Land Rover Freelander 2,0 Td4 SE Aut.

15. Juli 2004
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Land Rover
Klasse:Geländewagen/SUV
Antrieb:Allrad
Treibstoff:Diesel
Leistung:109 PS
Testverbrauch:9,5 l/100km
Modelljahr:2004
Grundpreis:37.223 Euro

Landrover Freelander: mit dem Facelift optisch den großen Brüdern angenähert

Der kleinste aus der Offroader-Familie Land Rover trägt seit der jüngsten Überarbeitung nun auch das neue Familien-Gesicht. Damit kommt der Freelander jetzt weniger hemdsärmelig daher – das gilt übrigens auch für den Innenraum, das Interieur ist spürbar wohnlicher als zuvor. Das Fahrwerk wurde dazu deutlich kommoder abgestimmt – bei, wie man in England versichert, gleich gebliebener Geländetauglichkeit (fürs ganz Grobe gibt´s ja immer noch die großen Brüder Defender & Range Rover). Auf rutschigem Terrain unterstützen jedenfalls die mit gezielten Bremseingriffen arbeitende Traktionskontrolle sowie die zuschaltbare Bergabfahrhilfe das sichere Vorwärtskommen.
Dennoch: Der in den Abmessungen relativ kompakte Kraxler wird wohl eher im Stadtdschungel anzutreffen sein, zumal er passabel übersichtlich und noch ausreichend wendig fürs Einparken & Rangieren ist. Unverändert knorrig wirkt der beliebteste Motor: Der Commonrailer stammt von BMW, mit Automatik kombiniert leistet er 109 statt 112 PS. Der bestenfalls mittelmäßig kultivierte Vierventiler arbeitet brav, wenn auch nicht gerade temperamentvoll. Damit passt er aber ganz gut zum eher gemütlichen Auftritt des Freelander. Obwohl es – zum gleichen Preis wie unseren fein ausgestatteten SE-Testwagen – neuerdings auch eine Sport-Version gibt, tiefer gelegt, mit straffer abgestimmtem Fahrwerk und 18 Zoll-Rädern.

TECHNIK
4-Zylinder-Reihe, 4-Ventil-Technik, Turbo, 1950 ccm, 80 kW (109 PS) bei 4000/ min, max. Drehmoment 260 Nm bei 1750/min, Fünfgang-Automatik mit Tipp-Schaltung, Allradradantrieb, vorne: Querlenker, Stabilisator, Federbeine, hinten: Trapezlenker, Federbeine, Scheibenbremsen v/h (v bel.), ABS, L/B/H 4437/1809/1710 mm, Radstand 2557 mm, 5 Sitze, Wendekreis 11,6 m, Servo, Reifendimension 215/65 R 16, Tankinhalt 59 l, Reichweite (bis Tankreserve) 580 km, Kofferraumvolumen 546-1319 l, Leergew. 1771 kg, zul. Gesamtgewicht 2080 kg, 0-100 km/h 15,6 sec, Spitze 156 km/h, Steuer (jährl.) EUR 369,60, Normverbrauch (Stadt/außerorts/Mix) 11,3/7,1/8,6 l, Testverbrauch 9,5 l Diesel
Preis: EUR 37.223,-

FAHREN & FÜHLEN
Der Vierzylinder-Commonrail-Diesel läuft eher rau und brummig. Ansprechverhalten und Durchzug reichlich zäh. Fahrwerk: guter Kompromiss zwischen komfortabel und straff, filtert kurze Stöße brav, in Kurven wenig Wank-Neigung sowie gutmütig neutral untersteuernd. Lenkung: schwergängig, eher indirekt, ausreichend präzise, griffiges Leder-Volant. Automatik: schaltet durchaus sanft, aber langsam & spät hinauf, ruckartig & zögerlich hinunter, händische Eingriffe via Tipp-Schaltung möglich. Bremsen: gut dosierbar, kräftig und standfest. Sitze: ausreichend dimensioniert, wenig Seitenhalt.

PLATZ & NUTZ
Durchaus luftiges Raumgefühl um Ellenbogen und Knie, Kopffreiheit mäßig (Vordersitze hoch montiert und nicht höhenverstellbar). Variables Ladeabteil (2:1 geteilt um- und vorklappbare Fond-Bank, Staufach im Ladeboden), durch einengende Radkästen eingeschränkt nutzbar, niedrige Ladekante. Sehr praktisch: via E-Fensterheber separat zu öffnende Heckscheibe. Weniger fein: Lenkrad nur höhenverstellbar, nur ein One-Touch-Fensterheber. Ablagen teils unpraktisch & schlecht erreichbar, Tank extra zu sperren, schwergewichtige Hecktüre. Karosserie-Übersicht passabel.

DRAN & DRIN
Serie in der SE-Version: Klimaanlage, el. verstell-, beheiz- und anklappbare Außenspiegel, FB-Zentralsperre, fünf E-Fensterheber, Leder/Alcantara-Sessel, CD-Radio mit 6-fach-Wechsler inkl. Lenkrad-FB, Aluräder etc. Extras: Lederpolsterung, Sitzheizung v, beheizbare Frontscheibe & Zuheizer, Tempomat, Einparkhilfe, Nebelscheinwerfer, Navigation, Metallic etc. Auch mit Schaltgetriebe orderbar. Robuste, ansprechende Materialien, ordentliche Verarbeitung, wohnliche Atmosphäre.

SICHER & GRÜN
Mitgift: nur Frontairbags (immerhin adaptiv), ABS, Traktionskontrolle, fünf Dreipunktgurte, fünf Kopfstützen (reichen vorne bis 1,85, hinten nur bis 1,65 m Körpergröße), Isofix-Halterungen. Auch gegen Aufpreis nicht zu haben: Stabilitätsprogramm, Seiten- und Kopfairbags. Umwelt-Check positiv abgehakt. Verbrauch angesichts von Allrad, Automatik und Gewicht vertretbar.

PREIS & WERT
Nahe liegendster Mitbewerber ist der Toyota RAV4, der etwas günstiger und sicherheits-seitig umfassender ausgestattet ist, der stärkere Nissan X-Trail ebenso, in Sachen (Offroad-) Image steht der Freelander dafür jedoch am besten da im Segment. Werthaltung: unterdurchschnittlich. Garantien: drei Jahre auf Fahrzeug (inkl. Mobilität), sechs Jahre gegen Durchrostung. Service & Ölwechsel alle 20.000 km. Dünnes Werkstattnetz.

ALLES-AUTO-TESTURTEIL :
Edler Kompakt-Offroader, mit der Kombination Diesel und Automatik auf der gemütlichen Seite unterwegs.

Diesen Test finden Sie in ALLES AUTO 1-2/2004

Fotos: Alois Rottensteiner