Das Motorsport-Update: Rückblick und Vorschau

9. Mai 2016
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Aktuelles

Willkommen zum neuen Motorsport-Update bei ALLES AUTO. Ab sofort liefern wir jede Woche am Montag einen Rückblick auf die Motorsport-Highlights des letzten Wochenendes, liefern Zusammenfassungen und Einblicke. Doch auch die Zukunft bleibt nicht unbehandelt. Mit klarem Fokus auf Österreich erfahrt ihr bei uns ab sofort jeden Montag, welche Events in nächster Zeit anstehen. Also … auf die Plätze, fertig, LOS:

DTM/World RX

In Hockenheim wurde die DTM-Saison 2016 eröffnet. Neben dem üblichen Rahmenprogramm mit Porsche Carrera Cup Deutschland und Audi TT Cup, gab diesmal auch die Rallycross-WM ein Gastspiel bei der DTM. Und eines vorweg, man stahl der DTM mit spektakulären Rennen die Show.

motorsport090516_31_mayKnallharte Duelle, spektakuläre Drifts und keine Zeit zum Verschnaufen. Das ist die Rallycross-WM 2016. Bereits in der Vorläufen zeigte sich, dass man für das Rennen in Hockenheim keinen Favoriten nennen kann. Zwar waren die Audi S1 von Matthias Ekström und Toopi Heikkinen schon in den Vorläufen schnell, doch Petter Solberg zeigte in seinem Citroen DS3, dass er nicht zufällig amtierender Weltmeister ist. Für die beiden Semi-Finals gesellten sich noch die beiden nagelneuen Focus RS von Ken Block´s Hoonigan Team, zwei Peugeot 208 des Hansen-Teams, Robin Larsen im Audi A1, Johan Kristoffersson im VW Polo, Liam Doran im Mini und die beiden Ford Fiesta von Kevin Ericsson und Janis Baumanis. Im ersten Halbfinale fuhren die beiden EKS-Audi auf und davon, Larsen folgte ihnen als dritter ins Finale.

In Lauf zwei gab es von Beginn an heftige Fights, Kristoffersson kam zwar am besten weg, sein linker Hinterreifen streifte jedoch an der am beschädigten Heck und begann sich langsam aber sicher aufzulösen. Dahinter erbitterte Kämpfe, Baumanis übertrieb es dann im Kampf mit Solberg und Doran, beschädigte den Ford nachhaltig und musste aufgeben. Kristoffersson kämpfe trotz zerfetztem Reifen beinhart, musste aber am Ende auch noch Ken Block ziehen lassen. Damit stand das Finale fest. Heikkinen, Doran, Ekström, Solberg, Larsen und Block. Die Leistungsdichte der Rallycross-WM ist enorm und die Markenvielfalt ebenso.

motorsport090516_05_may Finale wurde dann eine recht klar Angelegenheit für das Team von Matthias Ekström. Heikkinen übernahm zunächst die Führung, doch Ekström konnte sich Teamintern durchsetzen. Dahinter gab es knadenlose Kämpfe um Platz drei. Robin Larsen verabschiedete sich mit einem Überschlag aus seinen Podestträumen, Solberg und Doran konnten gegen Ken Block am Ende nichts mehr anrichten. Unter tosendem Applaus lautete des Podest also Ekström, Heikkinen und Block. Weiter geht es bereits nächstes Wochenende in Belgien.

 

 

 

motorsport090516_12_mayDie DTM fährt heuer in einem ähnlichen Format wie im Vorjahr. Kleinere Anpassungen wurden vorgenommen, man versuchte die Serie für Zuschauer attraktiver zu machen. Jeweils ein Qualifying und Rennen am Samstag und Sonntag, wobei man beim zweiten Rennen einen Pflichtboxenstop absolvieren muss. Der Samstag brachte bereits im Zeittraining eine Audi-Dominanz hervor, Mercedes konnte noch mithalten, die BMW waren abgeschlagen im hinteren Teil des Feldes. Und so ging es auch im Rennen weiter. Edoardo Mortara zog gleich am Start davon, verfolgt von Nico Müller, ebenfalls im Audi RS5 DTM und Robert Wickens im neuen Mercedes C63 Coupe. Dahinter ging es allerdings rund. Man könnte meinen, die DTM-Fahrer ließen sich vom Rallycross-Virus infiszieren. Lediglich eine handvoll Autos kam unbeschädigt ins Ziel. Die filigranen Carbonteil an den modernen DTM-Autos spielen dabei natürlich auch eine Rolle. Immer wieder schob man sich gegenseitig an. Mortaras Sieg war nie gefährdet, Wickens schob sich auf Platz zwei und Müller wurde Dritter.

