Großer Test: Skoda Enyaq iV 80

15. Oktober 2021
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Skoda
Klasse:Geländewagen/SUV
Antrieb:Hinterrad
Treibstoff:Elektro
Leistung:204 PS
Testverbrauch:20,5 kWh/100km
Modelljahr:2021
Grundpreis:46.470 Euro

Zugegeben, so stylisch wie die über viele Monate gezeigte Studie Vision iV wirkt der Enyaq nicht, doch Skodas jüngstes Kind ist mit Sicherheit optisch das frischeste und interessanteste ­Auto in der Palette der Tschechen. Und dabei dennoch massentauglich gezeichnet.

Zur Größeneinordnung: Von den Außenabmessungen und vom Passagier-Platzangebot her erreicht der Strom-SUV fast das Niveau des (bis zu ­siebensitzigen) Bruders Kodiaq, beim Kofferraumvolumen tendiert er eher Richtung kleinerer Karoq. In jedem Fall ist der Enyaq ein absolut familientaugliches Auto.

Zum Test bei uns trat der Elektriker in der stärkeren Version (204 statt 180 PS) an, die auch eine größere Batterie (77 statt 58 kWh) mitbringt – zu dieser Variante werden laut Importeur rund 80 Prozent der Kunden greifen. Der Mehrpreis lautet 6410 Euro, dabei inkludiert sind freilich der variable Ladeboden, Parksensoren auch vorne und eine Rückfahrkamera. 

Kein schlechtes Angebot also, der Enyaq ist zwar etwas teurer als der Plattform-Bruder VW ID.4, dafür aber auch besser ausge­stat­tet. Und er bietet im Vergleich zum Wolfsburger nicht nur die größere Menge an Extras, sondern auch ein etwas hochwer­ti­geres Ambiente – und eine Spur mehr Platz für Passagiere wie Gepäck.

Den optional erhältlichen Allrad (samt zweitem Motor und Upgrade auf 265 oder 300 PS) kann man sich im Grunde sparen, die Traktion des Hecktrieblers ist gut genug – auch die Beschleunigung gefällt, zumindest bis Autobahn-Tempo. Und in Sachen Reichweite bekommt man beim zweiradgetriebenen iV 80 den Enyaq mit dem größten Aktionsradius: Im Praxistest bei sommerlichen Temperaturen kamen wir auf 375 Kilometer – auch hier ließ der Skoda sein VW-Pendant hinter sich.  

Unbedingt empfehlenswert ist das optionale Adaptiv-Fahrwerk, damit lässt sich der Enyaq auch komfortabel bewegen, die feine Progressivlenkung samt Dreispeichen-Volant ist im Aufpreis von 946 Euro ebenfalls inkludiert. Derart bestückt steuert man den leisen E-SUV präzise und direkt, dank tief platzierten Batterien liegt der Wagen satt auf der Straße. Bloß in schnellen Kurven spürt man das hohe Gewicht des Tschechen –der Akku allein wiegt schon 500 Kilo.

Apropos Akku: Gegen 526 Euro Aufpreis lässt er sich statt mit 50 kWh Gleichstrom sogar mit 125 kWh laden, in erträglichen 38 Minuten schafft man damit die 0-auf-80-Prozent. Und das ist bei einem alltagstauglichen Elektroauto mindestens so wichtig wie eine gute Beschleunigung von 0-auf-100 km/h.

Motor & Getriebe – Kräftiger, aber nicht brutaler Schub, alles funktioniert sehr leise. Die Rekuperation erfolgt automatisch (und das sehr gut) oder via Lenkrad-Wipptasten manuell (vierstufig) einstellbar. 

Fahrwerk & Traktion – Die adaptiven Dämpfer sind eine empfehlenswerte Option, damit weite Spreizung zwischen komfortabel und erträglich straff. Die damit verbundene Progressivlenkung agiert direkt und präzise, etwas Rückmeldung geht freilich ab. In flotten Kurven ob des ho­­hen Gewichts frühes Untersteuern, wer dabei vom Gas geht, erntet keine bösen Überraschungen. Trotz Trommeln hinten sehr gute Bremsleistung. Traktion praktisch nie ein Problem. 

Bedienung & Multimedia – Sehr gute Sitzposition. Fast alle Sekundär-Features steuert man über den großen Touchscreen – das System ist recht flott durchschaut und nur stellenweise kompliziert. Darunter gibt es eine Leiste mit echten Knöpfen für ein paar Grund-Funktionen. Fein: Standklimatisierung via App, kleiner Wendekreis, viele Ablagen, zahlreiche nützliche „Simply Clever“-Details. Passable Sprachsteuerung, kabellose Smartphone-Integration Serie, induktives Handyladen als Extra. Rückfahrkamera zum Glück Standard. Empfehlenswert: das Headup-Display mit Augmented Reality-Einblendungen.

