Test: Alfa Romeo Stelvio Super 2,0 280 PS ATX AWD

13. September 2018
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Alfa Romeo
Klasse:Geländewagen/SUV
Antrieb:Allrad
Treibstoff:Benzin
Leistung:280 PS
Testverbrauch:9,0 l/100km
Modelljahr:2018
Grundpreis:55.100 Euro

In der Autobranche wird gewitzelt, dass der Umgang mit dem Pareto-Prinzip den Unterschied zwischen deutschen und italienischen Autobauern ausmacht. Bis 80 Prozent der Entwicklung machen beide tolle Autos. Bei den letzten, mühsamen 20 aber gehen die Italiener lieber auf einen Espresso. Ein böses Klischee, keine Fra­ge. Irgendwie macht es beim Blick auf den Stelvio aber Sinn. Ein Beispiel: Der im Testwagen verbaute Zweiliter-Turbo-Benziner ist als Motor toll. Kräftig, drehfreudig und nicht allzu durstig. Nur leider klingt er nach nichts – und das in einem immerhin 280 PS starken Alfa Romeo. Oder das elegante Cockpit: Sportliche Sitzposition, gute Ergonomie, sexy Schaltwippen – aber dann ein Dreh- und Drückschalter aus schnödem Plastik, der dem restlichen Auto in Sachen Materialqualität deutlich hinterherhinkt.

Doch echte Alfa Liebhaber – und solche, die es vielleicht noch werden wollen – kön­nen und werden das gern als charakteristische Schrullen abtun und sich ein­fach über die restlichen 80 Prozent des Autos freuen. In seiner Gesamtheit nämlich muss sich der Stelvio hinter keinem der durch die Bank teureren Konkur­renten verste­cken. Vor allem nicht in Sachen Fahrspaß.

Motor & Getriebe – Der Turbo-Vierzylinder-Benziner ist kräftig, hängt gut am Gas und spielt gut mit der flotten Achtgang-Automatik zusammen, klingt aber sowohl außen als auch innen wenig sportlich.

Fahrwerk & Traktion – Knackiges, aber nicht unkomfortables Fahrwerk. Hoher Kurvengrip bei vernach­läs­sigbarer Seitenneigung. Sehr direkte und gefühlvolle, etwas leichtgängige Len­kung. Serienmäßiger Allrad sorgt jederzeit für genug Traktion. Tadellose Bremsen.

Stock & Stein – Mehr Bodenfreiheit als so manche Mitbewerber. Berhabfahrhilfe Serie, darüber­ hinaus aber keine Offroad-Modi oder gar Sperren.

Cockpit & Bedienung – Gute Sitzposition, griffiges und handliches Lenkrad, feine Ergonomie. Infotainment einigermaßen intuitiv zu bedienen, aber nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Durch­schnittliches Ablagen-Angebot, mäßige Sicht nach hinten. Parksensoren und Rückfahrkamera kosten extra.

Innen- & Kofferraum – Sehr gute Platzverhältnisse in beiden Sitzreihen. Ordentlich nutzbarer Kofferraum mit nach SUV-Relationen niedriger Ladekante, über 40:20:40 umlegbare Fondlehnen eben erweiterbar.

Dran & Drin – Für Premium-Verhältnisse ab Werk passabel ausgestattet. In der Aufpreisliste warten viele Pakete zu fairen Tarifen. Materialqualität bis auf wenige Ausnahmen gut, Verarbeitung OK.

Schutz & Sicherheit – Fünf NCAP-Sterne. Sechs Airbags und einige Assis­tenzsysteme bereits Serie, adaptiver Tempomat und Toterwinkel-Warner gegen Aufpreis.

Sauber & Grün – Start/Stopp funktioniert tadellos, bei gemütlicher Fahrweise vertretbarer Verbrauch. Testwert auch ob riesiger Aufpreis-Räder weit über der Hersteller-Angabe.

Preis & Kosten – Ähnlich kräftige Premium-Alternativen von Mercedes, BMW, Jaguar oder Volvo starten allesamt teurer. Sonst kommt leistungstechnisch keiner mit. Wertverlust vermutlich hoch. Kurze Service-Intervalle, dafür aktuell mit vier Jahren Garantie.

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Fahrwerk und Antrieb werden der für SUVs recht sportlichen Sitzposition mehr als gerecht.

