Leser-Service: ALLES AUTO hilft (März 2024)

7. März 2024
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Aktuelles

ALLES AUTO hilft März! Regelmäßig wenden sich Leserinnen und Leser mit Fragen oder Bitten um Problemlösung rund ums Thema Auto an uns. Wir helfen und schaffen Klarheit bei komplexen Sachverhalten. Hier die Fälle aus dem März 2024:

Verbrauchswerte bei Elektroautos

Bei ihren Testberichten über E-Autos kommen Sie bezüglich Reichweiten auf teils an-dere Werte als die restlichen Magazine. Ihre Reichweiten sind oft kürzer, teilweise bis
zu 100 Kilometer. Abgesehen davon sind meiner Meinung nach alle diese Werte irreführend, weil ja maximal 70 Prozent der Batterie zur Verfügung stehen, da man nur bis 80 Prozent laden soll und bei spätestens zehn Prozent wieder an die Dose soll. Können Sie diese Fragen bitte klären?

Luis Harrasser
6300 Wörgl

Wie bei allen Autos messen wir den Verbrauch auf der immer gleichen Teststrecke von rund 100 Kilometern Länge mit ausgewogenen Stadt-, Überland- und Autobahn-Anteilen. Auf dieser Strecke fahren wir vorausschauend und halten uns an die erlaubten Tempolimits, ohne sie nennenswert zu unterschreiten. Vielleicht fahren andere Magazine Elektroautos zumindest auf der Autobahn deutlich langsamer, etwa mit 100 bis 110 km/h? Dies tun wir beim Verbrauchstest nicht, weil wir alle Autos unter gleichen Bedingungen testen wollen.

Bezüglich der Praxis-Reichweite sieht es so aus, dass man zwar nicht immer bis 100 Prozent laden und den Akku bis null Prozent leerfahren soll, dies aber im Bedarfsfall durchaus tun kann. Denn die angezeigten Angaben von 100 bis 0 entsprechen bewusst nicht der Realität. Bei den meisten Akkus gibt es einen Brutto- und einen Nettowert. Man kann maximal bis 100 Prozent des Nettowerts laden, der Rest verbleibt als Reserve für eine längere Haltbarkeit. 

Auch wenn das Auto beim Ladestand von 0 Prozent ausrollt, ist der Akku nicht völlig leer, weil auch in diesem Fall ein paar Prozent zurückgehalten werden, um den Akku nicht via Tiefenentladung zu schä­digen. Die maximal mögliche Reichweite geben wir jedenfalls zum Zweck der besseren Vergleichbarkeit zwischen Ver­brennern und Elektroautos an.

Testautos mit Winterreifen

Ich frage mich schon länger, warum Vergleichstests im Winter bei ALLES AUTO auf Winter- und nicht auf Sommer­reifen gefahren werden. So ist schlicht keine Vergleichbarkeit zwischen den Ergebnissen beim Bremsen und Ausweichen gegeben. Da können Sie gleich bei nasser Fahrbahn ­testen. Deutsche Magazine er­­mitteln ihre Messwerte auch im Winter auf Sommerrädern – und das aus gutem Grund.

Alexander Werner
E-Mail

Bezüglich der Bereifung von Testautos sind wir auf jene Pneus angewiesen, die jahreszeitlich bedingt an den Autos montiert sind. Im zehnmal so großen Deutschland erhalten die wichtigsten Redaktionen für Tests auf gesperrtem Gelände extra Fahrzeuge mit Sommerreifen, für Tests auf der Straße wird dann auf Winterreifen umgesteckt. 

In Österreich ist ein derartiger Aufwand nicht darstellbar. Dazu kommt, dass die Winter in Mittel- und Norddeutschland im Schnitt gegenüber jenen in Österreich weniger kalt sind. Bei Temperaturen unter null Grad Celsius ver­lieren Sommerreifen nämlich ihren Grip-Vorteil gegenüber Winterreifen auch auf trockener Fahrbahn.

Außerdem haben gemessene Bremswege und Ausweichtest-Geschwindigkeiten keine absolute Geltung. Unterschiedliche Temperaturen ergeben auch bei Sommerreifen unterschiedliche Werte. Bei gleichen Tempera­turen können wiederum rauere oder glattere Asphalt-Arten deutlich längere oder kürzere Bremswege bedeuten. Und letztlich kommt es auch noch auf die Art der Reifen an: Ein Sport-Gummi erzielt bessere Werte als ein Eco-Reifen. Dass ersterer eine kürzere Lebensdauer hat und wesentlich mehr kostet, sind Nachteile, die im Test nicht herauskommen, in der persönlichen Fahrpraxis aber sehr wohl.

