Großer Test: Renault Arkana E-TECH Hybrid 145 R.S. Line

26. November 2021
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Renault
Klasse:Geländewagen/SUV
Antrieb:Vorderrad
Treibstoff:Benzin
Leistung:143 PS
Testverbrauch:5,5 l/100km
Modelljahr:2021
Grundpreis:35.090 Euro

Arcana bedeutet aus dem Lateinischen übersetzt die Mehrzahl von Geheimnis – ein solches macht Renaults neuester Wurf freilich nicht um seine Bestimmung: Als kompakter SUV mit Coupé-hafter Linie kombiniert er gängige Karosserie-Trends, dazu passt als Zeichen der Zeit die getestete Hybrid-Variante. Alternativ gäbe es noch zwei mild elektrifizierte Turbo-Benziner, Diesel oder Schaltgetriebe finden sich nicht in der Palette. 

Seine Bau-Basis Captur übertrifft der Arkana in der Länge um satte 34 Zentimeter, das Radstands-Plus beträgt acht Zentimeter. Dazu ist der Coupé-Bruder etwas breiter und niedriger. Was das fürs Raumangebot bedeutet? Vorne wie hinten gibt es deutlich mehr Ellbogenfreiheit, im Fond zwickt es auch hier Passagiere ab etwa 1,85 Meter. Deutlich voluminöser ist der Basis-Kofferraum des Arkana, beim Maximal-Wert verspielt er diesen Vor­­­sprung durch die sportlich schräge Dachlinie. 

Die Hybrid-Variante kostet 1500 Euro Aufpreis gegenüber dem nominell gleich starken Benziner, der dank Turbo-Aufladung freilich spritziger agiert. Doch der Sauger geht im Verbund mit dem E-Motor überraschend bullig ans Werk, zumindest bis zum heimischen Autobahn-Limit – jenseits dessen ist es auch mit dem Verbrauchs-Vorteil vorbei. Je nach Einsatz genehmigt sich der E-TECH ein bis zwei Liter weniger auf 100 Kilometer, dazu spart man dank null Prozent NoVA bei jedem Extra – und jährlich über 400 Euro bei der Kfz-Steuer.

Kein Wunder, dass Renault beim Arkana mit einem hohen Hybrid-Anteil rechnet. Die beliebteste Ausstattungsversion soll übrigens die getestete R.S. Line werden, die sportliche Top-Mitgift überzeugt mit netten und hochwertig anmutenden Details, Stichwort Carbonlook-Dekor, Stichwort Alcantara/Leder-Polsterung, Stichwort Alu-Pedale, Stichwort rote Nähte.  

Dazu gibt es im Vergleich zur 4500 Euro billigeren Basis-Ausstattung neben dem erwähnten Aufputz viele nette Features, etwa Sitz- und Lenkrad-Heizung, Navi, 18-Zöller, Adaptiv-Tempomat, Einpark-Automatik, E-Sitzverstellung, digitale Instrumente, elektrische Parkbremse mit Auto Hold-Funktion sowie induktives Handyladen.

Selbst wenn alle Extras dazubestellt werden, kommen Käufer deutlich unter 40.000 Euro weg – und erhalten dafür ein Auto, das spürbar teurer wirkt. So könnte man in der Seitenansicht durchaus meinen, vor einem BMW X4 zu stehen.

Motor & Getriebe – Der nicht unkultivierte, aber brustschwache Saug-Benziner erhält vom kleinen E-Motor sowie einem Startergenerator genug Punch, um den Kompakt-SUV bis Autobahntempo relativ souverän voranzutreiben, das ausgeklügelte Automatik-Getriebe hält die Drehzahl meist im optimalen Bereich. Keine manuellen Eingriffe möglich, es gibt nur einen B-Modus für mehr Motorbremse und Rekupe­ration.

Fahrwerk & Traktion – Eher straff abgestimmt, dennoch nicht unkomfortabel und spürbare, wenn auch erträgliche Seitenneigung in flotten Kurven – in diesen untersteuert der Arkana selbstabbremsend, das Heck bleibt beim Gaswegnehmen stabil. Keine Traktions-Probleme auf trockener Fahrbahn. Bremsen kräftig, doch (Stichwort Reku­peration) nicht ganz fein zu dosieren. Lenkung etwas teigig, aber nicht indirekt.

Bedienung & Multimedia – Sitzposition OK, Schenkelauflage leider nicht neigungsverstellbar, Polsterung und Seitenhalt der Möbel mittelmäßig. Durchwegs einfach Bedienung mit einigen echten Knöpfen und Schaltern, die gut platziert sind. Multimediasystem und Bordcomputer-Steuerung über Lenkrad-Tasten recht einfach zu durchschauen. Sprachsteuerung bestenfalls Durchschnitt. Fein: zwei USB-Stecker pro Sitzreihe, induktives Handyladen, volle Smartphone-Integration. Praktisch: vier One Touch-Fensterheber, E-Parkbremse mit Auto Hold-Funktion, schlüssel­loser Zugang ohne Taste-Drücken am Türgriff. Übersicht nach (schräg) hinten mies, Rückfahrkamera zum Glück Serie. 