[vc_row][vc_column][vc_column_text]In der Autobranche wird gewitzelt, dass der Umgang mit dem Pareto-Prinzip den Unterschied zwischen deutschen und italienischen Autobauern ausmacht. Bis 80 Prozent der Entwicklung machen beide tolle Autos. Bei den letzten, mühsamen 20 aber gehen die Italiener lieber auf einen Espresso. Ein böses Klischee, keine Fra­ge. Irgendwie macht es beim Blick auf den Stelvio aber Sinn. Ein Beispiel: Der im Testwagen verbaute Zweiliter-Turbo-Benziner ist als Motor toll. Kräftig, drehfreudig und nicht allzu durstig. Nur leider klingt er nach nichts – und das in einem immerhin 280 PS starken Alfa Romeo. Oder das elegante Cockpit: Sportliche Sitzposition, gute Ergonomie, sexy Schaltwippen – aber dann ein Dreh- und Drückschalter aus schnödem Plastik, der dem restlichen Auto in Sachen Materialqualität deutlich hinterherhinkt. Doch echte Alfa Liebhaber – und solche, die es vielleicht noch werden wollen – kön­nen und werden das gern als charakteristische Schrullen abtun und sich ein­fach über die restlichen 80 Prozent des Autos freuen. In seiner Gesamtheit nämlich muss sich der Stelvio hinter keinem der durch die Bank teureren Konkur­renten verste­cken. Vor allem nicht in Sachen Fahrspaß.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"]Motor & Getriebe - Der Turbo-Vierzylinder-Benziner ist kräftig, hängt gut am Gas und spielt gut mit der flotten Achtgang-Automatik zusammen, klingt aber sowohl außen als auch innen wenig sportlich. Fahrwerk & Traktion - Knackiges, aber nicht unkomfortables Fahrwerk. Hoher Kurvengrip bei vernach­läs­sigbarer Seitenneigung. Sehr direkte und gefühlvolle, etwas leichtgängige Len­kung. Serienmäßiger Allrad sorgt jederzeit für genug Traktion. Tadellose Bremsen. Stock & Stein - Mehr Bodenfreiheit als so manche Mitbewerber. Berhabfahrhilfe Serie, darüber­ hinaus aber keine Offroad-Modi oder gar Sperren. Cockpit & Bedienung - Gute Sitzposition, griffiges und handliches Lenkrad, feine Ergonomie. Infotainment einigermaßen intuitiv zu bedienen, aber nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Durch­schnittliches Ablagen-Angebot, mäßige Sicht nach hinten. Parksensoren und Rückfahrkamera kosten extra. Innen- & Kofferraum - Sehr gute Platzverhältnisse in beiden Sitzreihen. Ordentlich nutzbarer Kofferraum mit nach SUV-Relationen niedriger Ladekante, über 40:20:40 umlegbare Fondlehnen eben erweiterbar. Dran & Drin - Für Premium-Verhältnisse ab Werk passabel ausgestattet. In der Aufpreisliste warten viele Pakete zu fairen Tarifen. Materialqualität bis auf wenige Ausnahmen gut, Verarbeitung OK. Schutz & Sicherheit - Fünf NCAP-Sterne. Sechs Airbags und einige Assis­tenzsysteme bereits Serie, adaptiver Tempomat und Toterwinkel-Warner gegen Aufpreis. Sauber & Grün - Start/Stopp funktioniert tadellos, bei gemütlicher Fahrweise vertretbarer Verbrauch. Testwert auch ob riesiger Aufpreis-Räder weit über der Hersteller-Angabe. Preis & Kosten - Ähnlich kräftige Premium-Alternativen von Mercedes, BMW, Jaguar oder Volvo starten allesamt teurer. Sonst kommt leistungstechnisch keiner mit. Wertverlust vermutlich hoch. Kurze Service-Intervalle, dafür aktuell mit vier Jahren Garantie.[/vc_column_text][/vc_column][vc_column width="1/2"][vc_column_text css=".vc_custom_1536849578048{margin-top: 0px !important;margin-bottom: 0px !important;}"][/vc_column_text][vc_column_text css=".vc_custom_1536849340351{margin-top: 0px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;background-color: #f2f2f2 !important;}"]Fahrwerk und Antrieb werden der für SUVs recht sportlichen Sitzposition mehr als gerecht.[/vc_column_text][vc_empty_space height="5px"][vc_column_text][taq_review][/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row css=".vc_custom_1446570885481{padding-top: 15px !important;}"][vc_column][vc_tabs][vc_tab title="Technik" tab_id="ed3d3eb5-217d-33e84-32475293-fb43917b-54b3"][vc_column_text]R4, 16V, Turbo, 1995 ccm, 280 PS (206 kW) bei 5250/min, max. Drehmoment 400 Nm bei 2250/min, Achtgang-Automatik, Allradantrieb, Scheibenbremsen v/h (bel.), L/B/H 4687/1903/1671 mm, Radstand 2818 mm, 5 Sitze, Wendekreis 11,8 m, Reifen­dimen­si­on 235/60 R 18 (Testwagen-Bereifung Michelin Latitude Sport 3 255/45 R 20), Tankin­halt…

