen nicht mehr als 100 Kilometer am Stück zu fahren und eine halbwegs bequeme Lade-Infrastruktur zur Verfügung, scheint die Strom-Version keine schlechte Option zu sein. Denn der elektrische Twingo macht im Vergleich zum Benziner dank flottem Antrieb und gutem Durchzug (der Wert von 60 auf 100 km/h ist faktisch halbiert) auf jeden Fall mehr Spaß. Die Sache hat aber einen Haken, denn die Preisliste weist über 10.000 Euro Differenz im Vergleich zum Benzin-Bruder aus – zugegeben, mit der Elektro-Förderung halbiert sich dieser Betrag. Nichr viel verbessert bei der Kosten-Bilanz der Umstand, dass man sich beim Stromer pro Jahr 100 Euro an motorbezogener Versicherungssteuer spart. Am ehesten kann Renault den Tarif damit rechtfertigen, dass die Konkurrenz durchwegs teurer ist. Eine massentaugliche Alternative für Kleinwagen-Fahrer zu bieten, scheitert also in erster Linie am Preis und nicht am Produkt.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"]Motor & Getriebe - Der recht kraftvolle E-Motor sorgt bis Autobahntempo für guten Vortrieb. Die Rekuperation wird dreistufig über den „Getriebe-Wählhebel“ geregelt. Feine Dosierbarkeit beim Rangieren.   Fahrwerk & Traktion - Gut abgestimmtes Fahrwerk, in Kurven nicht bockig, auf der Autobahn ausreichend komfortabel. Früh einsetzendes Untersteuern, ESP regelt sanft und vorausschauend. Trotz Heckantrieb ­sicher zu fahren. Indirekte, aber ausreichend feinfühlige Lenkung. Gute Traktion, weicher Übergang von Rekuperation auf konventionelle Bremsen.  Bedienung & Multimedia - Trotz fehlender Lenkrad-Längsverstellung gute Sitzposition auf bequemen Möbeln. Ärgerfreie Bedienung (Touchscreen, Drehregler & Knöpfe sowie simple Sprachsteuerung), einfach zu erlernendes Multimediasystem. Volle Smartphone-Anbindung, kein ­induktives Handyladen. Eher wenige Ablagen. Gute Rundumsicht, sehr ­kleiner Wendekreis. Innen- & Kofferraum - Gutes Platzangebot in der ersten Reihe, dahinter immer noch passabel. Kleiner Kofferraum mit ­hoher Ladekante, im Verhältnis 1:1 neigungsver­stellbare und umlegbare Fondlehnen (Boden bleibt eben). Dran & Drin - Keine nennenswerte Ausstattung bei der Basis-Version. Klimaautomatik gibt’s ab „Zen“ (1500 Euro Aufpreis), beim Intens (plus weitere 1300 Euro) kommt eine teilbare Rückbank sowie Sitzheizung dazu. Der getestete Top-Trimm „Vibe“ bietet für nochmals 1200 Euro zusätzlich v.a. Optik-Aufwertungen. Solide Materia­len, gut verarbeitet.  Schutz & Sicherheit - Lediglich vier Airbags, zudem eher spärliche Assistenzsystem-Mitgift, Spurhalte-Warner als Extra.  Reichweite & Laden - Praxis-Reichweite rund 100 Kilometer. Nur Wechselstromladen möglich, dafür bis 22 kW. 100 Prozent sind bei 3,7 kW in acht Stunden erreicht, auf 80 Prozent geht es mit 11 kW in etwas mehr als zwei Stunden, mit 22 kW in einer Stunde.  Preis & Kosten - Als Basismodell (20.490 Euro) günstigstes Elektroauto, nach Abzug der Förderungen ab rund 15.000 Euro erhältlich. Damit immer noch um 5000 ­Euro über dem Verbrenner-Twingo. Vier Jahre Garantie, dichtes Werkstattnetz fürs jährliche Service. [/vc_column_text][/vc_column][vc_column width="1/2"][vc_column_text css=".vc_custom_1619525730017{margin-top: 0px !important;margin-bottom: 0px !important;}"][/vc_column_text][vc_column_text css=".vc_custom_1619525003584{margin-top: 0px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;background-color: #f2f2f2 !important;}"]Pragmatisch, dabei nicht unschön anzu­sehen: Das Twingo-Cockpit mit feschen „Vibe“-Akzenten. Die Bedienung gelingt auf Anhieb.[/vc_column_text][vc_empty_space height="5px"][vc_column_text][taq_review][/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row css=".vc_custom_1446570885481{padding-top: 15px !important;}"][vc_column][vc_tabs][vc_tab title="Technik" tab_id="ed3d3eb5-217d-33e84-32475293-fb434949-ae60"][vc_column_text]Synchronmotor, Spitzenleistung 82 PS (60 kW), Dauerleistung 70 PS (51 kW), max. Drehmoment 160 Nm, Lithium-Ionen-Akku 21,4…

