Test: Mini John Cooper Works Countryman ALL4

20. Januar 2020
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Mini
Klasse:Geländewagen/SUV
Antrieb:Allrad
Treibstoff:Benzin
Leistung:306 PS
Testverbrauch:8,7 l/100km
Modelljahr:2020
Grundpreis:52.385 Euro

Die Marke Mini feiert heuer ihren 60. Geburtstag, was wir in der nächsten Aus­gabe mit einer großen Klassik-Story feiern. Seit 1994 gehört das britische Kult-Label zum BMW-Universum, den Deal klar gemacht hatte Bernd Pischetsrieder – der damalige Konzernlenker der Münchner ist pikanterweise ein Enkel des Mini-Erfinders Alex Issigonis. Würde sich der Sir angesichts des neuen Topmodells der Marke im Grab umdrehen? Schließlich ist der aktuelle Countryman als John Cooper Works fast ­zehnmal so stark wie der Ur-Mini (306 zu 34 PS), hat doppelt so viele Vorwärtsgänge und angetriebene Räder, ist zudem fast eine Tonne schwerer. Und mit einem Basispreis von knapp 50.000 Euro auch nicht mehr sehr Mini.

Abseits des Gejammers selbst ernannter Gralshüter der Marke ist die seit Anfang 2017 gebaute Zweitauflage des Countryman in der nun nachgeschärften Topversion ein wirklich spaßiges Auto. Im Vergleich zum Vorgänger leistet der Vierzylinder jetzt 75 PS und 100 Nm mehr, damit reißt es ihn in knapp über fünf Sekunden von 0 auf 100, und das dank Allrad plus Sperrdifferenzial praktisch auf jedem Untergrund. Der Ur-Mini war seinerzeit ein sensationell agiles Auto, das ist der neue Countryman JCW auch – zumindest verglichen mit herkömmlichen Kompakt-SUV.

Motor & Getriebe – Der Vierzylinder agiert sehr bullig, klingt im gelun­genen Sport-Modus schön sonor. Die dynamisch abgestimmte Automatik ist wirklich top, sie schaltet flott und weich und fast immer richtig.

Fahrwerk & Traktion – Im Normal-Modus haben die optionalen Adaptiv-Dämpfer noch etwas Sinn für Komfort, im Sport-Programm ziemlich ungemütlich. Sehr hoher Kurvenspeed möglich, die dann massiven Lastwechsel-Reaktionen hat das ESP gut im Griff. Top-Traktion dank Allrad und mechanischer Sperre vorne. Feinfühlige Lenkung, sehr gute Bremsen.

Stock & Stein – Allradantrieb als einziges Offroad-Atout, geringe Bodenfreiheit und sportliche Schürzen vereiteln echte Gelände-Ritte.

Cockpit & Bedienung –Gute Sitzposition, fein wäre freilich eine neigungsverstellbare Schenkelauflage für den Fahrer. Einfache Multimedia-Bedienung via Touchscreen, Dreh-und-Drück-Regler oder guter Sprachsteuerung. Echte Schalter für die meisten Grundfunktionen, ausreichend Ablagen, flottes Start/Stopp-System.

Innen- & Kofferraum – Passagier-Platzangebot im Klassenschnitt, ­sinnvoll ist die um 13 Zentimeter verschiebbare Rückbank samt verstellbaren Lehnen um 333 Euro extra. Kofferraum ausreichend groß, Boden (mit ­großem Fach darunter) auch nach Umlegen der 2:1:1-Fondlehnen eben. 

Dran & Drin – Gute, dem Kaufpreis aber nicht ganz ­angemessene Mitgift – gegen Mehrgeld jede Menge Luxus sowie optische Individualisierung. Angenehme Materialien, saubere und klapperfreie Verarbeitung.

Schutz & Sicherheit – Im Zuge der Modellpflege wurde bei den (optionalen) Assistenzsystemen aufgerüstet, Spurhalte- und Spurwechsel-Hilfen fehlen allerdings noch immer. Unverständlich: Abstandsregel-Tempomat funktioniert nur bis 140 km/h.

Preis & Kosten – Der VW T-Roc R ist 3300 Euro günstiger, die Topmodelle von BWM X2 und Jaguar E-Pace sind deutlich kostspieliger, billiger (vor allem ausstattungsbereinigt) bilanziert der Cupra Ateca. Relativ hoher Verbrauch. Magere Gewährleistung und recht ­dünnes Werkstatt-Netz, dafür lange Service-Intervalle. Absolut gesehen hoher Wertverlust.