6.9

Fazit

Fahraktiver Italo-SUV mit kleinen Schwächen zum interessanten Preis.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Stock & Stein
Cockpit & Bedienung
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Sauber & Grün
Preis & Kosten
7

R4, 16V, Turbo, 1995 ccm, 280 PS (206 kW) bei 5250/min, max. Drehmoment 400 Nm bei 2250/min, Achtgang-Automatik, Allradantrieb, Scheibenbremsen v/h (bel.), L/B/H 4687/1903/1671 mm, Radstand 2818 mm, 5 Sitze, Wendekreis 11,8 m, Reifen­dimen­si­on 235/60 R 18 (Testwagen-Bereifung Michelin Latitude Sport 3 255/45 R 20), Tankin­halt 64 l, Reichweite 710 km, Kofferraumvolumen 525–1600 l, Leergewicht 1660 kg, zul. Gesamtgewicht 2300 kg, max. Anh.-Last 2300 kg, 0–100 km/h 5,7 sec, Spitze 230 km/h, Steuer (jährl.) € 1513,44, Werkstätten in Österreich 84, Service alle 15.000 km (mind. 1x/Jahr), Normverbrauch (Stadt/außerorts/Mix) 5,9/8,9/7,0 l, Testverbrauch 9,0 l ROZ 95, CO2 (Norm/Test) 161/207 g/km

Front- und vordere Seitenairbags, durchgehende Kopfairbag-Vor­hänge, City-Notbrems-Assistent, Spurverlassens-Warner, Bi-Xenon-Licht, Tempomat, 18 Zoll-Aluräder, MP3-Radio mit 6,5 Zoll-Display, USB- und Aux-Slot sowie 8 LS, Multi­funktions-Lederlenkrad, Teilleder-Polsterung, Klimaautomatik, el. klappb. Außenspiegel, Fahrerlebnis-Schalter, LED-Tagfahrlicht und -Heckleuchten, Licht- und Regensensor, E-Parkbremse etc.

Fahrassistenz Paket PLUS (Parksensoren v/h, Rückfahrkamera, Toterwinkel-Warner, autom. abblend. Spiegel etc.) € 918,–, Komfort Paket (Keyless Go etc.) € 690,–, Winter Paket (Sitze v, Lenkrad, Scheibenwaschdüsen beheizbar) € 851,–, Business Paket PLUS (Navigation, Fahrerassistenzpaket PLUS) € 1688,–, Lusso Paket (7 Zoll-TFT-Kombiinstrument, achtfach el. verstellb. Vordersitze, Leder, Sitzheizung v, Lenk­rad-Heizung, Echtholzeinlagen etc.) € 3350,–, Navigation mit 8,8 Zoll Display € 3116,–, Schaltwippen € 402,–, Premium Soundsystem € 737,–, abgedunkelte Scheiben h € 442,–, Bremssättel rot/gelb/schwarz je € 402,–, 19/20 Zoll-Alufelgen ab € 1112,–/2352,–, Metallic-Lackierung ab € 1112,– etc.

Profilbild von Johannes Posch

Filme, Videospiele, Technik, Autos, Speis und Trank ... meine Interessen lesen sich wie das 1x1 der Männer-Klischees. Aber so bin ich nun mal. ;) Und das zeigt sich auch in meinem bisherigen Werdegang: Hotelfachschule, dann Videospieljournalist (übrigens bis heute: www.gamers.at), anschließend einige Jährchen bei einer Unternehmensberatung und Digital-Marketing Agentur und nun also hier, bei Alles Auto. Hier darf ich seit Mai 2015 die Geschicke von allem das "online & digital" ist lenken und gestalten ... und "nebenbei" natürlich der Redaktion mit Tests, Fahrberichten und mehr meinen Stempel aufdrücken. Und dabei bin ich natürlich auch immer für Anregungen offen. Fragen und vor allem Anregungen sind also jederzeit willkommen. :)

1 Kommentare

  1. Profilbild von Weuzi

    Also das mit den kleinen Nachlässigkeiten in der Verarbeitung ist tolerabel und macht bis zu einem gewissen Grad ein Auto erst sympathisch – weil menschlich. Sterile Perfektionisten sind halt Langweiler. Aber das mit dem „Spruch“ des Motors ist schon ein arger Fauxpas und nicht verzeihlich – wo gerade die Musik alleine ein Kaufgrund für einen Doppelnocker war. Da sind sie wahrlich im falschen Moment auf einen Espresso gegangen – oder hätten besser einen Espresso corretto con Grappa genossen um mutiger zu sein.

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