6.5

FAZIT

Bunter & praktischer City-Flitzer, auch mit Strom-Antrieb leistbar

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Bedienung & Multimedia
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Reichweite & Laden
Preis & Kosten
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7

Synchronmotor, Spitzenleistung 82 PS (60 kW), Dauerleistung 70 PS (51 kW), max. Drehmoment 160 Nm, Lithium-Ionen-Akku 21,4 kWh, Heckantrieb mit fixer ­Übersetzung, Scheibenbremsen v (bel.), L/B/H 3615/1646/ 1541 mm, Radstand 2492 mm, 4 Sitze, Wendekreis 8,6 m, Reifendimension 205/45 R 16 (Testwagen-Bereifung Kumho WinterCraft WP51), Kofferraumvolumen 219–980 l, Leergewicht (EU) 1168 kg, zul. Gesamtgewicht 1518 kg, 0–100 km/h 12,9 sec, 60–100 km/h 6,8 sec, Spitze 150 km/h, Steuer (jährl.) keine, Werkstätten in Österreich 171, Service alle 30.000 km (mind. 1x/Jahr), WLTP-Norm-/Testverbr. 16,0/19,3 kWh, Reichweite Norm/Test 180/110 km, Ladedauer bei 3,7 kW (100%) 8 Std, bei 22 kW (80%) 1 Std

Front- und vordere Seiten-airbags, Notbrems-Assistent, Tempomat, LED-Tagfahrlicht, Regen- und Lichtsensor, FB-Zen-tralsperre, beheizbare E-Außenspiegel, höhenverstellbarer Fahrersitz, beheizbare Vordersitze, Lederlenkrad, E-Fensterheber v, Klimaautomatik, 7- Zoll-Touchscreen-Multimedia mit USB/­Bluetooth-Schnittstelle und 4 LS sowie Apple CarPlay und Android Auto, DAB-Tuner, Sprachsteuerung, ­Bluetooth-Schnittstelle für Telefon und Audio, 16 Zoll-Aluräder etc.

Spurhalte-Warner € 144,–, Nebelscheinwerfer € 216,–, Abbiegelicht € 90,–, Z.E.- Vibes-Paket (abgedunkelte Fondscheiben, Einparkhilfe h, Rückfahrkamera) € 420,–, Navigation € 300,– (inkl. Subwoofer € 900,–), elektrisches Faltschiebedach € 900,–, Metallic-Lackierung € 420,– etc. 

2 Kommentare

  1. Schade, dass es die originelle Überschrift „Stri-Stra-Stromi“ nicht in den Onlineartikel geschafft hat.
    Beim Fazit fehlt bitte der Hinweis, dass Elektroautos lt. AA-Memorandum zur Elektromobilität nur für Besserverdiener wirklich leistbar sind. Röno bietet nämlich das Basismodell nach Förderung derzeit um Zwölfneunneunzig an. Da gilt es zu verhindern, dass sich ein kühner Durschnittsverdiener an eine Anschaffung wagt und dann finanziell daran zugrunde geht.
    Bitte nicht aus dem Kollektiv ausscheren. Das ist schon bei den Borg in Star Trek nicht gut ausgegangen. 😉

  2. Weil es gerade zum Thema passt: Das Österreichische Umweltbundesamt hat vor wenigen Tagen einen Vergleich der Ökobilanz verschiedener Antriebe veröffentlicht. Man findet diese auf deren Homepage unter dem Titel „Umweltfreund Elektro-Auto?“. Eine interessante Lektüre für alle, die mehr Wert auf Fakten legen als auf Polemik und denen auch der Unterschied zwischen einer Serienproduktionsstätte für Automobile und einem Gigantomanie-Werk für Akkus nicht fremd ist.
    Die Studie befasst sich nebenbei auch mit E-Fuels. Die sind mE eine gute Sache. Allerdings werden hinsichtlich deren zeitlicher und mengenmäßiger Verfügbarkeit derzeit Luftschlösser gebaut. Sehr große Luftschlösser!

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