Erster Test: Suzuki Jimny

21. November 2018
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Aktuelles

Egal, ob er SJ, Samurai oder Jimny hieß: Seit 1982 zählt der kleine Kraxler von Suzuki hierzulande zu den besten Freunden von Hüttenwirten, Förstern, Jägern oder einfach Menschen, die kompakten Offroad-Spaß suchten – und sie bei ihm dank Leiterrahmen, robuster, simpler Allradtechnik mit zuschaltbarer Vorderachse und Untersetzung auch fanden.

All das bietet auch die neue Generation, die gegenüber dem Vorgänger kürzer, breiter und höher geworden ist. Äußerlich gibt sich der Jimny jetzt voll­ständig die Kante – er ist ein All­zweck­­­werkzeug fürs Gelände und darf endlich auch wieder so ausschauen. Das funktio­nelle Design mit steil stehender Front­­scheibe, senkrechten Seitenwänden und Regenrinne entlang des Dachs wirkt ein wenig wie eine Maßstabsverkleinerung vom Mercedes G – was hier unbedingt als Kompliment zu verstehen ist.

Das Kofferraumvolumen von 85 Litern ist nicht der Rede wert, 377 Liter werden es nach dem Umlegen der 1:1 geteilten Fondlehne. 1,3 Meter Ladebreite können sich sehen lassen, die seitlich angeschlagene Hecktür ist bisweilen unpraktisch.

Das Kofferraumvolumen von 85 Litern ist nicht der Rede wert, 377 Liter werden es nach dem Umlegen der 1:1 geteilten Fondlehne. 1,3 Meter Ladebreite können sich sehen lassen, die seitlich angeschlagene Hecktür ist bisweilen unpraktisch.

 

Das Diesel-Thema ist bei Suzuki generell erledigt, auch den Jimny wird es ausschließlich als Benziner geben. Der bisher oft als etwas brustschwach kritisierte 1300er ist einem 1,5 Liter zu 102 PS mit variabler Nockenwellensteuerung gewichen. Mit den knapp 1,1 Tonnen kommt er auf der Straße gut zurecht und packt mit seinen 130 Newtonmeter dank Untersetzung auch im Gelände ordentlich zu.

Mit einer elektronischen Stand­­gasregelung nimmt er selbst heftige Bergauf-Passagen pro­blemlos im ersten und somit Kriech-Gang unter die Räder. Die Lenkung ist äußerst direkt, der Wendekreis dank des Radstands von nur 2,25 Metern geradezu sensationell. Die Höchst­ge­schwin­­digkeit von 145 km/h haben wir auf der deutschen Autobahn locker überschritten – und uns gewünscht, wir hätten es nicht versucht. Aber auch bei geringerem Tempo sehnt man sich nach einem sechsten Gang, 100 km/h bei über 3000 Umdrehungen im fünften fühlen sich ein wenig angestrengt an, obwohl die Geräuschdämmung überraschend gut gelungen ist.

Mit dem rechteckig segmentierten Armaturenbrett das Außendesign gut ins Innere übertragen: viel mehr Raumgefühl und Platz als im Vorgänger und immer noch alles in Griffweite des Fahrers – selbst das Handschuhfach.

Mit dem rechteckig segmentierten Armaturenbrett das Außendesign gut ins Innere übertragen: viel mehr Raumgefühl und Platz als im Vorgänger und immer noch alles in Griffweite des Fahrers – selbst das Handschuhfach.

 

Das natürliche Habitat des Jimny bleibt der Bereich, wo Vorankommen nichts mit Tempo zu tun hat. Raumgefühl und Platzangebot haben sich deutlich verbessert, und die hintere Sitz­bank ist bequemer, als der Notsitz-Look vermuten lassen würde – obwohl die Beinfreiheit im Fond ihre Nutzung auf Geschöpfe in Jagdhund-Größe einschränkt.

Das kantige Außendesign findet auch im Innenraum seine Fortsetzung als authentisches Offroader-Layout, liebevoll mit Inbus-Schrauben Fakes aufgewertet. Der Lock-Listenpreis von 17.990 Euro lässt sich in der Topausstattung inklusive Automatik auf maximal 22.490 ­Euro hochfahren, der offizielle Verkauf startete bereits im Oktober.

Leiterrahmen, längs eingebauter Motor, manuell zuschaltbarer Allradantrieb, Gelände­untersetzung – der weniger als 3,5 Meter kurze Jminy lässt offroad keine Wünsche offen. Böschungswinkel 37 Grad vorne und 49 Grad hinten!

Leiterrahmen, längs eingebauter Motor, manuell zuschaltbarer Allradantrieb, Gelände­untersetzung – der weniger als 3,5 Meter kurze Jminy lässt offroad keine Wünsche offen. Böschungswinkel 37 Grad vorne und 49 Grad hinten!

Daten & Fakten

R4, 16V, 1462 ccm, 102 PS (75 kW) bei 6000/min, max. Drehmoment 130 Nm bei 4000/min, Fünfgang-Getriebe (Viergang-Automatik), Allradantrieb (vordere Achse manuell zuschaltbar) mit Untersetzung, Scheibenbremsen v, Trommeln h, L/B/H 3480/1645/1720 mm, Radstand 2250 mm, 4 Sitze, Wendekreis 9,8 m, Reifendimension 195/80 R 15, Tankinhalt 40 l, Kofferraum­volumen 85–377 l, Leergewicht 1090 (1110) kg, 0–100 km/h k. A., Spitze 145 (140) km/h, Normverbrauch (Stadt/außerorts/Mix) 7,7/6,2/6,8 (8,4/6,9/7,5) l ROZ 95, CO2 154 (170) g/km

Preis: € 17.990,– (20.990,–)

(Werte in Klammer für Automatik-Version)

Wie sich der neue Jimny im winterlichen Österreich so schlägt, finden wir jetzt gerade für euch heraus. Den passenden Test gibt’s im nächsten Heft! Ab 28. November im Handel!

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