Citroën C1 1,0 Desire

28. September 2005
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Citroën
Klasse:Kleinwagen
Antrieb:Vorderrad
Treibstoff:Benzin
Leistung:68 PS
Testverbrauch:5 l/100km
Modelljahr:2005
Grundpreis:10.290 Euro

Pfiffig, witzig, günstig: der C1, Citroëns Beitrag zum Thema preiswerter Kleinstwagen

Eine Zeit lang sah es aus, als müsste Citroën in seiner säuberlich durchnummerierten Fahrzeug-Palette den Einser auslassen und mit einem Nuller beginnen. Denn die Modellbezeichnung C1 war besetzt“ – von BMW. Die Bayern hatten ihr ehrgeiziges Einspur-Experiment (ein mit Überroll-Rahmen & Dach versehener Roller samt Gurt & Helmpflicht-Befreiung) so genannt.
Aber: Die Produktion des BMW C1 wurde vor zwei Jahren eingestellt, so war der Weg frei für die folgerichtige Taufe des Kleinst-Vierradlers von Citroën. Die Mini-Zitrone ist bekanntlich ein Drilling, Entwicklungs-Partner des Viersitzers sind Peugeot (der 107 kommt Anfang 2006) sowie Toyota (der Aygo ist im Herbst zu haben) – gewissermaßen französische Küche, die mit asiatischen Stäbchen zu konsumieren ist. Wozu auch noch ein Powidl-Touch kommt, denn das kontinente-überschreitende Trio wird in Tschechien gefertigt.
Die Verkost-Premiere liefert Citroën, der C1 ist der erste aus dem neuen Unter-10.000-Euro-Trio. Wobei man bei der Wahl des Basis-Einser-Menüs, der Dreitür-Variante mit Grund-Ausstattung, auch locker mit weniger als 9000 Euro über die Runden kommt. Dafür gibt es allerdings weder Servo noch E-Fensterheber. Derlei Zutaten sind nur für den getesteten Fünftürer um knapp über 10.000 Euro zu haben. Und mit dem Diesel-Menü 1,4 HDI samt 54 PS fährt man schon nahe an die Zwölftausender-Grenze.

TECHNIK
R3, 12V, 998 ccm, 50 kW (68 PS) bei 6000/min, max. Drehmoment 93 Nm bei 3600/min, Fünfgang-Getriebe, Vorderradantrieb, vorne: Dreiecksquerlenker, Stabilisator, Schraubenfedern, Stoßdämpfer, hinten: Querlenker, Schraubenfedern, Stoßdämpfer, Scheibenbremsen v (bel.), Trommeln h, ABS, L/B/H 3435/1630/1465 mm, Radstand 2340 mm, 4 Sitze, Wendekreis 9,5 m, Servo, Reifendimension 155/65 R 14, Tankinhalt 35 l, Reichweite (bis Tankreserve) 600 km, Kofferraumvolumen 131-744 l, Leergewicht 800 kg, zul. Gesamtgewicht 1190 kg, max. Anh.-Last 800 kg, 0-100 km/h 13,7 sec, 60-100 km/h (im 4. Gang) 15,2 sec, Spitze 157 km/h, Steuer (jährl.) EUR 171,60, Normverbrauch (Stadt/außerorts/Mix) 5,5/ 4,1/4,6 l, Testverbrauch 5,0 l ROZ 95
Preis: EUR 10.290,-

FAHREN & FÜHLEN
Der Einliter-Dreizylinder ist ab 2000 Touren sehr munter, klingt kernig, wird nicht unangenehm laut, zeigt homogenen Drehmomentverlauf, legt bei höheren Touren jedoch nicht mehr viel an Leistung zu. Fahrwerk: straff, nicht unkomfortabel, filtert Bodenwellen brav, schickt kurze Stöße an die Insassen weiter, poltert jedoch nicht. Eigenlenkverhalten: früh, aber gutmütig untersteuernd, lastwechsel-immun. Die Servolenkung arbeitet um die Mittellage gefühllos. Schaltung: leichtgängig, leidlich präzise. Bremsen: kräftig, ohne Fading-Neigung. Bequeme, straffe und ausreichend konturierte Sitze mit gutem Seitenhalt.

PLATZ & NUTZ
Ellenbogenfreiheit in Reihe eins passabel, Kopf-Raum vorne in Ordnung, im recht leicht zu enternden Fond sehr knapp. Für groß gewachsene Fahrer ist es um die Knie reichlich eng. Basis-Kofferraum winzig, jedoch durch Umlegen der 1:1 teilbaren Fondbank-Lehne erweiterbar. Hohe Ladekante. Heckklappe (eigentlich -Scheibe) schwingt nur knapp 1,70 Meter weit auf. Dafür ist der Fond-Einstieg dank großem Tür-Öffnungswinkel easy. Reichlich Ablagen, teils offen, nicht alle sind auch praktisch. Annehmbare Sitzposition, obwohl Lenkrad nur höhenverstellbar. Gute Rundumsicht. Nicht wirklich kleiner Wendekreis. Unpraktisch: Tank extra zu sperren, rechter Fensterheber nicht von Fahrerseite aus steuerbar, hinten nur Ausstellfenster.

DRAN & DRIN
Sparsame Serien-Mitgift, selbst in der höheren Ausstattungs-Variante „Desire“: unter anderem E-Fensterheber, FB-Zentralsperre, Servolenkung, höhenverstellbares Lenkrad, 1:1 umlegbare Fond-Lehnen, Radiovorbereitung. Extras: Metallic, div. Pakete, z. B. „Komfort“ (CD-Radio, Klima, Drehzahlmesser), „Audio“ (Heck-Lautsprecher, CD-Box), „City“ (Parksensoren v und h). Auch mit automatisiertem Schaltgetriebe orderbar. Gefällige Materialien, ordentliche Verarbeitung. Wirkt trotz offensichtlicher Spar-Lösungen nicht zu billig.

SICHER & GRÜN
Passable Sicherheits-Ausstattung: ABS, Front- und vordere Seitenairbags, vier Dreipunktgurte, vier Kopfstützen (vorne integriert, hinten höhenverstellbar, reichen in Reihe eins bis 1,85, in Reihe zwei bis 1,75 Meter Körpergröße), Isofix. Auch nicht gegen Aufpreis zu haben: ESP, Kopfairbags etc. Verbrauch in Ordnung, keine Umwelt-Patzer.

PREIS & WERT
Chevrolet Matiz, Fiat Panda und Ford Ka sind teurer, der schwächere Hyundai Atos sowie Suzuki Alto und Kia Picanto billiger. Keine schlechte Werthaltung zu befürchten. Garantien: zwei Jahre auf Fahrzeug (inklusive Mobilitäts-Schutz), gegen Aufpreis auf bis zu fünf Jahre verlängerbar, zwölf Jahre Antidurchrost-Verspechen. Service alle 15.000 km, durchschnittlich dichtes Werkstatt-Netz.

ALLES-AUTO-TESTURTEIL :
Pfiffiger und spritziger Kleinstwagen mit großem Spar-Potenzial.


Foto: Len Vincent

Diesen Test finden Sie in ALLES AUTO 7-8/2005

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