Großer Test: Ford Kuga 2,0 EcoBlue Hybrid

19. Juni 2020
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Ford
Klasse:Geländewagen/SUV
Antrieb:Vorderrad
Treibstoff:Diesel
Leistung:150 PS
Testverbrauch:5,9 l/100km
Modelljahr:2020
Grundpreis:40.026 Euro

Ford scheint es mit der Verjüngungskur seines Pkw-Angebots ernst zu meinen: Die Kölner schicken mit dem neuen Kuga kurz nach der letzten SUV-Premiere (der kleinere, ebenso taufrische Puma trat im letzten Heft zum Vergleichstest an) die nächste Hochbau-Variante in den Ring. Optisch hat sich im Vergleich zum etwas kleineren Vorgänger ziemlich viel getan, Ecken und Kanten sind zu Gunsten einer fließenderen Form gewichen. 

Da die Erfüllung der EU-Flottenziele in Sachen CO2-Emis­sion ganz oben auf der Priori­tätenliste steht, soll es bis Ende nächsten Jahres ganze 18 elektrifizierte Modelle von Ford geben, was natürlich auch beim neuen Kuga Auswirkungen hat: Neben zwei Dreizylinder Ben­zinern mit 120 und 150 PS wird es gegen Ende 2020 einen Plug-In-Hybrid mit zweieinhalb Liter Hubraum sowie einer Systemleistung von 225 PS geben – rein elektrisch sollen laut Hersteller 56 Kilometer Reichweite ­drin sein. Bei den Selbstzündern gibt es zwei herkömmliche Aggre­gate mit 120 und 190 PS (Letzte­res nur in Kombination mit Allrad und Automatik) sowie einen mildhy­bridisierten Zweiliter-Diesel mit 150 PS, der hier zum Test antritt.

Die Besonderheit des zart elektrifizierten Antriebs: Im Vergleich zu so manchem Konkurrenten gibt das integrierte 48 Volt-System bei niedrigen Drehzahlen spürbar Drehmoment und Leistung ab, was den Motor vom Stand weg richtig bullig wirken lässt. Zum ­Fahrvergnügen trägt auch das Sechsgang-Schalt­­ge­triebe bei, mit dem es regelrecht Spaß macht, selbst Gänge zu wechseln. Weiterer netter Ne­­ben­effekt der Hybridisierung: Der Test-Verbrauch ist mehr als in Ordnung, das Start/Stopp-System arbeitet flink und nervt so weniger als sonst.

Im Innenraum warten wenig Überraschungen, denn die Fahrer-Umgebung erinnert beinahe unverschämt stark an die Plattform-Basis Focus. Das bedeutet zwar per se nichts Schlechtes, man könnte sich angesichts der Fahrzeugklasse aber schon etwas mehr erwarten. So wirkt der Multimedia-Bildschirm schon fast etwas verloren angesichts der großzügigen Platzverhältnisse – vor allem im Fond sitzt man wie ein König, zudem sind die Rücksitze im Verhältnis 2:1 voll variabel verstellbar.

Der neue Kuga ist also nicht nur in Sachen Antrieb fein gera­ten, sondern auch in puncto Nutzwert verbessert worden. Da kann man ihm gerne verzeihen, dass hier und da bei den Materialien gespart wurde und er innen doch sehr an seine ­kleineren Geschwister erinnert.  

Motor & Getriebe – Kultivierter und laufruhiger Vierzylinder-Diesel, dank E-Boost schon weit unter 2000 Touren mit ordentlich Druck. Gute Geräuschdämmung. Knackige Sechsgang-Box mit exakten Schaltwegen.

Fahrwerk & Traktion – Gute Mischung aus Komfort und etwas Sportlichkeit, sehr angenehm auf der Autobahn. In Kurven mittelmäßig fahraktiv, dafür dank früh und sanft einsetzendem ESP sehr sicher. Viel Traktion auf trockener Piste, für „echte“ SUV-Nutzer gibt es einen ­eigenen Fahrmodus zum Beispiel für rutschiges Terrain und für tiefen Schnee. Ausreichend feinfühlige und direkte Lenkung, Bremsanlage ohne Schwächen.

Bedienung & Multimedia – Die hohe Sitzposition ermöglicht gute Sicht auf die Straße, die Rundumsicht ist allerdings etwas eingeschränkt (Rückfahrkamera gegen Aufpreis). Mittelmäßiges Gestühl ohne besonders viel Seitenhalt. Sehr gelungene Ergonomie. Das Multimedia-System ist schnell durchschaut und über Touchscreen, Drehregler und Knöpfe sowie Sprachsteuerung einfach zu bedienen. Etwas unübersichtliche und wenig individualisierbare Digital-Instrumente. Viele Ablagen, große ­Fläche für induktives Handyladen. Volle Smartphone-Anbindung.