Dominanter Kreis im Zentrum des Cockpits, der 8,8 Zoll-Monitor samt Navi darin kommt auf 2414 Euro extra.

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Die Marke Mini feiert heuer ihren 60. Geburtstag, was wir in der nächsten Aus­gabe mit einer großen Klassik-Story feiern. Seit 1994 gehört das britische Kult-Label zum BMW-Universum, den Deal klar gemacht hatte Bernd Pischetsrieder – der damalige Konzernlenker der Münchner ist pikanterweise ein Enkel des Mini-Erfinders Alex Issigonis. Würde sich der Sir angesichts des neuen Topmodells der Marke im Grab umdrehen? Schließlich ist der aktuelle Countryman als John Cooper Works fast ­zehnmal so stark wie der Ur-Mini (306 zu 34 PS), hat doppelt so viele Vorwärtsgänge und angetriebene Räder, ist zudem fast eine Tonne schwerer. Und mit einem Basispreis von knapp 50.000 Euro auch nicht mehr sehr Mini. Abseits des Gejammers selbst ernannter Gralshüter der Marke ist die seit Anfang 2017 gebaute Zweitauflage des Countryman in der nun nachgeschärften Topversion ein wirklich spaßiges Auto. Im Vergleich zum Vorgänger leistet der Vierzylinder jetzt 75 PS und 100 Nm mehr, damit reißt es ihn in knapp über fünf Sekunden von 0 auf 100, und das dank Allrad plus Sperrdifferenzial praktisch auf jedem Untergrund. Der Ur-Mini war seinerzeit ein sensationell agiles Auto, das ist der neue Countryman JCW auch – zumindest verglichen mit herkömmlichen Kompakt-SUV.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"]Motor & Getriebe - Der Vierzylinder agiert sehr bullig, klingt im gelun­genen Sport-Modus schön sonor. Die dynamisch abgestimmte Automatik ist wirklich top, sie schaltet flott und weich und fast immer richtig. Fahrwerk & Traktion - Im Normal-Modus haben die optionalen Adaptiv-Dämpfer noch etwas Sinn für Komfort, im Sport-Programm ziemlich ungemütlich. Sehr hoher Kurvenspeed möglich, die dann massiven Lastwechsel-Reaktionen hat das ESP gut im Griff. Top-Traktion dank Allrad und mechanischer Sperre vorne. Feinfühlige Lenkung, sehr gute Bremsen. Stock & Stein - Allradantrieb als einziges Offroad-Atout, geringe Bodenfreiheit und sportliche Schürzen vereiteln echte Gelände-Ritte. Cockpit & Bedienung -Gute Sitzposition, fein wäre freilich eine neigungsverstellbare Schenkelauflage für den Fahrer. Einfache Multimedia-Bedienung via Touchscreen, Dreh-und-Drück-Regler oder guter Sprachsteuerung. Echte Schalter für die meisten Grundfunktionen, ausreichend Ablagen, flottes Start/Stopp-System. Innen- & Kofferraum - Passagier-Platzangebot im Klassenschnitt, ­sinnvoll ist die um 13 Zentimeter verschiebbare Rückbank samt verstellbaren Lehnen um 333 Euro extra. Kofferraum ausreichend groß, Boden (mit ­großem Fach darunter) auch nach Umlegen der 2:1:1-Fondlehnen eben.  Dran & Drin - Gute, dem Kaufpreis aber nicht ganz ­angemessene Mitgift – gegen Mehrgeld jede Menge Luxus sowie optische Individualisierung. Angenehme Materialien, saubere und klapperfreie Verarbeitung. Schutz & Sicherheit - Im Zuge der Modellpflege wurde bei den (optionalen) Assistenzsystemen aufgerüstet, Spurhalte- und Spurwechsel-Hilfen fehlen allerdings noch immer. Unverständlich: Abstandsregel-Tempomat funktioniert nur bis 140 km/h. Preis & Kosten - Der VW T-Roc R ist 3300 Euro günstiger, die Topmodelle von BWM X2 und Jaguar E-Pace sind deutlich kostspieliger, billiger (vor allem ausstattungsbereinigt) bilanziert der Cupra Ateca. Relativ hoher Verbrauch. Magere Gewährleistung und recht ­dünnes Werkstatt-Netz, dafür lange Service-Intervalle. Absolut gesehen hoher Wertverlust.[/vc_column_text][/vc_column][vc_column width="1/2"][vc_column_text css=".vc_custom_1579522377762{margin-top: 0px !important;margin-bottom: 0px !important;}"][/vc_column_text][vc_column_text css=".vc_custom_1579522397239{margin-top: 0px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;background-color: #f2f2f2 !important;}"]Dominanter Kreis im Zentrum des Cockpits, der 8,8 Zoll-Monitor samt Navi darin kommt auf 2414 Euro extra.[/vc_column_text][vc_empty_space height="5px"][vc_column_text][taq_review][/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row css=".vc_custom_1446570885481{padding-top: 15px !important;}"][vc_column][vc_tabs][vc_tab title="Technik" tab_id="ed3d3eb5-217d-33e84-32475293-fb438a06-a519"][vc_column_text]R4, 16V, Turbo, 1998 ccm, 306 PS (225 kW)…

