TEST: VW Arteon 2,0 TDI Comfortline

18. Oktober 2017
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Volkswagen
Klasse:Limousine
Antrieb:Vorderrad
Treibstoff:Diesel
Leistung:150 PS
Testverbrauch:5,1 l/100km
Modelljahr:2017
Grundpreis:45.540 Euro

Vielleicht musste sich VW erst auf das Thema Luxus-Segment exakt kalibrieren, aber nach Jahrzehnten des Probierens, dem Santana, dem Phaeton und zuletzt dem (Passat) CC wirkt der Arteon endlich wie ein Modell, das nicht einen erfolgreichen Mitbewerber nachahmt, sondern seinen eigenen Zugang zum Thema gefunden hat: nämlich den des anspruchsvollen Kilometerfressers. Der große Radstand lässt den Wolfsburger Flachmann ruhig und entspannt liegen, perfekt für lange Reisen. Platz gibt es für vier Mitfahrer in Hülle und Fülle, und selbst das Serien-Fahrwerk ohne ­verstellbare Dämpfer arbeitet vielleicht ein wenig straff, aber nie auf der unguten Seite.

Der 150 PS-TDI liefert dazu immer die ausreichende Power – weniger wäre öd, mehr ist aber auch wieder nie wirklich notwendig. Wer viel und lange fährt, für den sind die 3000 Euro Aufpreis zu einem Passat also durchaus gerechtfertigt. Bloß beim Getriebe wäre noch einiges zu kalibrieren. So feinfühlig wie eine klassische Wandlerauto­matik arbeitet DSG zumindest in Kombination mit dem Diesel leider nicht. Würde VW seinem Flaggschiff also noch eine bessere Schaltbox gönnen, man hätte die perfekte Nische der schlauen Vernunft im Luxus-Segment gefunden. 

Motor & Getriebe – Der Zweiliter-Diesel läuft gut gedämmt und weitgehend vibrationsfrei. Spontane Kraftentfaltung, absolut ausreichende Fahrleistungen. Das Doppelkupplungs-Getriebe tut sich vor allem beim Anfahren und Rangieren schwer.

Fahrwerk & Traktion – Wohl auf der straffen Seite, dämpft das Fahrwerk angenehm. Hoher Langstreckenkomfort, sicheres Fahrverhalten, erstaunlich agil in Kurven. Traktion fast nie problematisch, Lenkung ausreichend direkt und frei von Antriebseinflüssen.

Cockpit & Bedienung – Das aus dem Passat bekannte Cockpit gefällt mit hochwertiger Ergonomie und perfekter Sitzpo­sition. Nicht so gut: großer Touchscreen ohne Direktwahl-Tasten. Übersicht trotz flacher Scheiben gut, ausreichend Ablagen im ganzen Auto.

Innen- & Kofferraum – Großzügiges Platzangebot in beiden Reihen, vor allem Innenbreite und Fond-Kniefreiheit sind bemerkenswert. Kofferraum: sehr geräumig mit praktisch-quadratischem Grundlayout. Die mitaufschwenkende Heckscheibe gibt eine sehr große Öffnung frei. Wer mittels 2:1-Umlege-Fondlehnen erweitert, erhält aber eine Stufe im Ladeboden.

Dran & Drin – Ab Werk ordentlich, aber unlogisch bestückt: LED-Licht und vier Mal Sitzheizung gibt es serienmäßig, Navigation allerdings nicht. Optionen-Angebot gut, Verarbeitung und Material-Wahl ohne Tadel. Nur mit DSG und Frontantrieb erhältlich.

Schutz & Sicherheit – Die üblichen Airbags plus Fahrerkniepolster und ein paar E-Helfer ab Werk. Fond-Seitenairbags und großes Assistenz-Angebot gegen Aufpreis.

Sauber & Grün – Problemlos sind niedrige Verbräuche zu erzielen. Start/Stopp-System arbeitet souverän.

Preis & Kosten – Kein Schnäppchen: Der gleich motorisierte Audi A5 Sportback ist nur minimal teurer, gleiches gilt für BMWs 4er Gran Coupé. Besser als die Landsleute: drei Jahre Garantie, gute Wiederverkaufs-Chancen dank vernünftiger Motorisierung.

Vertraute Ansicht: Der Passat spendet die ergonomisch tadellose Arma­turenlandschaft. Praktisch: Die Heckscheibe schwenkt mit auf, der Kofferraum darunter geriet angenehm groß.