Innen- & Kofferraum – Richtig gute Platzverhältnisse in beiden Reihen, vor allem die Kopffreiheit kann überzeugen. Brauchbarer Kofferraum mit SUV-typisch hoher Ladekante. Kuga-Plus in allen Ausstattungs-Varianten: Die Fondlehnen sind 2:1 verstell- und umlegbar (stets weitgehend ebene Ladefläche), die Sitze lassen sich im selben Verhältnis verschieben. Allerdings gibt es keine Ski-Durchreiche. Filigran wirkende Aufhängung für die Kofferraumabdeckung.

Dran & Drin – Solide Serien-Mitgift: Einparkhilfe rundum, Klimaanlage, 8 Zoll-Touchscreen, DAB-Tuner und induktives Handyladen bereits in der Basis, beim 150 PS-Diesel in der „ST-Line X“ neben sportlich-edler Optik außen (z. B. 18-Zöller, abgedunkelte Fondscheiben) auch noch Sportsitze mit Leder/Alcantara-Polsterung, Zweizonen-Klimaautomatik, Navigation, B&O-Sound und schlüsselloser Zugang. Mehr ­Ausstattung gibt es in sinnvoll gebündelten und fair bepreisten Paketen. Verarbei­tung und Material-Wahl gehen bis auf die Verkleidung der ­Fond-Türen in Ordnung. Diesel, Allrad und Automatik nur in Kombination mit 190 PS (über 6000 Euro Aufpreis).

Schutz & Sicherheit – Durchschnittliches Airbag-Aufgebot, dazu ein paar Assistenzsysteme, mit dem Fahrassistenz-Paket um vernünftiges Geld aufzurüsten. LED-Scheinwerfer erst in den oberen drei Ausstattungslinien verfügbar. 

Preis & Kosten – Der VW Tiguan ist de facto gleich bepreist, die größeren Seat Tarraco und Skoda Kodiaq sind teurer. Opels Grandland X ist im Vergleich billiger, aber auch etwas schwächer. Durch Händler-Rabatt und Marketing-Bonus ist der Kuga momentan um fast 8000 Euro billiger im Vergleich zum Listenpreis. Niedriger Test-Verbrauch. Sehr dichtes Werkstatt-Netz, fünf Jahre Garantie. Mit guten Wiederverkaufs-Chancen ist zu rechnen.

Zweckmäßiges Kuga-Cockpit mit bewährter Ergonomie aus dem Focus. Die ST-Line X bringt rote Nähte und Zierleisten im Kohlefaser-Look.

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Ford scheint es mit der Verjüngungskur seines Pkw-Angebots ernst zu meinen: Die Kölner schicken mit dem neuen Kuga kurz nach der letzten SUV-Premiere (der kleinere, ebenso taufrische Puma trat im letzten Heft zum Vergleichstest an) die nächste Hochbau-Variante in den Ring. Optisch hat sich im Vergleich zum etwas kleineren Vorgänger ziemlich viel getan, Ecken und Kanten sind zu Gunsten einer fließenderen Form gewichen.  Da die Erfüllung der EU-Flottenziele in Sachen CO2-Emis­sion ganz oben auf der Priori­tätenliste steht, soll es bis Ende nächsten Jahres ganze 18 elektrifizierte Modelle von Ford geben, was natürlich auch beim neuen Kuga Auswirkungen hat: Neben zwei Dreizylinder Ben­zinern mit 120 und 150 PS wird es gegen Ende 2020 einen Plug-In-Hybrid mit zweieinhalb Liter Hubraum sowie einer Systemleistung von 225 PS geben – rein elektrisch sollen laut Hersteller 56 Kilometer Reichweite ­drin sein. Bei den Selbstzündern gibt es zwei herkömmliche Aggre­gate mit 120 und 190 PS (Letzte­res nur in Kombination mit Allrad und Automatik) sowie einen mildhy­bridisierten Zweiliter-Diesel mit 150 PS, der hier zum Test antritt. Die Besonderheit des zart elektrifizierten Antriebs: Im Vergleich zu so manchem Konkurrenten gibt das integrierte 48 Volt-System bei niedrigen Drehzahlen spürbar Drehmoment und Leistung ab, was den Motor vom Stand weg richtig bullig wirken lässt. Zum ­Fahrvergnügen trägt auch das Sechsgang-Schalt­­ge­triebe bei, mit dem es regelrecht Spaß macht, selbst Gänge zu wechseln. Weiterer netter Ne­­ben­effekt der Hybridisierung: Der Test-Verbrauch ist mehr als in Ordnung, das Start/Stopp-System arbeitet flink und nervt so weniger als sonst. Im Innenraum warten wenig Überraschungen, denn die Fahrer-Umgebung erinnert beinahe unverschämt stark an die Plattform-Basis Focus. Das bedeutet zwar per se nichts Schlechtes, man könnte sich angesichts der Fahrzeugklasse aber schon etwas mehr erwarten. So wirkt der Multimedia-Bildschirm schon fast etwas verloren angesichts der großzügigen Platzverhältnisse – vor allem im Fond sitzt man wie ein König, zudem sind die Rücksitze im Verhältnis 2:1 voll variabel verstellbar. Der neue Kuga ist also nicht nur in Sachen Antrieb fein gera­ten, sondern auch in puncto Nutzwert verbessert worden. Da kann man ihm gerne verzeihen, dass hier und da bei den Materialien gespart wurde und er innen doch sehr an seine ­kleineren Geschwister erinnert.  [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"]Motor & Getriebe - Kultivierter und laufruhiger Vierzylinder-Diesel, dank E-Boost schon weit unter 2000 Touren mit ordentlich Druck. Gute Geräuschdämmung. Knackige Sechsgang-Box mit exakten Schaltwegen. Fahrwerk & Traktion - Gute Mischung aus Komfort und etwas Sportlichkeit, sehr angenehm auf der Autobahn. In Kurven mittelmäßig fahraktiv, dafür dank früh und sanft einsetzendem ESP sehr sicher. Viel Traktion auf trockener Piste, für „echte“ SUV-Nutzer gibt es einen ­eigenen Fahrmodus zum Beispiel für rutschiges Terrain und für tiefen Schnee. Ausreichend feinfühlige und direkte Lenkung, Bremsanlage ohne Schwächen. Bedienung & Multimedia - Die hohe Sitzposition ermöglicht gute Sicht auf die Straße, die Rundumsicht ist allerdings etwas eingeschränkt (Rückfahrkamera gegen Aufpreis). Mittelmäßiges Gestühl ohne besonders viel Seitenhalt. Sehr gelungene Ergonomie. Das Multimedia-System ist schnell durchschaut und über Touchscreen, Drehregler und Knöpfe sowie Sprachsteuerung einfach zu bedienen. Etwas unübersichtliche und wenig individualisierbare Digital-Instrumente. Viele Ablagen, große ­Fläche für induktives Handyladen. Volle…

