Abgas-Skandal: Razzia bei BMW in München und Steyr

20. März 2018
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Aktuelles

Nachdem vor allem Volkswagen, aber auch Daimler und so manch anderer Hersteller in Sachen Abgas- oder Diesel-Skandal bereits sein Fett abbekommen hat, trifft es nun auch die Bayrischen Motorenwerke, vulgo BMW. Sowohl in den BMW-Zentrale, aber auch im österreichischen Motorenwerk in Steyr wurden Razzien durchgeführt. Der Verdacht: Auch BMW habe bei seinen Dieselmotoren betrogen und durch eine spezielle Software die Messwerte gefälscht. Die passende Ermittlung wurde bereits am 27.02.2018 eingeleitet, nachdem das deutsche Kraftfahrbundesamt die Beamten darüber unterrichtet hatte dass Vertreter von BMW selbst eingeräumt hatten, dass unzulässige Abschaltvorrichtungen verbaut wurden. Rund 100 Beamte waren im Einsatz. Die Staatsanwaltschaft München im O-Ton:

“Es besteht der Anfangsverdacht, dass die BMW AG eine prüfstandsbezogene Abschalteinrichtung verwendet hat”

BMW selbst bleibt unterdessen dabei, dass bei ihnen nicht manipuliert worden sei. Das betonte auch BMW-Chef Harald Krüger, der sich morgen bei der Jahres-Pressekonferenz somit besonders unangenehmen Fragen wird stellen müssen, immer wieder. Wohl aber gesteht auch BMW Unregelmäßigkeiten ein. Bei 11.400 Fahrzeugen vom Typ BMW 750d und des BMW M550d sei bei internen Untersuchungen festgestellt worden, dass eine eigentlich nur für bestimmte Modelle entwickelte Software irrtümlich den falschen Modell-Versionen zugeordnet worden sei.

Der Konzern erklärt:

“Unverändert geht die BMW Group davon aus, dass es sich bei dem Vorfall um eine fehlerhafte Software-Zuordnung handelt und nicht um eine gezielte Manipulation der Abgasreinigung.”

Zudem zeigte man sich bei den Durchsuchungen natürlich kooperativ und wolle auch alle eigenen Erkenntnisse der bisherigen Untersuchungen zur Verfügung stellen.