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Vielleicht musste sich VW erst auf das Thema Luxus-Segment exakt kalibrieren, aber nach Jahrzehnten des Probierens, dem Santana, dem Phaeton und zuletzt dem (Passat) CC wirkt der Arteon endlich wie ein Modell, das nicht einen erfolgreichen Mitbewerber nachahmt, sondern seinen eigenen Zugang zum Thema gefunden hat: nämlich den des anspruchsvollen Kilometerfressers. Der große Radstand lässt den Wolfsburger Flachmann ruhig und entspannt liegen, perfekt für lange Reisen. Platz gibt es für vier Mitfahrer in Hülle und Fülle, und selbst das Serien-Fahrwerk ohne ­verstellbare Dämpfer arbeitet vielleicht ein wenig straff, aber nie auf der unguten Seite. Der 150 PS-TDI liefert dazu immer die ausreichende Power – weniger wäre öd, mehr ist aber auch wieder nie wirklich notwendig. Wer viel und lange fährt, für den sind die 3000 Euro Aufpreis zu einem Passat also durchaus gerechtfertigt. Bloß beim Getriebe wäre noch einiges zu kalibrieren. So feinfühlig wie eine klassische Wandlerauto­matik arbeitet DSG zumindest in Kombination mit dem Diesel leider nicht. Würde VW seinem Flaggschiff also noch eine bessere Schaltbox gönnen, man hätte die perfekte Nische der schlauen Vernunft im Luxus-Segment gefunden. [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"]Motor & Getriebe - Der Zweiliter-Diesel läuft gut gedämmt und weitgehend vibrationsfrei. Spontane Kraftentfaltung, absolut ausreichende Fahrleistungen. Das Doppelkupplungs-Getriebe tut sich vor allem beim Anfahren und Rangieren schwer. Fahrwerk & Traktion - Wohl auf der straffen Seite, dämpft das Fahrwerk angenehm. Hoher Langstreckenkomfort, sicheres Fahrverhalten, erstaunlich agil in Kurven. Traktion fast nie problematisch, Lenkung ausreichend direkt und frei von Antriebseinflüssen. Cockpit & Bedienung - Das aus dem Passat bekannte Cockpit gefällt mit hochwertiger Ergonomie und perfekter Sitzpo­sition. Nicht so gut: großer Touchscreen ohne Direktwahl-Tasten. Übersicht trotz flacher Scheiben gut, ausreichend Ablagen im ganzen Auto. Innen- & Kofferraum - Großzügiges Platzangebot in beiden Reihen, vor allem Innenbreite und Fond-Kniefreiheit sind bemerkenswert. Kofferraum: sehr geräumig mit praktisch-quadratischem Grundlayout. Die mitaufschwenkende Heckscheibe gibt eine sehr große Öffnung frei. Wer mittels 2:1-Umlege-Fondlehnen erweitert, erhält aber eine Stufe im Ladeboden. Dran & Drin - Ab Werk ordentlich, aber unlogisch bestückt: LED-Licht und vier Mal Sitzheizung gibt es serienmäßig, Navigation allerdings nicht. Optionen-Angebot gut, Verarbeitung und Material-Wahl ohne Tadel. Nur mit DSG und Frontantrieb erhältlich. Schutz & Sicherheit - Die üblichen Airbags plus Fahrerkniepolster und ein paar E-Helfer ab Werk. Fond-Seitenairbags und großes Assistenz-Angebot gegen Aufpreis. Sauber & Grün - Problemlos sind niedrige Verbräuche zu erzielen. Start/Stopp-System arbeitet souverän. Preis & Kosten - Kein Schnäppchen: Der gleich motorisierte Audi A5 Sportback ist nur minimal teurer, gleiches gilt für BMWs 4er Gran Coupé. Besser als die Landsleute: drei Jahre Garantie, gute Wiederverkaufs-Chancen dank vernünftiger Motorisierung.[/vc_column_text][/vc_column][vc_column width="1/2"][vc_column_text css=".vc_custom_1500033352395{margin-top: 0px !important;margin-bottom: 0px !important;}"] [/vc_column_text][vc_column_text css=".vc_custom_1500033194083{margin-top: 0px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;background-color: #f2f2f2 !important;}"]Vertraute Ansicht: Der Passat spendet die ergonomisch tadellose Arma­turenlandschaft. Praktisch: Die Heckscheibe schwenkt mit auf, der Kofferraum darunter geriet angenehm groß.[/vc_column_text][vc_empty_space height="5px"][vc_column_text][taq_review][/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row css=".vc_custom_1446570885481{padding-top: 15px !important;}"][vc_column][vc_tabs][vc_tab title="Technik" tab_id="ed3d3eb5-217d-33e84-32475293-fb4328f6-c193"][vc_column_text]R4, 16V, Turbo, 1968 ccm, 150 PS (110 kW) bei 3500/min, max. Drehmoment 340 Nm bei 1750–3000/min, Siebengang-Direktschaltgetriebe, Vorderradantrieb, Scheibenbremsen v/h (v bel.), L/B/H 4862/1781/1450 mm, Radstand 2837 mm, 5 Sitze, Wendekreis 11,9 m, Reifendimension…