motorsport090516_08_mayAm Sonntag dann ein ganz anderes Bild. Durch die Platzierungsgewichte in der DTM für die erfolgreiche Marke, fanden sich die Audi am Sonntag im hinteren Feld wieder. BMW dagegen stand diesmal mit einer Handvoll M4 vorne. Die Poleposition holte sich allerdings ein Mercedes. Paul Di Resta stand ganz vorne, legte auch einen blitzsauberen Start hin, während Augusto Farfus im BMW nicht ganz so schnell wegkam. Mit Ausnahme der Safety-Car-Phase nach einem Crash in der ersten Runde sah die Konkurrenz den AMG-Mercedes des Briten nur aus der Ferne. Dahinter gab es wieder einige Tür-an-Tür-Duelle, die unter anderem für Matthias Ekström, Bruno Spengler und Timo Scheider mit Ausfällen endeten. Hinter Di Resta kamen die BMW M4 von Timo Glock und Augusto Farfus ins Ziel.

motorsport090516_19_mayGlock wurde aber nach dem Rennen wegen einer nicht dem Reglement entsprechenden Form des Kofferraumdeckels disqualifiziert. Seitens BMW führte man die Abweichung auf den Crash des Samstagsrennens zurück, konnte aber an der Entscheidung des Rennkommisare nichts ändern. Damit rückte Maxime Martin auf das Podest, ebenfalls mit einem BMW M4 unterwegs. In der Tabelle führt nach dem ersten Wochenende Di Resta vor Wickens und Mortara, das nächste Rennen findet bereits in zwei Wochen auf dem Red Bull Ring statt.

 

WTCC

Photo Francois Flamand / DPPI

Die Tourenwagen-Weltmeisterschaft machte in Marrakesch Station. Untypisches Regenwetter machte den Fahrern in Marokko das Leben schwer. Auf dem engen Kurs endet nahezu jeder Fehler in der Betonmauer. Im ersten Rennen gab es dann eine Ergebnis mit seltenheitswert. Tom Coronel konnte sich mit seinem privat eingesetzten Chevrolet Cruze gegen die Werksmannschaften von Citroen und Honda behaupten und hauchdünn den Sieg einfahren. Dahinter der amtierende Weltmeister Jose-Maria Lopez und Ex-Champion Yvan Muller, beide Citroen. Im Hauptrennen startete Honda Pilot Rob Huff perfekt von der Poleposition und übernahm sofort die Führung vor seinem Teamkollegen Norbert Michelisz aus Ungarn. Dahinter folgte Lopez, der aber nach einem kleinen Fehler den dritten Werks-Honda von Tiago Monteiro ziehen lassen musste. Im stärker werdenden Regen kämpfe man unerbittlich bis zum Rennende, die Positionen blieben aber unverändert. Huff konnte sich mit knappem Vorsprung ins Ziel retten und einen Honda-Dreifacherfolg anführen. In der Tabelle führt weiterhin Lopez vor Monteiro und Huff.

 

ERC

Die Rallye-Europameisterschaft startete am Wochenende die Schottersaison. Bei der Akropolis-Rallye in Griechenland war der Champion des Vorjahres, Kajetan Kajetanowicz aus Polen der große Favorit. Er fuhr auch die Meisten Bestzeiten bei dieser Rallye, sollte aber bereits nach der ersten von zwölf Sonderprüfungen nichts mehr mit dem Sieg zu tun haben. Ein harmloser Überschlag beendete alle Hoffnungen. Das Auto blieb auf dem Dach liegen, doch es waren keine Zuschauer vor Ort, die helfen konnten. So verlor der Pole über 14 Minuten, konnte zwar weiterfahren, doch es reichte am Ende nur für Rang acht. Die Überraschung der Auftaktsonderprüfung lieferte aber ein junger Lette, Ralfs Sirmacis, 21 Jahre alt, zum ersten Mal in einem Skoda Fabia R5 unterwegs, zum ersten Mal in Griechenland, und gleich mit der ersten Bestzeit. Dahinter Alexey Lukyanuk, Kajetanowicz´heißester EM-Gegner, gefolgt vom Griechen Lambros Athanassoulas. Sirmacis musste sich mit vollem Einsatz gegen die Angriffe von Lukyanuk wehren. Bis zur neunten Sonderprüfung. Der Russe tat es Kajetanowicz gleich, verlor sogar mehr als 17 Minuten. Damit war der Weg für den Letten im Fabia R5 frei, am Ende hatte er einen riesigen Vorsprung von über zwei Minuten auf Athanassoulas, Dritter wurde der Tscheche Jaromir Tarabus. Kajetanowicz führt die Europameisterschaft weiterhin vor Lukyanuk an, bevor es Anfang Juni zum „Tanz auf dem Vulkan“ auf den Azoren geht.

 

Die Vorschau

Am nächsten Wochenende geht es neben des bereits erwähnten World-RX-Laufs in Belgien auch in Österreich wieder zur Sache. Bei der Braustadt Burg Rallye (www.braustadtrallye.zwettl.at) in Zwettl geht es um Punkte in der Austrian Rallye Challenge. Am Red Bull Ring findet die Rundstreckentrophy statt. Bei freiem Eintritt für Fans können unter anderem frühere Formel-1 Boliden in der Boss GP Serie, Sports Car Challenge sowie weiter Formel- und Tourenwagencups bewundert werden.

Fotos: Robert May

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