Toyota Land Cruiser 300 D4-D

30. Juni 2003
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Toyota
Klasse:Geländewagen/SUV
Antrieb:Allrad
Treibstoff:Diesel
Leistung:163 PS
Testverbrauch:11,1 l/100km
Modelljahr:2003
Grundpreis:45.747 Euro

Trotz SUV-Optik ein waschechter Geländewagen geblieben: Toyota Land Cruiser

Abseits vom SUV-Boom sind auch die echten Hardcore-Geländewagen nach wie vor gefragt, das zeigt schon die Tatsache, dass der alte Toyota Landcruiser anno 2002, also in seinem letzten Verkaufsjahr, den zweiten Platz der 4×4-Verkaufsstatistik belegte – hinter seinem kleinen Bruder, dem Softroader RAV4. Zwar täuschen beim aktuellen Modell die runden, eben an den RAV angelehnten Formen ein wenig, aber auch die neue Generation Landcruiser bekam die klassischen Zutaten eines waschechten Offroaders. Heißt: nach wie vor Leiterrahmen und hintere Starrachse, dazu manuell aktivierbare Sperren für das Mittel- und Hinterachs-Differenzial sowie Getriebe-Reduktion. Dennoch gelang es den Technikern, das Fahrwerk sowie die Lenkung derart zu zivilisieren, dass man von all dem auf befestigten Straßen nur wenig mitbekommt. Der Antriebsstrang verspannt sich auch beim Ausparken nicht, und mit seinen 265er-Reifen ließ sich unser VX-Landcruiser selbst in der Lang-Version erstaunlich flott ums Eck werfen.
Die derzeit einzige Motorisierung ist der Dreiliter-Turbodiesel mit 163 PS. Damit ist man in allen Lebenslagen ausreichend aufgepowert, und der Verbrauch fällt mit 11,1 Litern für ein Zweitonnen-Allrad-Gefährt human aus. In Kürze wird übrigens ein V6-Benziner mit 249 PS nachgereicht. Damit geht der Landcruiser zwar auch noch nicht ganz als Nobel-Offroader durch, doch wer so ein Auto in der Toyota-Familie sucht, wird ohnehin bei Lexus fündig: Der neue RX 300 steht ja quasi schon in den Startlöchern.

TECHNIK
4-Zylinder-Reihe, 4-Ventil-Technik, Turbo, 2982 ccm, 120 kW (163 PS) bei 3400/ min, max. Drehmoment 343 Nm bei 1600/min, Fünfgang-Getriebe, Allradantrieb, vorne: Doppelquerlenker, Schraubenfedern, Stabilisator, hinten: Starrachse, Längslenker, Schraubenfedern, Teledämpfer, Scheibenbremsen v/h (v bel.), ABS, L/B/H 4850/1875/1905 mm, Radstand 2790 mm, 5/8 Sitze, Wendekreis 11,2 m, Servo, Reifendim. 265/65 R 17, Tankinhalt 87 l, Reichweite (bis Tankres.) 658 km, Kofferraumvol. 620 l, Leergewicht 2060 kg, zul. Gesamtgewicht 2850 kg, 0-100 km/h 12,7 sec, 60- 100 km/h (im 4. Gang) 8,9 sec, Spitze 165 km/h, Steuer (jährl.) EUR 633,60, Normverbrauch (Stadt/außerorts/Mix) 11,6/ 8,2/9,5 l, Testverbrauch 11,1 l Diesel
Preis: EUR 45.747,-

FAHREN & FÜHLEN
Der Vierzylinder-Commonrail-Diesel springt nicht ganz willig an, hängt aber gut am Gas. Das Turboloch bis 1800 Touren ist schnell überwunden, ab dann sorgen 343 Nm für genügend Vortrieb. Enttäuschend: Der Dreiliter nagelt wie ein alter Vorkammer-Diesel (nervt vor allem auf der Autobahn). Schaltung: präzise, zeitweise hakelig. Lenkung: für einen Offroader erträglich direkt, streng, um die Mittellage etwas gefühllos. Fein: kleiner Wendekreis. Die Bremsen greifen spontan, das komfortable Fahrwerk ist überraschend agil. In schnellen Kurven lange neutral, erst spät bremst er sich über die Vorderräder ein. Durch permanenten Allrad, zwei Differenzial-Sperren und Gelände-Untersetzung höchst offroad-kompetent. Bequeme, etwas zu kleine Sitze. Übersicht nach vorne tadellos, nach hinten durchs Reserverad getrübt.

PLATZ & NUTZ
Den üppigen Außenmaßen entsprechend viel Passagier-Platz auf allen Sitzen, die Kniefreiheit ist fast schon verschwenderisch. Gegen Aufpreis: dritte Sitzreihe für weitere drei (kleine) Passagiere. Kofferraum: groß und komplett eben, recht hohe Ladekante. Serie: Dachreling. Bis auf riesiges Ablagefach zwischen den Sitzen wenig Ablagemöglichkeiten, Grafik des Info-Displays auf dem Armaturenbrett etwas verwirrend. Praxis-Plus: alle Fensterheber mit One-Touch, Ergonomie top, wirksame Sonnenschutz-Streifen auf der Windschutzscheibe.

DRAN & DRIN
Serienmäßig beim VX: Klimaautomatik mit getrennter Rechts/Links-Regelung, FB-Zentralsperre, Gepäckraumabdeckung, Holz- und Alu-Applikationen, Lederlenkrad, Tempomat, Alufelgen, Radio mit CD-Wechsler. Aufpreispflichtig: u.a. Metallic, Leder mit Sitzheizung, Navigation, aktives Fahrwerk mit Luftfederung hinten, E-Schiebedach, teilweise in Paketen. Nur für die Automatik-Version lieferbar: Anfahr- und Bergabfahr-Kontrolle. Gute Verarbeitung .

SICHER & GRÜN
Serie: Front- und Seitenairbags, durchgehender Kopfairbag-Vorhang, ABS, fünf Kopfstützen (reichen bis 1,85 Meter Körpergröße), fünf Dreipunktgurte. Unverständlich: Stabilitätskontrolle kostet Aufpreis, die Basis-Version “Country” ist gar nur mit zwei Airbags ausgestattet. Umwelt-Checkliste ohne Ausrutscher, akzeptabler Verbrauch.

PREIS & WERT
Preislich im Mittelfeld der großen, echten Geländewagen positioniert, dabei technisch absolut top. Drei Jahre Neuwagen-Garantie (inkl. Mobilität), zwölf Jahre gegen Durchrostung. Durch gutes Image kein Problem beim Wiederverkauf. Dichtes Werkstatt-Netz, Service alle 30.000 km, Ölwechsel alle 15.000 km.

ALLES-AUTO-TESTURTEIL :
Echter Geländewagen mit viel Platz, sparsamem Diesel und akzeptablen Onroad-Fahreigenschaften

Diesen Test finden Sie in ALLES AUTO 3/2003