Abgeschlossen: Opel gehört nun endgültig PSA

1. August 2017
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Aktuelles

Seit 1929 hat Opel zu General Motors gehört. Nun ist das ganz offiziell Geschichte. Die Übernahme durch PSA ist abgeschlossen und Opel somit samt Vauxhal nun in jeder Hinsicht eine europäische Automarke … und PSA ebenso offiziell der zweitgrößte Autokonzern in Europa. Rechnet man die Marktanteile von Opel und den restlichen PSA-Marken Peugeot, Citroen und DS Automobiles zusammen, ergibt das 17 Prozent.

Allerdings bedeutet das freilich nicht nur, dass der Automarkt ein wenig neu-durchgemischt wurde, sondern vor allem dass für Opel nun eine neue Epoche beginnt – und es wird wohl eine des Wandels werden. Allerdings eines Wandels, der nicht aus Frankreich gesteuert werden soll. PSA-Chef Carlos Tavares meinte schon vor dem Closing, dass er die Sanierung dem deutschen Management überlassen will. Dieses wird angeführt vom neuen Opel-Chef Michael Lohscheller, der bereits nach 100 Tagen den passenden Plan für Opels Neuausrichtung vorlegen will. Das erklärte Ziel: Bis 2020 soll eine Gewinnspanne von 2 Prozent erreicht werden. Bis 2026 eine von sechs Prozent. Wir erinnern uns: Opel hat seit 1999 jedes einzelne Jahr Verlust gemacht. Helfend zur Hand gehen soll dabei der bisherige PSA-Controller Philippe de Rovira, der als Finanzchef in den Vorstand stößt.

Heißt: Spätestens gegen Ende des Jahres sollte die neue Schlagrichtung von Opel feststehen. Bis dahin sind noch viele schwere Entscheidungen zu treffen – obgleich bereits viele Zusagen gemacht wurden: Zum Beispiel, dass 19.000 Menschen bei Opel in Deutschland noch bis 2018 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt sind. Zudem hat GM für die Standorte in Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach bis 2020 Investitionen tarifvertraglich zugesagt. Daran möchte sich auch PSA halten. Die Zukunft des österreichischen Werks in Aspern ist allerdings mehr als ungewiss.