Innen- & Kofferraum – Viel Passagier-Platz vorne wie hinten. Kofferraum für ein E-Auto ziemlich groß, dank variablem Ladeboden (mit Fächern darunter für Kabel & Co.) keine Stufe zum Innenraum nach Umlegen der 2:1-Fondlehnen, die Fläche ist dann aber nicht ganz eben. Ski-Durchreiche und Gepäcknetze Serie, Netztrennwand für 188 Euro.

Dran & Drin – Gute Serienausstattung inklusive Lenkrad-Heizung, Navi, Rückfahr­kamera und elektrisch klappbaren Spiegeln. Viel Auswahl an ­Extras, zum Teil in interessanten Paketen. Solide Verarbeitung, angenehme Materialien, Hartplastik vor allem an Türverkleidungen.

Schutz & Sicherheit – Top in Sachen Luftpolster – weil Zentralairbag Serie und Fond-Seitenairbags gegen Aufpreis. Der passable Basis-Schutz an aktiver Sicherheit lässt sich mit dem günstigen „Travel Assistent“-Paket auf klassenübliches Niveau erhöhen.

Reichweite & Laden – Alltagstaugliche Reichweite erfahrbar. Wechselstrom zieht der Enyaq mit maximal 11 kW, eine Vollladung dauert dann siebeneinhalb Stunden (bei 7,2 kW sogar 13 Stunden). Bei 50 kW Gleichstrom sind 80 Prozent in 1:10 Stunden erreicht, bei 125 kW (Aufpreis 526 Euro) in nur 38 Minuten. Happige Extra-Posten: Wärmepumpe um 1206 Euro, Ladekabel für Haushaltssteckdose für 684 Euro.

Preis & Kosten – Der Hyundai Ioniq 5 ist etwas teurer, ebenso der deutlich stärkere Ford Mustang Mach-E – beide bieten etwas kleinere Batterien und etwas weniger Platz, aber etwas mehr Mitgift. Ausstattungsbereinigt ähnlich teuer ist der VW ID.4. Brav beim Stromverbrauch. Die zweijährige Garantie lässt sich gegen 649 Euro auf fünf Jahre oder 100.000 Kilometer erweitern (150.000 Kilometer kosten schon 1199 Euro). Fein: lange Service-Intervalle, dichtes Werkstatt-Netz.

Angenehm reduziertes Ambiente, am Mini-Monitor hinterm Lenkrad werden nur die wichtigsten Infos angezeigt wie Ladezustand, Fahrgeschwindigkeit oder Navi-Pfeile.

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Zugegeben, so stylisch wie die über viele Monate gezeigte Studie Vision iV wirkt der Enyaq nicht, doch Skodas jüngstes Kind ist mit Sicherheit optisch das frischeste und interessanteste ­Auto in der Palette der Tschechen. Und dabei dennoch massentauglich gezeichnet. Zur Größeneinordnung: Von den Außenabmessungen und vom Passagier-Platzangebot her erreicht der Strom-SUV fast das Niveau des (bis zu ­siebensitzigen) Bruders Kodiaq, beim Kofferraumvolumen tendiert er eher Richtung kleinerer Karoq. In jedem Fall ist der Enyaq ein absolut familientaugliches Auto. Zum Test bei uns trat der Elektriker in der stärkeren Version (204 statt 180 PS) an, die auch eine größere Batterie (77 statt 58 kWh) mitbringt – zu dieser Variante werden laut Importeur rund 80 Prozent der Kunden greifen. Der Mehrpreis lautet 6410 Euro, dabei inkludiert sind freilich der variable Ladeboden, Parksensoren auch vorne und eine Rückfahrkamera.  Kein schlechtes Angebot also, der Enyaq ist zwar etwas teurer als der Plattform-Bruder VW ID.4, dafür aber auch besser ausge­stat­tet. Und er bietet im Vergleich zum Wolfsburger nicht nur die größere Menge an Extras, sondern auch ein etwas hochwer­ti­geres Ambiente – und eine Spur mehr Platz für Passagiere wie Gepäck. Den optional erhältlichen Allrad (samt zweitem Motor und Upgrade auf 265 oder 300 PS) kann man sich im Grunde sparen, die Traktion des Hecktrieblers ist gut genug – auch die Beschleunigung gefällt, zumindest bis Autobahn-Tempo. Und in Sachen Reichweite bekommt man beim zweiradgetriebenen iV 80 den Enyaq mit dem größten Aktionsradius: Im Praxistest bei sommerlichen Temperaturen kamen wir auf 375 Kilometer – auch hier ließ der Skoda sein VW-Pendant hinter sich.   Unbedingt empfehlenswert ist das optionale Adaptiv-Fahrwerk, damit lässt sich der Enyaq auch komfortabel bewegen, die feine Progressivlenkung samt Dreispeichen-Volant ist im Aufpreis von 946 Euro ebenfalls inkludiert. Derart bestückt steuert man den leisen E-SUV präzise und direkt, dank tief platzierten Batterien liegt der Wagen satt auf der Straße. Bloß in schnellen Kurven spürt man das hohe Gewicht des Tschechen –der Akku allein wiegt schon 500 Kilo. Apropos Akku: Gegen 526 Euro Aufpreis lässt er sich statt mit 50 kWh Gleichstrom sogar mit 125 kWh laden, in erträglichen 38 Minuten schafft man damit die 0-auf-80-Prozent. Und das ist bei einem alltagstauglichen Elektroauto mindestens so wichtig wie eine gute Beschleunigung von 0-auf-100 km/h.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"]Motor & Getriebe - Kräftiger, aber nicht brutaler Schub, alles funktioniert sehr leise. Die Rekuperation erfolgt automatisch (und das sehr gut) oder via Lenkrad-Wipptasten manuell (vierstufig) einstellbar.  Fahrwerk & Traktion - Die adaptiven Dämpfer sind eine empfehlenswerte Option, damit weite Spreizung zwischen komfortabel und erträglich straff. Die damit verbundene Progressivlenkung agiert direkt und präzise, etwas Rückmeldung geht freilich ab. In flotten Kurven ob des ho­­hen Gewichts frühes Untersteuern, wer dabei vom Gas geht, erntet keine bösen Überraschungen. Trotz Trommeln hinten sehr gute Bremsleistung. Traktion praktisch nie ein Problem.  Bedienung & Multimedia - Sehr gute Sitzposition. Fast alle Sekundär-Features steuert man über den großen Touchscreen – das System ist recht flott durchschaut und nur stellenweise kompliziert. Darunter gibt es eine Leiste mit echten Knöpfen für ein paar Grund-Funktionen. Fein: Standklimatisierung via App,…