6.5

FAZIT

Der Maxi-Mini ist der vielleicht spaßigste Kompakt-SUV am Markt.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Stock & Stein
Cockpit & Bedienung
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Preis & Kosten
User-Wertung : Keine Bewertungen bisher!
7

R4, 16V, Turbo, 1998 ccm, 306 PS (225 kW) bei 5000–6250/min, max. Drehmoment 450 Nm bei 1750–4500/min, Achtgang-Automatik, Allradantrieb, Scheibenbremsen v/h (v bel.), L/B/H 4299/1822/1557 mm, Radstand 2670 mm, 5 Sitze, Wendekreis 11,4 m, Reifendim. 225/50 R 18 (Testwagen-Bereifung Continental ContiWinterContact), Tankinhalt 51 l, Reichweite 585 km, Kofferraumvol. 450–1390 l, Leergewicht 1600 kg, zul. Gesamtgew. 2175 kg, 0–100 km/h 5,1 sec, Spitze 250 km/h, Steuer (jährl.) € 1684,44, Werkstätten in Österreich 55, Service verschleißabh. (mind. alle 2 Jahre), WLTP-Normverbrauch (kombiniert) 8,6 l, Testverbr. 8,7 l ROZ 95, CO2 (Norm/Test) 195/200 g/km

Offroad-Daten: Böschungswinkel v/h 14,9°/18,5°, Rampenwinkel 12,0°, Bodenfreiheit 156 mm

sechs Airbags, LED-Scheinwerfer, City-Notbremsassistent, 18 ­Zoll-Aluräder, el. klappb. Außenspiegel, Licht- und Regensensor, Tempo­mat, Multifunktions-Sportlederlenkrad, Klimaautomatik, Sportsitze, Leder/Alcantara-Polsterung, Einparkhilfe h, Keyless-Go, Radio mit 6,5 Zoll-Touchscreen und 8 LS, Bluetooth für Telefon und Audio, Sportfahrwerk, Heckspoiler etc.

„Driving Assistant“-Paket (Abstandsregel-Tempomat, Fernlicht-Assistent, Verkehrszeichen- Erkennung, City-Anbremsfunktion mit Personen- und Auffahr-Warner) € 1104,–, Headup-Display € 672,–,Lederpolsterung ab € 1776,–, heizb. Frontscheibe € 226,–, 61 Liter-Tank € 53,–, Navigation ab € 1004,–, DAB-Tuner € 286,–, induktives Handy-Laden € 446,–, Apple CarPlay € 279,–, adaptives Fahrwerk € 559,–, Sitzheizung v € 392,–, Panoramadach € 1117,–, Einparkhilfe v € 446,–, Harman Kardon-Sound € 891,–, 19 Zoll-Aluräder ab € 951,–, Rückfahrkamera € 426,–, E-Heckklappe € 505,–, E-Sitze mit Memory € 1343,–, Metallic- oder Sonder-Lack € ab 778,– etc.

1 Kommentare

  1. Wie sich auch bei uns Menschen die Optik in 60 Jahren verändert und die meisten zu „Wuchteln“ tendieren, passiert es auch dem Mini. Wie ein im Reiferaum vergessener Germteig hat er sich – zum Urmini sowieso – aber speziell zu seiner reschen Neuauflage optisch zu seiner eigenen Parodie entwickelt. Schade.
    PS: wenn schon Allrad, dann bitte auch oben bei den Fahrzeugdaten beim Antrieb auch eintragen.

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