Ferrari SF90 Stradale: Neues Hybrid-Flaggschiff aus Maranello

30. Mai 2019
1.226 Views
Aktuelles

Der Ferrari SF90 Stradale bringt viele „Erste Male“ für die Traditionsmarke aus Maranello mit sich: erster Hybrid-Ferrari in Serie, erstes Flaggschiff ohne V12, erster Sportwagen mit Allradantrieb. Außerdem soll er generell das erste Auto mit einem zentralen, gewölbten HD-Bildschirm als Kombi-Instrument sein.

Die Vorderachse wird voll elektrisch von zwei Elektromotoren angetrieben, die Verteilung vom Drehmoment ist dabei variabel. Das Fahren am Limit soll so einfacher uns sicherer werden. Ein weiterer E-Motor sitzt zwischen Verbrenner und 8-Gang-Doppelkupplung und treibt die Hinterachse an. Gemeinsam leisten diese elektrische 220 PS. Dazu gesellt sich mit 780 PS der stärkste, jemals von Ferrari produzierte V8, man kommt so auf die Systemleistung von 1000 PS. Der Sprint auf 100 km/h soll in 2,5 Sekunden passieren, 200 km/h sind nach 6,5 Sekunden erreicht. Dem durch die Hybrid-Einheit dazu gewonnenen Gewicht wird mit Leichtbau-Technologie aus Karbonfaser entgegengewirkt, das gesamte Fahrzeug ist mit einem innovativen Materialmix neu entwickelt worden. Auf der Aerodynamik-Seite wurde das aus der Formel 1 bekannte „Gurney Flap“ weiterentwickelt: durch den Luftstrom durch das Fahrzeug muss Ferrari nach wie vor keine Flügel einsetzten, das Auto erzeugt aber trotzdem Abtrieb. Mit einem speziellen, sportlich orientierten Paket kann dieser auf 390 kg bei 250 km/h erhöht werden. Diese Spezifikation nennt sich „Assetto Fiorano“ und bringt neben dem verbessertem Anpressdruck auch radikalere Reifen, andere Stoßdämpfer sowie Elemente aus Karbon (z.B. Unterboden) und Titan (z.B. Abgasanlage), was rund 30 Kilogramm einsparen soll.

Es lässt sich unschwer erahnen, dass Ferrari versucht hat, die technischen Schmankerl spürbar und die enorme Leistung für den Fahrer einfach und intuitiv abrufbar zu machen. Alle Systeme sollen so zusammenspielen, dass die Performance maximiert wird und das Fahrvergnügen steigt, alles unter dem Motto: „Augen auf die Straße, Hände am Lenkrad.“  Dazu gibt es ein neues Volant, neue Bedienelemente (zum Beispiel die Getriebe-Wahl in Anlehnung an die frühere, offene H-Schaltung) und ein Headup-Display.

Und schließlich das Design: Ferrari will die historischen Aspekte mit modernen vereinen, nicht selten hört man von den Italienern den Terminus „Raumschiff“. Viele Details erinnern mittlerweile nicht mehr an jene, die vor rund 20 Jahren mit der Generation 360 Modena eingeführt wurden, die Anforderungen haben sich laut Ferrari geändert. Eine große Anzahl an Elementen, wie zum Beispiel die Hecklichter, sind neu interpretiert worden. Auffallend ist auch die relativ weit vorne im Auto befindliche Fahrgastzelle sowie die ziemlich zerklüftete Front.

Interessant ist, dass Ferrari im SF90 nun Kompetenzen bündelt, die man sich in anderen Fahrzeugen bereits erworben hat: der Ferrari FF war das erste allradgetrieben Fahrzeug aus Maranello und wurde mittlerweile durch den Ferrari GTC4Lusso ersetzt, Hybrid-Erfahrung sammelte man bereits im limitierten, 963 PS starken La Ferrari, den es auch als offenen Aperta gab.

Der Name spielt übrigens auf den 90. Jahrestag der Gründung der Scuderia Ferrari an, wird aber auch vom aktullen F1-Boliden getragen, der ebenso auf den Namen SF90 hört. Man kann Ferrari nur die Daumen drücken, dass der Marktstart des Serienfahrzeuges reibungsloser verläuft, also die Formel-1-Saison bisher.

Sei der Erste der abstimmt.

Kommentar abgeben