Top 5 – die heißesten Renault Clios der letzten 25 Jahre

20. April 2016
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Aktuelles

Streng genommen, hätte man sich so etwas schon erwarten können. Als nämlich der erste Clio mit 150 PS 1994 in der Kleinwagen-Klasse ziemlich scharfe Akzente setzte, war das zwar ein echter Knaller – aber die Franzosen waren seinerzeit schon bekannt für ihre vierrädrigen Eskapaden. Die Alpines, die Gordinis, Mittelmotor-5er, Allradturbo-21er mit 16 Ventilen, also es gab von den Burschen und Mädels aus Paris schon einiges an Vollgas-Ware. Was den Clio aber so besonders macht: Sie zogen diese flotte Gangart bei diesem Modell über Jahrzehnte beinhart durch. Zum 25-jährigen Jubiläums des Kleinwagens von der Seine daher nun ein Rückblick auf die besten Varianten.

 

Platz 5: Renault Clio V6

Ein Kleinwagen mit Mittelmotor? Für Renault nichts besonderes. Der 5er Turbo hatte bereits diese Konfiguration, beim Clio V6 ersetzten die Techniker den Vierzylinder-Turbo aber durch einen Dreiliter-Sechszylinder mit 230 PS. Der Klang und die Optik waren also über alle Zweifel erhaben, nachdem bei der Präsentation aber schon die ersten Exemplare verglühten, entschärfte man das Handling schnell ein wenig. Mittelmotor-Anordnung und kurzer Radstand vertragen sich halt nicht mit mangelndem Fahrertalent. Zudem war die Lenkung etwas mürbteigig, und die Charakteristik des V6 zwar souverän, aber eigentlich nicht wirklich sportlich. Daher: 100 Härtepunkte für das Konzept, aber nur Platz fünf für den fehlenden sportlichen Wirkungsgrad.

 

Platz 4: Renault Clio Sport

Der Clio blieb Zeit seines Lebens immer knackig dimensioniert, die Mannschaft von Renault Sport Zeit ihres Lebens immer sportlich ambitioniert, und alles zusammen musste einen Knaller von Kleinwagen ergeben. Und tatsächlich haben sie beim Clio der zweiten Generation alles richtig gemacht: Zwei Liter Hubraum, bis zu 200 PS, zum Schluss sogar Xenon (was jeder Hobbyglüher nach den ersten Schrecksekunden in der Nacht zu schätzen lernte – habe ich mir sagen lassen), alles vermischt mit einem knockentrockenen Fahrwerk, das ergab ein derart fröhliches Automobil, das sich einen Platz in der Ehrenhalle schneller Kompakter mehr als verdient hat. Nur die affige Sitzposition verhindert eine höhere Platzierung in unserem Klassement.

 

Platz 3: Renault Clio V6 Phase II

Jetzt aber! Nicht nur das neue Gesicht kennzeichnet die überarbeitete Version des ersten und einzigen und letzten Mittelmotorsechszylinder-Kleinwagens der ganzen weiten Welt. Es war auch der überarbeitete Innenraum, ein knackigeres Fahrwerk und vor allem nunmehr 255 PS, der aus dem kleinen Renault ein ganz anderes Auto zauberte. Sein härtester Konkurrent war nämlich der 300 Kilo leichtere Clio Sport, man musste PS-technisch also aufrüsten. Sicher untersteuerte er immer noch, aber dafür leben alle Beteiligten von damals noch. Und außerdem änderte das nichts am großen Fahrvergnügen, den es in einem konventionell gebauten Auto nie geben kann: Der Motor brummt und vibriert im Rücken, du lebst zwangsläufig asketisch, weil Platz gibt es höchstens für eine Aktentasche. Und du fährst immer mit offenen Fenstern, denn die Abwärme des Motors ließ keinen kalt, im wahrsten Sinne des Worts.

 

Platz 2: Renault Clio Williams

Allein wie geil ist es denn bitte, ein Auto zu haben, das die Formel-1-Weltmeisterschaft gewonnen hat? Oder sagen wir: Es haben die gleichen Leute gebaut. Oder zumindest die, die auch den F1-Motor konstruiert haben. Ja, ok, es ist zumindest aus dem gleichen Haus. Jedenfalls war der Clio Williams eine Sonderserie zu Ehren des WM-Titels anno 1994, den Williams mit Renault-Motoren einheimsen konnte. Und dafür stattete man den kleinen Wagen mit einem Zweiliter-Sechzehnventiler aus, der 147 PS stemmte. Dazu gab es die charakteristische Fabrkombination aus blauer Karosse und goldenen Felgen. Geplant war eine limitierte Sonderserie, doch es wollten so viele Leute sich ein Formel-1-Auto kaufen, das die letzte Phase des Williams schon ohne durchnummerierte Schilder auf dem Armaturenbrett vom Band lief. Zum fahren ein absoluter Hit, der erste Clio wog ja nur etwas mehr als nichts. Wer heute einen schönen und unverbastelten findet: Gut aufheben, oder mir sagen!

 

Platz 1: Clio by Renault Sport

So ganz klar war es bis zum Schluss nicht, wie sich der Wagen nun wirklich nennt: Klar, es ist ein Renault Clio, aber frisiert wurde er von Renault Sport. Renault Clio by Renault Sport klingt aber etwas holpertatschig, jedenfalls war die modellgepflegte Variante das, was man wohl als das Highlight der bisherigen Entwicklung ansehen kann: Der letzte mit einem Zweiliter-Saugmotor, der letzte mit einem Schaltgetriebe. Der letzte mit drei Türen. Sicher, der aktuelle Clio by Renault Sport ist stärker, schneller und verkauft sich auch besser. Aber das Ursprüngliche, die gefühlte Giftigkeit, die die alten Clios immer gehabt haben, geht im deutlich größeren aktuellen Modell ein wenig unter. Daher gilt es, den Clio von 2009 umso mehr hoch leben zu lassen. 204 PS, dazu ein knallhartes Cup-Fahrwerk und Recaro-Vollschalensitze, mehr braucht man nicht zum glücklich sein.

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