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Diesel-Abgase: Experte bestreitet Gefahren durch Feinstaub und NO2

9. Oktober 2018
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Leben

Obgleich natürlich auch bei uns in Österreich ein großes Thema, gehen vor allem in Deutschland die Wogen in Sachen Diesel gerade wieder hoch. Zwangsweise Nachrüstungen, Fahrverbote und Umstiegsprämien sollen die Menschen dazu bringen ihre Selbstzünder – vor allem die alten – aufzugeben. Der Grund: Das Gesundheitsrisiko durch Feinstaub und NO2 soll reduziert werden. Immerhin sterben bestimmten Studien zufolge jährlich drei Millionen Menschen durch Feinstaub in der Außenluft, an dem vor allem Autos schuld seien.

Prof. Dr. Dieter Köhler sieht das anders. Der Wissenschaftler und ehemaliger Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (Lungenheilkunde) und des Verbandes Pneumologischer Kliniken ist sich sicher, dass die aktuellen Feinstaubmengen in der Außenluft tatsächlich für keinen einzigen Todesfall verantwortlich seien. Sie seien sogar nahezu ohne Bedeutung für die Gesundheit. Zigarettenrauch etwa hätte millionenfach mehr Feinstaub in sich als die Luft an einer Hauptverkehrsstraße. In Sachen NO2 wurde er in einer Rede vor der IHK Siegen sogar noch ein ganzes Stück deutlicher:

„Die NO2-Menge liegt im Rauch einer Zigarette bei rund 300.000 Mikrogramm pro Kubikmeter. Nimmt man ein Atemvolumen beim Rauchen einer Zigarette von zehn Litern an, atmet der Raucher 30.000 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft ein. Nach wenigen Tagen hätte er die gleiche Dosis erreicht wie ein Nichtraucher, der ein Leben lang die Grenzdosis von 40 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft einatmen würde. Bei einer Schachtel am Tag müssten demnach nach einigen Monaten alle Raucher alleine durch das NO2 sterben.“

Dass Rauchen nicht gerade gesund ist, braucht kaum diskutiert zu werden. Dennoch veranschaulicht dieses Raucher-Beispiel gut, dass die Studien zur Luftverschmutzung durch PKW komplett falsche Maßstäbe ansetzen. Zudem – so Köhler – werden oft zwei Entwicklungen in kausale Beziehungen gesetzt, die sich zwar im selben Maß verändern, aber keinen nachweisbaren Zusammenhang aufwiesen. Etwas spöttisch fügt er hinzu: Es sei bekannt dass sowohl die Zahl der Störche, als auch die der Neugeborenen abnehme. Das sehe ja aber auch keiner als Beweis, dass Störche die Kinder bringen. Ebenso nehme sowohl die durchschnittliche Lebenserwartung der Deutschen, als auch die Zahl der Autos zu. Trotzdem käme niemand auf die Idee, eine solch skurrile Schlussfolgerung zu fassen wie dass mehr Autos angeschafft werden müssen um länger zu leben. Feinstaub- und Dieselstudien täten aber genau das.

Auch die Medien bekommen ihr Fett weg. Sie heizten die Diskussion emotional auf. „Wir erleben, wie in anderen gesellschaftlichen Bereichen auch, eine Ideologisierung der Wissenschaft“ so Köhler.

Profilbild von Johannes Posch

Filme, Videospiele, Technik, Autos, Speis und Trank ... meine Interessen lesen sich wie das 1x1 der Männer-Klischees. Aber so bin ich nun mal. ;) Und das zeigt sich auch in meinem bisherigen Werdegang: Hotelfachschule, dann Videospieljournalist (übrigens bis heute: www.gamers.at), anschließend einige Jährchen bei einer Unternehmensberatung und Digital-Marketing Agentur und nun also hier, bei Alles Auto. Hier darf ich seit Mai 2015 die Geschicke von allem das "online & digital" ist lenken und gestalten ... und "nebenbei" natürlich der Redaktion mit Tests, Fahrberichten und mehr meinen Stempel aufdrücken. Und dabei bin ich natürlich auch immer für Anregungen offen. Fragen und vor allem Anregungen sind also jederzeit willkommen. :)

2 Kommentare

  1. Profilbild von Weuzi

    Diese erwähnte Ideologisierung der Wissenschaft findet leider schon seit geraumer Zeit in der öffentlichen Debatte statt. Erlaubt und massenweise veröffentlicht wird nur, was politisch in den Kram passt. Stichwort 100% Strom aus Wasserkraft, Windrädern und Solaranlagen, „gesunde“ E-mobilität oder eben die Abgasdebatte. Seriöse Untersuchungen wie oben oder von Prof. Hans Werner Sinn werden ganz einfach negiert oder abgekanzelt, weil sachlich, problemorientiert und damit politisch unerwünscht.

  2. Profilbild von Mozl

    Die Meinung des Herr Professor ist nur ein Beitrag mehr für die Stammtische. Es geht um die Einhaltung von gesetzlichen Grenzwerten. Über die Höhe dieser Grenzwerte kann man durchaus diskutieren. Ändern kann man sie nur, wenn man die WHO und die EU davon überzeugen kann, dass sie zu niedrig sind bzw, wie der Herr Professor meint, nicht gesundheitsschädlich.

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