Innen- & Kofferraum – Vorne viel Platz, im Fond wird es nur für Kopf & Knie von Großgewachsenen etwas eng, dort stört auch die geringe Schenkelauflage. Kofferraum-Grundvolumen durchaus üppig (33 Liter weniger durch Hybrid-Batterie), dank doppeltem Boden keine Stufe nach Umlegen der 2:1-Fondlehne, Fläche dann aber nicht ganz eben. Störend beim Einladen: Heckklappe relativ schwer, Ladekante relativ hoch. 

Dran & Drin – In der sportlichen Topausstattung durchaus üppig bestückt, Sitz- und Lenkrad Heizung sowie Navi sind ebenso aufpreisfrei wie ­Leder/ Alcantara-Polsterung, E-Sitzverstellung oder schlüsselloser Zugang. Relativ wenig Extras, dank null NoVA sind diese nicht zu teuer. Angenehme Materialien bei der R.S. Line, ­sauber & solide verarbeitet.

Schutz & Sicherheit – Normales Airbag-Aufkommen, dafür sind fast alle klassenüblichen Assistenzsysteme an Bord – der Abstandsregel-Tempomat lässt sich gegen 480 Euro Aufpreis um ein Stop & Go-System (bremst Fahrzeug bis zum Stillstand ab und fährt bei Bedarf innerhalb von drei Sekunden wieder automatisch an) sowie einen Spurführungs-Assistent erweitern. Fünf Sterne beim Euro-NCAP-Crashtest.

Preis & Kosten – Als Kompakt-SUV im Coupé-Look mit vernünftigem Motor konkurrenzlos, die kleineren Cupra Formentor und vor allem Audi Q3 Sportback sowie BMW X2 sind als potentere Plug-In deutlich teurer und schlechter bestückt. Fein: vier Jahre Garantie bis 100.000 Kilometer (Verlängerung auf bis zu sechs Jahre optional möglich), lange Service-Intervalle, sparsamer Verbrauch, sehr günstige Kfz-Steuer. Werthaltung vermutlich besser als bei den Marken-Geschwistern. 

Bei der R.S. Line wird das Cockpit mit roten Nähten sowie Einlagen im Carbon-Look aufgehübscht, Leder/Alcantara-Polsterung gibt es obendrein – dazu einen E-Shifter, also einen Wählhebel ohne mechanische Verbindung zum Antrieb.

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Arcana bedeutet aus dem Lateinischen übersetzt die Mehrzahl von Geheimnis – ein solches macht Renaults neuester Wurf freilich nicht um seine Bestimmung: Als kompakter SUV mit Coupé-hafter Linie kombiniert er gängige Karosserie-Trends, dazu passt als Zeichen der Zeit die getestete Hybrid-Variante. Alternativ gäbe es noch zwei mild elektrifizierte Turbo-Benziner, Diesel oder Schaltgetriebe finden sich nicht in der Palette.  Seine Bau-Basis Captur übertrifft der Arkana in der Länge um satte 34 Zentimeter, das Radstands-Plus beträgt acht Zentimeter. Dazu ist der Coupé-Bruder etwas breiter und niedriger. Was das fürs Raumangebot bedeutet? Vorne wie hinten gibt es deutlich mehr Ellbogenfreiheit, im Fond zwickt es auch hier Passagiere ab etwa 1,85 Meter. Deutlich voluminöser ist der Basis-Kofferraum des Arkana, beim Maximal-Wert verspielt er diesen Vor­­­sprung durch die sportlich schräge Dachlinie.  Die Hybrid-Variante kostet 1500 Euro Aufpreis gegenüber dem nominell gleich starken Benziner, der dank Turbo-Aufladung freilich spritziger agiert. Doch der Sauger geht im Verbund mit dem E-Motor überraschend bullig ans Werk, zumindest bis zum heimischen Autobahn-Limit – jenseits dessen ist es auch mit dem Verbrauchs-Vorteil vorbei. Je nach Einsatz genehmigt sich der E-TECH ein bis zwei Liter weniger auf 100 Kilometer, dazu spart man dank null Prozent NoVA bei jedem Extra – und jährlich über 400 Euro bei der Kfz-Steuer. Kein Wunder, dass Renault beim Arkana mit einem hohen Hybrid-Anteil rechnet. Die beliebteste Ausstattungsversion soll übrigens die getestete R.S. Line werden, die sportliche Top-Mitgift überzeugt mit netten und hochwertig anmutenden Details, Stichwort Carbonlook-Dekor, Stichwort Alcantara/Leder-Polsterung, Stichwort Alu-Pedale, Stichwort rote Nähte.   Dazu gibt es im Vergleich zur 4500 Euro billigeren Basis-Ausstattung neben dem erwähnten Aufputz viele nette Features, etwa Sitz- und Lenkrad-Heizung, Navi, 18-Zöller, Adaptiv-Tempomat, Einpark-Automatik, E-Sitzverstellung, digitale Instrumente, elektrische Parkbremse mit Auto Hold-Funktion sowie induktives Handyladen. Selbst wenn alle Extras dazubestellt werden, kommen Käufer deutlich unter 40.000 Euro weg – und erhalten dafür ein Auto, das spürbar teurer wirkt. So könnte man in der Seitenansicht durchaus meinen, vor einem BMW X4 zu stehen.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"]Motor & Getriebe - Der nicht unkultivierte, aber brustschwache Saug-Benziner erhält vom kleinen E-Motor sowie einem Startergenerator genug Punch, um den Kompakt-SUV bis Autobahntempo relativ souverän voranzutreiben, das ausgeklügelte Automatik-Getriebe hält die Drehzahl meist im optimalen Bereich. Keine manuellen Eingriffe möglich, es gibt nur einen B-Modus für mehr Motorbremse und Rekupe­ration. Fahrwerk & Traktion - Eher straff abgestimmt, dennoch nicht unkomfortabel und spürbare, wenn auch erträgliche Seitenneigung in flotten Kurven – in diesen untersteuert der Arkana selbstabbremsend, das Heck bleibt beim Gaswegnehmen stabil. Keine Traktions-Probleme auf trockener Fahrbahn. Bremsen kräftig, doch (Stichwort Reku­peration) nicht ganz fein zu dosieren. Lenkung etwas teigig, aber nicht indirekt. Bedienung & Multimedia - Sitzposition OK, Schenkelauflage leider nicht neigungsverstellbar, Polsterung und Seitenhalt der Möbel mittelmäßig. Durchwegs einfach Bedienung mit einigen echten Knöpfen und Schaltern, die gut platziert sind. Multimediasystem und Bordcomputer-Steuerung über Lenkrad-Tasten recht einfach zu durchschauen. Sprachsteuerung bestenfalls Durchschnitt. Fein: zwei USB-Stecker pro Sitzreihe, induktives Handyladen, volle Smartphone-Integration. Praktisch: vier One Touch-Fensterheber, E-Parkbremse mit Auto Hold-Funktion, schlüssel­loser Zugang ohne Taste-Drücken am Türgriff. Übersicht nach (schräg) hinten mies, Rückfahrkamera zum Glück Serie.  Innen- &…

