Test: BMW X7 M50d

5. Juli 2019
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:BMW
Klasse:Geländewagen/SUV
Antrieb:Allrad
Treibstoff:Diesel
Leistung:400 PS
Testverbrauch:9,2 l/100km
Modelljahr:2019
Grundpreis:126.550 Euro

Bei den SUV-Coupés vom X6 abwärts war BMW der erste Hersteller auf dem Markt und verdiente entsprechend gutes Geld. Was die normalen SUV angeht, beschreitet man jedoch einen eigenwilligen Weg. Die Konkurrenz präsentierte nämlich zunächst die großen Modelle und danach immer kompaktere. Die dicken Dinger gelten im EU-Raum inzwischen als politisch unkorrekt und sind kaum noch gefragt, die kleineren verkaufen sich dagegen wie die warmen Semmeln.

Warum BMW gerade jetzt mit dem X7 das größte Modell seiner X-Reihe nachlegt? Weil Europa gar nicht der Kernmarkt des Riesen ist. Gebaut wird er in den USA – primär für US-Millio­näre, neureiche Chinesen, russische Oligarchen und fetter ­Automobilware immer zugeneigte Scheichs.

Dennoch ist er auch hierzulande erhältlich, und das sogar mit einem Herz aus Österreich: Der vierfach turbogeladene Dreiliter-Diesel ist mit seinen 400 PS der derzeit stärkste Selbstzünder und kommt aus dem oberösterreichischen Steyr. Ein technisches Wunderwerk, das den Zweieinhalbtonner in nur 5,4 ­Sekunden auf 100 km/h beschleunigt und es in unserem Test schaffte, nur knapp mehr als neun Liter zu verbrauchen. Trotz Hinterreifen im wahnwitzigen 315er-Breitformat.

Auf die Spitze getrieben wird die dekadente Angelegenheit durch die luxuriöse Sechsfach-Bestuhlung des Testwagens (Standard sind sieben Sitz­plätze). Auf Wunsch ist alles elektrisch einstellbar, und die dritte Reihe lässt sich auch noch auf Knopfdruck versenken bzw. aufstellen. Gleiches gilt für die traditionell horizontal geteilte Heckklappe. 

Nachteil Nummer eins: Alles surrt faszinierend vor sich hin, doch ziemlich langsam. Wer im Regen auf das Öffnen der Heckklappe oder den Einstieg in
Reihe drei warten muss, wird nass und verärgert gleichzeitig. Nachteil zwei: Die Sitzlehnen der zweiten Reihe lassen sich nicht umklappen, weshalb man das stattliche Ladevolumen von 2120 Litern nur schlecht ausnützen kann. Wer viel mitführen möchte, belässt es also besser beim Siebensitzer.

Am wohlsten fühlt sich der Gigant naturgemäß auf der Langstrecke. Man genießt das üppige Raumangebot, sieht über die meisten anderen Verkehrsteilnehmer hinweg, erfreut sich an diversen Assistenzsystemen (teils Aufpreis) und schätzt die komfortable Luftfederung (Serie). Das leise Brummeln des Motors, der dank speziellen Sound-Designs wie ein Benziner klingt, rundet die Sache gefällig ab. 

Weniger schön wird es dann beim Einparken. Obwohl der X7 diese lästige Aufgabe selbst übernehmen kann – eine geeignete Parklücke für 5,15 Meter Länge muss auch die Elektronik erst einmal finden.

Motor & Getriebe – Der weltweit stärkste Diesel läuft ruhig und leise. Dazu bietet er sattes Drehmoment und sehr gute Fahrleistungen trotz des ­hohen Fahrzeuggewichts. Die bewährte Achtgang-Automatik von ZF schaltet stets flott und zur richtigen Zeit.

Fahrwerk & Traktion – Die serienmäßige Luftfederung dämpft sehr komfortabel, unterbindet Wankbewegungen trotzdem. Kaum Lastwechsel-Tendenzen, mit optionaler Hinterradlenkung erstaunlich agil, dennoch großer Wendekreis. Souveräne Allrad-Traktion.

Stock & Stein – 4×4 und die dank Luftfederung höhenverstellbare Bodenfreiheit reichen für Feldwege und Schneewehen, gegen Mehrpreis gibt es ein Offroad-Paket mit zusätzlichen Fahrprogrammen, Unterfahrschutz und mechanischer Mitteldifferenzialsperre.

Cockpit & Bedienung – Umfassende Bedien-Varianten via Touchscreen, Sprachsteuerung, Dreh-und-Drück-Regler plus Gestensteuerung, der Aufbau der Menüs ist logisch. Sehr gut: Ergonomie und Sitzposition. Sicht nach schräg hinten mäßig.