Das Thema ist also wesentlich komplexer, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Am besten vergleichbar sind Bremsweg und Ausweich-Ge­schwindigkeit innerhalb ein- und desselben Vergleichstests. Sollte sich dabei die Art der Reifen unterscheiden, weisen wir im Text darauf hin.

 

Untertouriger Ärger

Nach vielen Autos mit Handschaltung bin ich daran ge­­wöhnt, nach Drehzahl zu schalten. Mein erstes Auto mit Automatik, ein Mercedes CLA 220, nervt mich nunmehr, da ich bei 70 km/h im siebenten Gang un­­tertourig, etwa mit 1200 Um­­drehungen, dahin­fahren muss. Schalte ich per Lenkrad-Paddel zurück, wird nach wenigen Se­­kunden wieder in den höchstmöglichen Gang geschaltet. Stadtfahrten werden ebenfalls untertourig durchgeführt.

Meine Fragen: Kann man den Schaltvorgang der Automatik durch einen Eingriff in das System verändern und einer festgelegten Drehzahl anpassen? Und: Wie schädlich ist das ständige untertourige Fahren für den Motor?

Roman Wetzel
E-Mail

Moderne Verbrennungsmotoren mit Turbo-Aufladung sind voll auf untertouriges Fahren ausgelegt, da es die ökonomisch und ökologisch sinnvollste Art der Fortbewegung ist. Wer mit unnötig hoher Drehzahl unterwegs ist, verbrennt sinnlos Sprit und damit Geld. Auto­matik-Getriebe verfügen heutzutage deshalb über acht bis zehn Gänge, damit man auch bei hohen Geschwindigkeiten untertourig fahren kann. Dem Motor schadet das überhaupt nicht. In Fällen, wo man viel Leistung wünscht (etwa Überholen oder Auffahren auf die Autobahn), genügt ein Tritt aufs Gaspedal und die Auto­matik schaltet blitzschnell mehrere Gänge zurück.

Schaltvorgänge bei einer festgelegten Wunsch-Drehzahl gibt es bei keinem Automatikgetriebe. Wenn Sie unbedingt mit höherer Drehzahl fahren wollen, können Sie das Sport-Programm der Automatik aktivieren. Dann werden die nied­rigen Gänge länger gehalten, wodurch das Drehzahl-Niveau steigt. Das ist aus den oben­genannten Gründen aber nicht dauerhaft zu empfehlen, höchstens fallweise – etwa zum freudigen Befahren einer kurven­reichen Strecke.

Autowäsche im Winter

In den letzten Ausgaben von ALLES AUTO wurde regel­mäßig das Thema Autopflege behandelt. Ich frage mit jetzt, wie die Autowäsche im Winter am besten aussehen kann, denn bei Fahrten im „Salzbad“ wird das Auto ja sicher sehr stark beansprucht.

Aber: Ist Salz wirklich so schädlich? Wie häufig soll man reinigen? Soll man den Unterboden speziell reinigen? Wie bzw. wo soll man reinigen: in der Waschstraße – ist dort die Unterbodenwäsche überhaupt sinnvoll oder zu schwach? Oder besser manuell mittels Lanzenwäsche – bringt das mehr oder kommt man damit ohnehin nicht ordentlich zu den neuralgischen Stellen?

Erwin Czulik
E-Mail

Grundsätzlich nimmt Österreich im Bereich Streusalz eine Sonderstellung ein. Die Wegehalterhaftung hierzulande sieht auf Autobahnen eine Beweis-lastumkehr vor. Sprich: Rutscht man im Winter auf der Autobahn und beschädigt sein Auto, muss die ASFINAG nachweisen, dass der Unfall nicht auf Glatteis zurückzuführen war. Deshalb mischt der Autobahnbetreiber bei deutlicheren Minusgraden Kalziumchlorid dem ansonsten verwendeten Natriumchlorid bei. Ohne Not folgen diesem Beispiel auch viele Gemeinden und setzen ebenfalls Kalziumchlorid ein. Dieses taut das Eis viel besser auf, ist aber extrem hygros­ko-pisch, zieht also Flüssigkeit stark an. Daher: Ja, Streusalz ist schädlich für Bremsen, Auspuff, Fahrwerk, Unterboden etc.

Reinigen sollte man das Auto spätestens ein paar Tage nach Fahrten auf salzgestreuten Straßen. Am besten dann, wenn man nicht mehr dauernd die Scheibenwischer aktivieren muss, um den Schmierfilm von der Frontscheibe zu beseitigen. Dabei sollte man auf jeden Fall eine Unterbodenwäsche dazu bestellen. Selbst Hand anlegen (Lanzenwäsche) kann man natürlich auch, Vorteil bringt es aber keinen.