Skoda Fabia 1,2 Happy

26. Februar 2003
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Skoda
Klasse:Kleinwagen
Antrieb:Vorderrad
Treibstoff:Benzin
Leistung:54 PS
Testverbrauch:6,2 l/100km
Modelljahr:2002
Grundpreis:10.000 Euro

Schnäppchen-Jäger kommen beim Neuwagen-Kauf nur mehr selten auf ihre Kosten: Entweder geht die vermeintliche Vernunft-Lösung zu Lasten des Platzangebots oder der Diskont-Flitzer entspricht nicht wirklich hoch gesteckten Qualitäts-Ansprüchen. Da kommt Skoda mit dem Einstiegs-Fabia Happy“ gerade recht: Um – im doppelten Sinne – gerade 10.000,- Euro ist der (mit lackierten Stoßfängern optisch kaum auszumachende) Spar-Tscheche wohlfeil, dafür gibt es die bekannt solide und wertstabile Essenz Wolfsburger Ingenieurs-Kunst. Die verlockende Rechnung wird aber wohl nur für Puristen aufgehen, schließlich muss man beim „Happy“ auf nahezu sämtliche Annehmlichkeiten wie Klimaanlage oder elektrische Fensterheber verzichten. Die sind bei ähnlich günstigen Konkurrenten oft schon serienmäßig an Bord, in der Skoda-Aufpreisliste scheinen sie erst gar nicht auf. Schade, denn könnte der Basis-Fabia etwa noch mit einer Servo-Unterstützung für die recht schwergängige Lenkung aufgerüstet werden, würde er in Verbindung mit dem toll gestuften Getriebe und dem (subjektiv) erstaunlich kräftigen Dreizylinder im engen City-Gewühl durchaus Spaß machen. Für längere Autobahn-Touren eignet sich die günstige Kombination nämlich nicht so recht – schon auf sanften Steigungen muss fleißig geschaltet und das Aggregat hoch gedreht werden, um mit ambitionierten Paketdienst-Piloten mitzuhalten. Wen das nicht stört, der kann sich freuen, viel Geld gespart zu haben und in Sachen Preis-Spektrum zu einer kleinen, feinen Elite zu gehören – nämlich zu jener der unteren Zehntausend.TECHNIK3-Zylinder-Reihe, 1198 ccm, 40 kW (54 PS) bei 4750/min, max. Drehmoment 106 Nm bei 3000/min, Fünfgang-Getriebe, Vorderradantrieb, vorne: Dreiecksquerlenker, Stabilisator, Federbeine, hinten: Verbundlenkerachse, Längslenker, Schraubenfedern, Stoßdämpfer, Scheibenbremsen v (bel.), Trommeln h, ABS, L/B/H 3960/1646/1451 mm, Radstand 2462 mm, 5 Sitze, Wendekreis 10,5 m, Reifendimension 155/80 R 13, Tankinhalt 45 l, Reichweite (bis Tankreserve) 550 km, Kofferraumvolumen 260-1016 l, Leergewicht 1010 kg, zul. Gesamtgewicht 1515 kg, 0-100 km/h 18,5 sec, 60-100 km/h (im 4. Gang) 16,2 sec, Spitze 150 km/h, Steuer (jährl.) EUR 105,60, Normverbrauch (Stadt/außerorts/Mix) 7,9/4,8/6,0 l, Testverbrauch 6,2 l ROZ 91Preis: EUR 10.000,-FAHREN & FÜHLEN54 PS aus bloß 1,2 Liter Hubraum klingt nach Punch-Verzicht – umso mehr überrascht, dass der kernig-laute Dreizylinder erstaunlich viel Kraft (vor allem in den unteren Gängen) und genug Durchzug liefert und sich subjektiv nach deutlich mehr Pferden anfühlt. Untersteuernd ausgelegtes, absolut sicheres Fahrwerk mit zart stoßempfindlicher (servo-los schwergängiger) Lenkung. Kurzwegig-knackige und gut gestufte Schaltung. Bremsanlage: giftig, etwas schwer zu dosieren, aber kräftig und fading-frei. Ausreichend dimensionierte Sitze.PLATZ & NUTZPlatzangebot fast so gut wie in der Kompaktklasse, bloß das Kofferraum-Volumen erinnert an die Kleinwagen-Herkunft. Der höhenverstellbare Fahrersitz kostet im „“Happy““ ebenso Aufpreis wie eine geteilt umlegbare Fondbank, dafür gibt´s serienmäßig genügend praktische Ablagen und Verzurrösen im Gepäckraum. Übersichtliche Karosserie, bloß die fehlende Servo-Unterstützung (nicht erhältlich) erschwert das Rangieren. Minus: zu kleiner rechter Außenspiegel, Tank extra zu sperren. Lenkrad in Höhe und Reichweite zu verstellen, ordentliche Ergonomie.DRAN & DRINKarge „“Happy““-Ausstattung: E-Fensterheber, E-Spiegel, Klimaanlage, FB-Zentralsperre oder andere Komfort-Features sucht man (auch gegen Aufpreis) vergeblich, serienmäßig gibt es bloß Standards wie Drehzahlmesser, Radio-Vorbereitung oder 13-Zoll-Stahlräder. Extras: E-Schiebedach um 535,- Euro, Metallic-Lack, zwei Audio-Systeme. Solide Materialien, knisterfrei verarbeitet, aber mit etwas trister Anmutung.SICHER & GRÜNSerienmäßig: Fahrer- und Beifahrer-Airbag (vordere Seitenairbags kosten extra), ABS, Isofix-Halterungen, vier Dreipunktgurte, vier höhenverstellbare Kopfstützen (reichen vorne bis 1,90 m, hinten bis 1,70 m, eine dritte hinten gibt´s gegen Aufpreis). Nicht zu haben: ESP. Keine Patzer beim Umwelt-Check, braver Verbrauch.PREIS & WERTWolfsburg-Technik zum Diskont-Preis – viele ähnlich günstige (viel kleinere) Fernost-Minis haben aber ausstattungs-seitig die Nase vorn. Zwei Jahre Neuwagen-Garantie, zehn Jahre gegen Rost, lebenslanger Mobilitäts-Schutz bei Service-Pflege. Ordentliche Werthaltung, durchschnittlich dichtes Werkstatt-Netz, Ölwechsel alle 15.000, Inspektion alle 30.000 Kilometer.ALLES-AUTO-TESTURTEILMinimalistisch beim Preis, aber auch bei der Ausstattung – mit dem Fabia „“Happy““ werden wohl nur echte Knauserer happy.Diesen Test finden Sie in ALLES AUTO 1-2/2003

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