Lenkung und Fahrwerk sind dazu ziemlich sportlich ausgelegt, die ausgewogene Gewichtsverteilung schielt ebenfalls Richtung Kurven – der Ghibli ist kein Cruiser, sondern eine agile Sportlimousine, die sich mit jedem Stundenkilometer wohler fühlt. Wenn etwas stört, dann sind es Kleinigkeiten, etwa das in Sachen Speed und Auflösung veraltete Multimedia-System, die (optionalen) Schaltwippen, die mit ihrer Größe dem Blinker/Wischerhebel im Weg sind, oder der Automatik-Wählhebel, der beim Wechsel in den Retourgang allzu viel Fingerspitzengefühl verlangt. Als
hochrangiger Dienstwagen drängt sich der Ghibli dennoch auf – wäre er nur sozial etwas besser verträglich.
sehr gut und ist vor allem im I.C.E.-Modus um tiefe Touren bemüht.
Fahrwerk & Traktion – Straffe, nur bei Querfugen schwächelnde Abstimmung (adaptive Dämpfer gegen Aufpreis), agiles Einlenken über durchaus gefühlvolle und direkte Steuerung. Hohe Kurven-Tempi möglich, dank Differenzialsperre auch drifttauglich (bei abgeschaltetem ESP). Sehr kräftige Bremsen.
Cockpit & Bedienung – Ordentliche Sitzposition auf straffen Möbeln mit mittelmäßigem Seitenhalt. Bedienung ohne Rätsel, virtuelle Tasten am Multimedia-Touchscreen ausreichend groß. Schlechte Übersicht nach hinten, Einparkhilfe oder Rückfahrkamera Pflicht. Größere Türfächer wünschenswert.
Innen- & Kofferraum – Mit Ausnahme der hinteren Kopffreiheit genug Passagier-Platz. Der Kofferraum ist üppig bemessen, der Ladeboden (mit großem Fach darunter) bleibt auch nach Umlegen der 2:1-Fondlehnen (praktisch per Knopfdruck) eben. Ski-Durchreiche Serie, Trenn-Netz gegen Aufpreis.
Dran & Drin – Vorne genug Platz, im Fond bieten Mitbewerber mehr Beinfreiheit, der fünfte Sitz ist richtig unbequem. Fein: 2:1 umlegbare Fondlehnen. Der gut zu beladende Kofferraum ist groß genug, nicht sehr hoch, aber mit ausreichender Lade-Länge.
Schutz & Sicherheit – Das klassenübliche Sicherheits-Paket lässt sich um Toterwinkel-Warner inklusive hinteren Querverkehrs-Checks sowie Radar-Tempomat erweitern.
Sauber & Grün – Verbrauch angesichts von Größe, Gewicht und Fahrleistungen voll im Rahmen. Start/Stopp nur über Bordcomputer zu deaktivieren.
Preis & Kosten – Deutlich teurer als Mercedes E und BMW 5er, aber besser bestückt, Jaguars XF gäbe es billiger. Drei Jahre Garantie, Verlängerung um ein oder zwei Jahre gegen Aufpreis. Dünnes Service-Netz, kurze Inspektions-Intervalle. Werthaltung fraglich.