7.4

FAZIT

Modernes und Altbewährtes verschmolzen zu einem soliden Familien-SUV.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Bedienung & Multimedia
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Preis & Kosten
User-Wertung : Keine Bewertungen bisher!
7

R4, 16V, 1997 ccm, 150 PS (110 kW) bei 3500/min, max. Drehmoment 370 Nm bei 2000/min, Sechsgang-Getriebe, Vorderradantrieb, Scheibenbremsen v/h (v bel.), L/B/H 4628/1883/1666 mm, Radstand 2710 mm, 5 Sitze, Wendekreis 11,9 m, Reifendimension 225/60 R 18 (Testwagen-Bereifung Pirelli Scorpion Winter 225/55 R19), Tankinhalt 54 l, Reichweite 915 km, Kofferraumvolumen 435–1534 l, Leergewicht 1610 kg, zul. Ge­samtgewicht 2155 kg, max. Anh.-Last 1900 kg, 0–100 km/h 9,6 sec, 60–100 km/h (im 4./5. Gang) 6,1/9,2 sec, Spitze 194 km/h, Steuer (jährl.) € 649,44, Werkstätten in Österreich 189, Service alle 20.000 km (mind. 1x/Jahr), WLTP-Normverbrauch kombiniert 5,1 l, Testverbrauch 5,9 l Diesel, CO2 (Norm/Test) 135/155 g/km

Front- und vordere Seiten­airbags, durchgehende Kopfairbag-Vorhänge, Spurhalte- und Brems-Assistent, Auffahr-Warner, Müdigkeits-Warner, LED-Scheinwerfer inkl. Fernlichtassistent, Licht- und Regensensor, Innenspiegel aut. abblend., el. klappb. ­Außenspiegel, Digital-Instrumente, Navigation, 8 Zoll Touchscreen-Multimediasystem mit USB-Slot und 6 LS, DAB-Tuner, B&O-Sound, WLAN-Hotspot, Apple CarPlay & Android Auto, induktives Handyladen, Sportsitze, Leder/Alcantara-Polsterung, Zweizonen-Klimaautomatik, E-Parkbremse, Tempomat, Einparkhilfe v/h, schlüsselloser Zugang, Sportfahrwerk, 18 Zoll-Aluräder, abgedunkelte Fondscheiben etc.

Fahrassistenz-Paket (Abstandsregel-Tempomat mit Stop & Go-Funktion, Toterwinkel- Assistent, Verkehrszeichen-Erkennung, Ausweich-Assistent, Einpark-Assistent, Türkantenschutz etc.) € 1613,–, Technologie-Paket (adaptive LED-Scheinwerfer, Headup-Display etc.) € 655,–, Winter-Paket (heizbare Sitze v+h, heizb. Windschutzscheibe, Lenkrad-Heizung) € 806,–, E-Fahrersitz € 303,–, Panorama-Glasschiebedach € 1311,–, E-Heckklappe mit Kick-Funktion € 505,–, ­Metallic- Lack ab € 655,– etc.

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