Innen- & Kofferraum – Fürstliche Platzverhältnisse in den beiden vorderen Reihen, selbst Reihe drei ist erwachsenengerecht. In Sechssitzer-Konfiguration sind Lehnen der zweiten Reihe nicht klappbar. Nach Umlegen von Reihe drei dennoch großer, ebener Kofferraum, allerdings mit hoher Ladekante. Zahlreiche Fächer und Ablagen.

Dran & Drin – Für BMW-Verhältnisse großzügige Serienausstattung inklusive LED-Scheinwerfern, Headup-Display, Navigation, Leder & Co. Ge­­gen ­Aufpreis gibt es Luxus à la Massage-Sitze, beheizbare Armauflagen, Video-Entertainment im Fond etc. Tadellos: Verarbeitung und Material-Wahl.

Schutz & Sicherheit – Volle Airbag-Bestückung bis hin zu jenem für die Fahrer-Knie. Sparsamer Einsatz an Assistenzsystemen, erst gegen Aufpreis ist das volle Programm in Form des empfehlenswerten „Innovations-Pakets“ erhältlich.

Sauber & Grün – Für Größe und Gewicht braver Verbrauch – solange man dahin­gleitet und die Möglichkeiten der 400 PS nur wenig nützt. Schnelles Start/Stopp-System.

Preis & Kosten – Absolut gesehen sauteuer, doch das sind die Gegner Mercedes GLS (Auslaufmodell, selbst als Top-Diesel deutlich leistungsschwächer) und Range Rover (ebenfalls schwächer, dafür mit V8-Selbstzünder) auch. Plus: lange Service-Intervalle. Minus: nur zwei Jahre Garan­tie-ähnliche Gewährleistung, mäßig dichtes Werkstattnetz, hoher Wertverlust.

Digital-Cockpit neuester BMW-Schule, top in Sachen Bedien-Logik und Ergonomie.

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Bei den SUV-Coupés vom X6 abwärts war BMW der erste Hersteller auf dem Markt und verdiente entsprechend gutes Geld. Was die normalen SUV angeht, beschreitet man jedoch einen eigenwilligen Weg. Die Konkurrenz präsentierte nämlich zunächst die großen Modelle und danach immer kompaktere. Die dicken Dinger gelten im EU-Raum inzwischen als politisch unkorrekt und sind kaum noch gefragt, die kleineren verkaufen sich dagegen wie die warmen Semmeln. Warum BMW gerade jetzt mit dem X7 das größte Modell seiner X-Reihe nachlegt? Weil Europa gar nicht der Kernmarkt des Riesen ist. Gebaut wird er in den USA – primär für US-Millio­näre, neureiche Chinesen, russische Oligarchen und fetter ­Automobilware immer zugeneigte Scheichs. Dennoch ist er auch hierzulande erhältlich, und das sogar mit einem Herz aus Österreich: Der vierfach turbogeladene Dreiliter-Diesel ist mit seinen 400 PS der derzeit stärkste Selbstzünder und kommt aus dem oberösterreichischen Steyr. Ein technisches Wunderwerk, das den Zweieinhalbtonner in nur 5,4 ­Sekunden auf 100 km/h beschleunigt und es in unserem Test schaffte, nur knapp mehr als neun Liter zu verbrauchen. Trotz Hinterreifen im wahnwitzigen 315er-Breitformat. Auf die Spitze getrieben wird die dekadente Angelegenheit durch die luxuriöse Sechsfach-Bestuhlung des Testwagens (Standard sind sieben Sitz­plätze). Auf Wunsch ist alles elektrisch einstellbar, und die dritte Reihe lässt sich auch noch auf Knopfdruck versenken bzw. aufstellen. Gleiches gilt für die traditionell horizontal geteilte Heckklappe.  Nachteil Nummer eins: Alles surrt faszinierend vor sich hin, doch ziemlich langsam. Wer im Regen auf das Öffnen der Heckklappe oder den Einstieg in Reihe drei warten muss, wird nass und verärgert gleichzeitig. Nachteil zwei: Die Sitzlehnen der zweiten Reihe lassen sich nicht umklappen, weshalb man das stattliche Ladevolumen von 2120 Litern nur schlecht ausnützen kann. Wer viel mitführen möchte, belässt es also besser beim Siebensitzer. Am wohlsten fühlt sich der Gigant naturgemäß auf der Langstrecke. Man genießt das üppige Raumangebot, sieht über die meisten anderen Verkehrsteilnehmer hinweg, erfreut sich an diversen Assistenzsystemen (teils Aufpreis) und schätzt die komfortable Luftfederung (Serie). Das leise Brummeln des Motors, der dank speziellen Sound-Designs wie ein Benziner klingt, rundet die Sache gefällig ab.  Weniger schön wird es dann beim Einparken. Obwohl der X7 diese lästige Aufgabe selbst übernehmen kann – eine geeignete Parklücke für 5,15 Meter Länge muss auch die Elektronik erst einmal finden.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"]Motor & Getriebe - Der weltweit stärkste Diesel läuft ruhig und leise. Dazu bietet er sattes Drehmoment und sehr gute Fahrleistungen trotz des ­hohen Fahrzeuggewichts. Die bewährte Achtgang-Automatik von ZF schaltet stets flott und zur richtigen Zeit. Fahrwerk & Traktion - Die serienmäßige Luftfederung dämpft sehr komfortabel, unterbindet Wankbewegungen trotzdem. Kaum Lastwechsel-Tendenzen, mit optionaler Hinterradlenkung erstaunlich agil, dennoch großer Wendekreis. Souveräne Allrad-Traktion. Stock & Stein - 4x4 und die dank Luftfederung höhenverstellbare Bodenfreiheit reichen für Feldwege und Schneewehen, gegen Mehrpreis gibt es ein Offroad-Paket mit zusätzlichen Fahrprogrammen, Unterfahrschutz und mechanischer Mitteldifferenzialsperre. Cockpit & Bedienung - Umfassende Bedien-Varianten via Touchscreen, Sprachsteuerung, Dreh-und-Drück-Regler plus Gestensteuerung, der Aufbau der Menüs ist logisch. Sehr gut: Ergonomie und Sitzposition. Sicht nach schräg hinten mäßig. Innen- & Kofferraum - Fürstliche Platzverhältnisse in den beiden vorderen Reihen, selbst Reihe drei…