7.4

FAZIT

Kompakt-SUV im trendigen Coupé-Format mit sparsamem Antrieb und fast familientauglichem Raumangebot.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Bedienung & Multimedia
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Preis & Kosten
User-Wertung : Keine Bewertungen bisher!
7

R4, 16V, 1598 ccm, 94 PS (69 kW) bei 5600/min, max. Drehmoment 148 Nm bei 3600/min, E-Motor 49 PS (36 kW) bzw. Startergenerator 20 PS (15 kW) bzw. 50 Nm, Systemleistung 143 PS (105 kW) bzw. 205 Nm, Akku 1,2 kWh, 2+4-Gang-Automatik, Vorderradantrieb, Scheibenbremsen v/h (v bel.), L/B/H 4568/1820/ 1571 mm, Radstand 2720 mm, 5 Sitze, Wendekreis 11,3 m, Reifendimension 215/55 R 18, Tankinhalt 50 l, Reichweite 910 km, Kofferraumvolumen 485–1296 l, Leergewicht (EU) 1510 kg, zul. Gesamtgewicht 1961 kg, max. Anh.-Last 760 kg, 0–100 km/h 10,8 sec, Spitze 172 (el. 75) km/h, Steuer (jährl.) € 95,04, Werkstätten in Österreich 157, Service alle 30.000 km (mind. alle 2 Jahre), WLTP-Normverbrauch kombiniert 5,0 l, Testverbrauch 5,5 l ROZ 95, CO2 (Norm/Test) 112/127 g/km 

sechs Airbags, Not­brems­assistent mit Fußgänger-Erkennung, Spurhalte-Warner und -Assistent, Toterwinkel-Warner, LED-Scheinwerfer mit Fernlicht-Automatik, Verkehrszeichen-Erkennung, Abstandsregel-Tempomat, Klimaautomatik, schlüsselloser Zugang, digitale Instrumente, Multimediasystem mit 9,3 Zoll-Touchscreen sowie DAB-Tuner und Bedien-Satellit am Lenkrad sowie 6 LS, Navigation, Android Auto & Apple CarPlay, Vordersitze höhenverstellbar, Licht- und Regensensor, Innen- und Außenspiegel aut. abblendend, vier E-Fensterheber, el. verstell-, beheiz- und klappbare Außenspiegel, Alcantara/Lederpolsterung, el. verstell- und beheizbare Vordersitze, Lenkrad-Heizung, 18 Zoll-Alufelgen, abgedunkelte Fondscheiben, E-Parkbremse mit Auto Hold, Einparkhilfe v/h, Einpark-Automatik, Rückfahrkamera, induktives Handyladen etc.

Metallic-Lack ab € 720,–, schwarzes Dach € 480,–, Spurführungs-Assistent plus Stop & Go-Funktion für Abstandsregel-Tempomat € 480,–, el. Glas-Schiebedach
€ 960,– etc.

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