Erster Test: Jeep Wrangler 4xe

16. November 2021
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Aktuelles

In den USA wird es den Wrangler unverändert mit großen Motoren und rein mechanischem Allrad geben – in Europa endet nach dem Zurückstutzen auf vier Zylinder 2018 nun auch die bisherige 4×4-Tradition. Was ausnahmsweise kein Grund zum Winseln ist – für den Erhalt der gewohnten Fähig­keiten in Sachen Offroad-Spaß und Abenteuer-Tauglichkeit wird allerhand aufgeboten. Zunächst einmal das Beibehalten der Kardanwelle, dann je ein Elektro-Motor pro Achse zusätzlich zum Turbo-Benziner. Macht zusammen 380 PS und 637 Newtonmeter Drehmoment – was den Wrangler 4xe zum bisher stärksten seiner Art auf dem europäischen Markt macht.

Zugelegt hat der Kult-Kraxler beim Variantenreichtum, mit dem die Antriebe eingesetzt werden können: Nur mit dem Verbrenner um die Batterie-Power für spätere Nutzung aufzusparen, im gemischten Hybrid-Modus oder rein elektrisch. Als Clou in allen diesen Anwendungen mit Heckantrieb, Allrad sowie mit und ohne Untersetzung. 

 

Im Gelände gibt sich der Ami, dessen Blutlinie immerhin bis zum Weltkriegs-Vehikel Willys Jeep von 1941 zurückreicht, demnach auch keine Blöße: Er kraxelt unverändert souverän über Stock & Stein, kämpft sich aberwitzige Steigungen hoch oder ackert durch Sand, Schotter und Morast, dass es ­eine echte Freude ist. Ohne das ­geringste Knarzen oder Klappern, als wäre er aus einem Guss. 

Etwas ungewohnt ist noch das lautlose Durchfahren von Forst und Flur im E-Modus, die Tierwelt wird’s aber zu schätzen wissen. Auch die Flexibilität des Erscheinungsbildes hat nicht gelitten – nach wie vor lässt sich die (allerdings nur noch in der Langversion erhältliche) Karosserie zwanglos von ­Türen, Heckklappe und Dach ­befreien oder die Frontscheibe nach vorne umklappen. Was es eben so braucht zum Spaßhaben auf allen vieren.

Die neuen Funktionen wurden dezent in die zum Glück immer noch analoge Bedien-Logik im Cockpit eingearbeitet. Tatsächlich sind es läppische vier Knöpfe, die das ganze neue Technikpaket unter dem Blech beherrschbar machen. Kombiniert wird es ausschließlich mit einer Achtgang-Automatik, die Allrad- und Untersetzungs-Funktionen steuert wie gewohnt ein massiver Hebel rechts neben deren Wählhebel.

Die rein elektrisch und damit emissionsfrei zurücklegbare Dis­tanz von 40 bis 50 Kilometern qualifiziert den Wrangler 4xe zwar nicht für die Plug-In-Kaufprämie, wegen der deutlich günstigeren NoVA-Einstufung kostet er aber dennoch um 4000 Euro weniger als der bisherige Benziner ohne Elektrifizierung in vergleichbarer Ausstattung. Die zumindest laut WLTP-Zyklus niedrigen Emissionen von nur 79 Gramm je Kilometer lassen ihn auch bei der ­motorbezogenen Versicherungssteuer mit knapp 250 Euro pro Jahr weniger davonkommen.  

Daten & Fakten

Basispreis in € ab 76.490,–
Zyl./Ventile pro Zyl. 4/4
Hubraum in ccm 1995
PS/kW bei U/min 272/200 bei 5250
Systemleistung in PS bzw. Drehmoment in Nm 380 bzw. 637
Getriebe Achtgang-Automatik
L/B/H, Radst. in mm 4882/1894/1838, 3008
Kofferraum/Tank in l 515–1505 / 54
Leergewicht in kg 2348
0–100 km/h in sec 6,5
Spitze in km/h 177 (el. 130)
WLTP-Normverbrauch in l (kombiniert) 3,5
CO2-Ausstoß in g/km 79

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