6.9

FAZIT

Nobelste SUV-Ausbaustufe, für Europas Straßen gar groß geraten.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Stock & Stein
Cockpit & Bedienung
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Sauber & Grün
Preis & Kosten
User-Wertung : 2.51 ( 4 Stimmen)
7

R6, 24V, Vierfach-Turbo, 2993 ccm, 400 PS (294 kW) bei 4400/min, max. Drehmoment 760 Nm bei 2000–3000/min, Acht­gang-Automatik, Allradantrieb, Scheibenbremsen v/h (bel.), L/B/H 5151/2000/1805 mm, Radstand 3105 mm, 7 (6) Sitze, Wendekreis 13,0 m, Reifendimension 285/45 R 21 (Testwagen-Bereifung Pirelli P Zero v 275/40 R 22, h 315/35 R 22), Tankinhalt 80 l (Ad­-Blue: 22 l), Reichweite 870 km, Kofferraumvolumen 326–2120 l, Leergewicht 2535 kg, zul. Gesamtgewicht 3290 kg, max. Anh.-Last 3500 kg, 0–100 km/h 5,4 sec, Spitze 250 km/h, Steuer (jährl.) € 2305,44, Werkstätten in Österreich 64, Service alle 30.000 km (mind. alle 2 Jahre), Normverbrauch (Stadt/außerorts/Mix) 8,3/6,8/7,4 l, Test­verbrauch 9,2 l Diesel, CO2 (Norm/Test) 193/242 g/km

Offroad-Daten: Böschungswinkel v/h 25°/ 22,2°, Rampenwinkel 19,8°, Bodenfreiheit 221 mm, Wattiefe 500 mm

Front- und vordere Seiten­airbags, Kopfairbag-Vorhänge, Fahrer-Knieairbag, Luftfederung, Lederpolsterung, el. klappbare E-Außenspiegel, LED-Scheinwerfer, aut. Fernlicht, Müdigkeitswarner, Tempomat, Einparkhilfe v+h, Einpark-Assistent, Rückfahrkamera, beheizbare E-Vordersitze, Vierzonen-Klimaautomatik, Panorama-Schiebedach, schlüsselloser Zugang, digitalisierte Armaturen, Head­up-Display, Navigation, 12,3 Zoll-Touchscreen, Harman Kardon Soundsystem, WLAN-Hotspot, induktives Handyladen, 21 Zoll-Aluräder etc.

Innovations-Paket (Radar-Tempomat, Querverkehrs-Warner, Verkehrszeichen-Anzeige, Lenk- und Spurführungs- sowie Spurhalte-Assistent) € 3447,–, xOffroad-Paket (vier Offroad-Fahr­programme, Unterfahrschutz, mechanische Differenzialsperre etc.) € 2224,–, Laserlicht € 1744,–, Aktivfahrwerk mit kamerabasierter Vorschau u. Hinterrad-Lenkung € 4504,–, ­Massage-Sitze v € 1286,–, Sechssitzer-Konfi­gu­ration € 771,–, Lenkradheizung inkl. beheizb. ­Armauflagen u. Mittelkonsole v € 438,–, Fond-En­tertainment € 3100,–, Anhängerkupplung € 1404,–, 22 Zoll-Aluräder ab € 1640,– etc.

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