7.8

FAZIT

Skodas Strom-SUV kann man auch Familien ans Herz legen – sofern sie E-Auto-typische Einschränkungen akzeptieren.

Skoda Enyaq iV 80
Fahrwerk & Traktion
Bedienung & Multimedia
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Reichweite & Laden
Preis & Kosten
User-Wertung : Keine Bewertungen bisher!
8

Synchronmotor, Spitzenleistung 204 PS (105 kW), Dauerleistung 95 PS (70 kW), max. Drehmoment 310 Nm, Akku (netto) 77 kWh, Hinterradantrieb mit fixer Übersetzung, Scheibenbremsen v (bel.), Trommeln h, L/B/H 4649/ 1879/1616 mm, Radstand 2765 mm, 5 Sitze, Wendekreis 10,1 m, Reifendimension v 235/55 R 19, h 255/50 R 19  (Testwagen-Bereifung v 235/45 R 21, h 255/40 R 21), Kofferraumvolumen 585–1710 l, Leergewicht (EU) 2075 kg, zul. Gesamtgewicht 2658 kg, max. Anh.-Last 1000 kg, 0–100 km/h 8,5 sec, 60–100 km/h 4,9 sec, Spitze 160 km/h, Steuer (jährl.) keine, Werkstätten in Österreich 203, Service alle 2 Jahre (kilometerunabhängig), WLTP-Normverbrauch kombiniert 16,7 kWh, Testverbrauch 20,5 kWh, Reichweite Norm/Test 536/375 km, Ladedauer bei 11 kW (100%) 7:30 Std, bei 125 kW Gleichstrom (80%) 38 Min

sechs Airbags plus Zentral-Airbag v, Spurhalte- und Notbrems-Assistent mit Fußgänger- und Radfahrer-Erkennung, Tempomat, Verkehrszeichen-Erkennung, LED-Scheinwerfer, Licht- und Regensensor, Infotainmentsystem mit 13 Zoll-Touchscreen (Sprachsteuerung, DAB-Tuner, Bluetooth, Navigation, WLAN, 2 x USB-C, 8 LS), Lenkrad-Heizung, Zweizonen-Klimaautomatik, Parksensoren v+h, Rückfahrkamera, ­Innenspiegel autom. abblendend, Außenspiegel el. klappbar, Polsterung Stoff/Kunstleder, Aluräder etc.

Seitenairbags h € 396,–, Headup-Display € 891,–, Matrix-LED-Licht € 1350,–, Travel Assist (Abstandsregel-Tempomat, Spurführungs-/ Spurwechsel-/Seiten-/Auspark-Assistent etc.)
€ 826,–, Klima-Paket (Dreizonen-Klima, Sitzheizung v etc.) € 482,– (inkl. Frontscheibenheizung und Sitzheizung h € 864,–), Komfort-Paket (schlüsselloser Zugang, induktives Handyladen, abgedunkelte Fondscheiben, etc.) € 872,– (inkl. E-Heckklappe € 1404,–), E-Vordersitze mit Memory € 526,– (inkl. Massa­ge-Funktion Lendenwirbel-Bereich fahrerseitig € 1056,–), Rundumkamera
€ 358,–, Lederpolsterung Schwarz inklusive Klavierlack-Dekor € 1572,– (Cognac € 1890,–), Panorama-Schiebedach € 996,–, Sportfahrwerk € 211,–, Metallic-Lack ab € 640,– etc.

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