BMW 630i Ö-Paket

29. Juli 2005
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:BMW
Klasse:Coupé
Antrieb:Hinterrad
Treibstoff:Benzin
Leistung:258 PS
Testverbrauch:10,4 l/100km
Modelljahr:2005
Grundpreis:72.964 Euro

Auch mit sechs Zylindern ordentlich motorisiert: BMW 6er

Der 6er-BMW rangiert in einem Fahrzeug-Segment, in dem das Prestige eines Achtzylinder-Motors keine unwichtige Rolle spielt – ein großes Reise-Coupé braucht schließlich eine standesgemäße Motorisierung. Dass auch nur“ sechs Zylinder ausreichen, zeigt der 630i. Herzstück des neuen Einstiegsmodells ist der überarbeitete Reihensechszylinder mit drei Liter Hubraum und 258 PS.
Wichtigster Unterschied zum 231 PS starken Vorgänger-Triebwerk: die so genannte „Valvetronic“. Ein System, das bereits bei den V8- und Vierzylinder-Triebwerken von BMW zum Einsatz kommt und den Ventilhub je nach Bedarf variieren kann. Ergebnis: Der Sechser mit dem Reihensechser hat schon bei niedrigen Touren viel Drehmoment. Wer aber wirklich flott unterwegs sein möchte, muss hochtourig fahren – kein Problem, in Sachen Drehfreudigkeit überbietet der Sechszylinders den V8 locker.
Und abschütteln lässt sich der 630i auch nur schwer vom starken Bruder, beim Null-auf-Hundert-Sprint ist er nur um sieben Zehntel langsamer, und die traditionelle 250 km/h-Grenze erreicht auch er. Das Prädikat „Sportcoupé“ passt also auch hier, zumal der 630i aufgrund seines geringeren Gewichts im Vergleich zum 645Ci auch das etwas agilere Handling aufweist. Und bei einem Preis-Unterschied von fast 20.000 Euro kann man auf das mangelnde V8-Prestige auch ganz gut verzichten.

TECHNIK
R6, 24V, 2996 ccm, 190 kW (258 PS) bei 6600/min, max. Drehmoment 300 Nm bei 2500/min, Sechsgang-Getriebe, Hinterradantrieb, vorne und hinten: Doppelquerlenker, Stabilisator, Federbeine, Scheibenbremsen v/h (bel.), ABS, L/B/H 4820/ 1855/1373 mm, Radstand 2780 mm, 4 Sitze, Wendekreis 11,4 m, Servo, Reifendimension 245/50 R 17, Tankinhalt 70 l, Reichweite (bis Tankreserve) 605 km, Kofferraumvolumen 450 l, Leergew. 1565 kg, zul. Gesamtgewicht 1940 kg, max. Anh.-Last – kg, 0-100 km/h 6,5 sec, 60-100 km/h (im 4./5. Gang) 7,3/9,0 sec, Spitze 250 km/h, Steuer (jährl.) EUR 1095,60, Normverbrauch (Stadt/außerorts/Mix) 13,1/ 6,7/9,0 l, Testverbrauch 10,4 l ROZ 98
Preis: EUR 72.964,-

FAHREN & FÜHLEN
Der Reihensechszylinder bietet bereits bei niedrigen Drehzahlen ordentlich Punch und ist dennoch sehr drehfreudig. Der Klang ist dezent-sonor, der Lauf seidenweich. Souveräne Fahrleistungen, gute Traktion. Das Sechsgang-Getriebe ist perfekt abgestimmt und lässt sich präzise, aber etwas hakelig mittels gut positioniertem Schalthebel bedienen. Die aufpreispflichtige Aktivlenkung (bei niedrigen Geschwindigkeiten sehr direkt, mit steigender Geschwindigkeit indirekter) ist anfangs gewöhnungsbedürftig, beschert dem 6er aber ein Plus an Handlichkeit und Agilität. Straff abgestimmtes Fahrwerk mit hohem Schluckvermögen, weitgehend neutral abgestimmt, im Grenzbereich leicht übersteuernd. ESP regelt sanft und lässt kleine Heckschwenks zu. Groß dimensionierte und fein dosierbare Bremsen ohne Fading-Gefahr. Die Sitze sind auch für große Personen optimal dimensioniert und bieten genügend Seitenhalt.

PLATZ & NUTZ
In Reihe eins bis auf die geringe Kopffreiheit mehr als genügend Platz, umso enger geht´s dafür im Fond zu. Fuß- und Beinraum ist dort nur dann vorhanden, wenn die Vordersitze weit genug oben und vorne sind. Großer, wenn auch etwas zerklüfteter Kofferraum, erweiterbar mittels Skisack. Innenraum-Mankos: Geringe Anzahl an Ablagen, schlechte Übersicht nach hinten, vordere Gurte weit hinten angeschlagen. Leichtes Rangieren dank (aufpreispflichtiger) Einparkhilfe. Sitzposition bis auf das in der Reichweite nicht weit genug verstellbare Lenkrad optimal, Ergonomie trotz vereinfachtem iDrive nicht perfekt. Plus: Regen- und Lichtsensor ab Werk, das optionale Head-Up-Display spiegelt wichtige Infos auf die Windschutzscheibe.

DRAN & DRIN
6er-Standard: Leder, Bi-Xenon, E-Sitze, CD-Radio mit Lenkrad-FB, Tempomat etc. Das Österreich-Paket um 3431 Euro bietet zusätzlich u.a. Skisack, automatisch abblendende Spiegel, Alarm, Einparkhilfe und CD-Wechsler. Dennoch bleibt eine lange Extra-Liste: adaptives Kurvenlicht, Aktivlenkung, Wank-Stabilisierung „Dynamic Drive“, sequenzielles Getriebe (SMG) oder Automatik, Navigation usw. Top-Verarbeitung, durchwegs hochwertige Materialien, gediegen-sportliche Atmosphäre, unverkennbares, wenn auch nicht allgemein gefälliges Design.

SICHER & GRÜN
Viel Sicherheit: Front- und Seitenairbags, durchgehende Kopfairbag-Vorhänge, ABS, Bremsassistent, Stabilitätskontrolle, Isofix-Halterungen, für alle Plätze Dreipunktgurte und Kopfstützen (reichen vorne bis 1,85 m, hinten nur bis 1,70 m), zweistufige Bremsleuchten und Reifendruckkontrolle mitsamt Notlauf-Pneus. Gegen Aufpreis: Kurvenlicht. Keine Patzer beim Grün-Check, niedriger Verbrauch.

PREIS & WERT
Sowohl von der Größe als auch vom Preis genau zwischen den Mercedes-Coupés CLK und CL positioniert, um rund 16.000 Euro teurer ist der deutlich ältere Jaguar XK8 mit 298 V8-PS. Werthaltung noch fraglich – der Vorgänger 8er ist unbeliebt, der alte 6er erzielt aber schon Kult-Preise. Zwei Jahre Gewährleistung, lebenslanger Mobiliäts-Schutz bei Service-Treue, nur sechs Jahre Antidurchrost-Garantie. Unterdurchschnittlich dichtes Werkstatt-Netz, Service und Ölwechsel verschleißabhängig.

ALLES-AUTO-TESTURTEIL :
Agiler Gran Turismo, auch als Einstiegsmodell souverän motorisiert.


Foto: Len Vincent

Diesen Test finden Sie in ALLES AUTO 4/2005

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