7.3

FAZIT

Die vielleicht vernünftigste Form des automobilen Luxus.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Cockpit & Bedienung
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Sauber & Grün
Preis & Kosten
User-Wertung : 2.07 ( 61 Stimmen)
7

R4, 16V, Turbo, 1968 ccm, 150 PS (110 kW) bei 3500/min, max. Drehmoment 340 Nm bei 1750–3000/min, Siebengang-Direktschaltgetriebe, Vorderradantrieb, Scheibenbremsen v/h (v bel.), L/B/H 4862/1781/1450 mm, Radstand 2837 mm, 5 Sitze, Wendekreis 11,9 m, Reifendimension 245/45 R 18 (Testwagen-Bereifung Conti Eco Contact 5), Tankinhalt 66 l (Ad Blue: 13 l), Reichweite 1290 km, Kofferraumvolumen 563 l, Leergewicht 1643 kg, zul. Gesamtgewicht 2360 kg, max. Anh.-Last 2000 kg, 0–100 km/h 9,1 sec, Spitze 220 km/h, Steuer (jährl.) € 658,44, Werkstätten in Österreich 272, Service alle 30.000 km (mind. 1x/Jahr), Normverbrauch (Stadt/außerorts/Mix) 5,3/3,9/4,4 l, Testverbrauch 5,1 l Diesel, CO2 (Norm/Test) 116/134 g/km

Front- und vordere Seitenairbags, durchgehende Kopfairbag-Vorhänge, Fahrerknie-Airbag, Müdigkeits-Erkennung, Multikollisionsbremse, Abstandsregel-Tempomat, Spurhalte-Assistent, Notbrems-Assistent, Isofix-Halterungen, Einparkhilfe v+h, Voll-LED-Licht, LED-Heckleuchten, Fernlicht-Automatik, autom. abblendb. Innenspiegel, beheizb. und el. anklappb. E-Außenspiegel mit Umfeldbeleuchtung, Multifunktions-Lederlenkrad, Alcantara-Leder-Komfort-Sitze, Sitzheizung v+h, CD-Radio mit Touchscreen und 8 LS, Bluetooth für Telefon und Audio, Aux-, SD-Karten- und USB-Slot, 18 Zoll-Aluräder, Licht- und Regensensor, E-Fensterheber v+h, Klimaautomatik, 230 V-Steckdose, FB-Zentralsperre etc.

Premium-Paket (Active Info Display, Verkehrszeich-Enerkennung, Navigation, schlüsselloser Zugang etc.) € 3213,–, Fond-Seitenairbags € 408,–, Spurwechsel-Assistent inkl. Auspark-, Spurhalte- und Stauassistent € 628,–, Active Info Display € 588,–, Alarm € 440,–, adaptives Fahrwerk € 1121,–, klappb. Anhängerkupplung € 1031,–, Lederausstattung € 756,–, Metallic-Lack € 691,–, 20 Zoll-Aluräder € 1160,–, schlüsselloser Zugang inkl. E-Heckklappe € 1181,–, getönte Fondscheiben € 313,–, beheizb. Frontscheibe € 400,–, Headup-Display € 590,–, LED-Kurvenlicht € 1410,–, Lenkradheizung € 163,–, Navigation ab € 895,–, Einpark-Assistent € 296,–, Rückfahrkamera € 423,–, 360 Grad-Kamera € 913,– etc.

2 Kommentare

  1. Ich befürchte den Arteon wird das selbe Schicksal ereilen wie den Phaeton. Ein sehr gut gemachtes Auto, das niemand kaufen wird.

    • Kann schon sein.
      Wer die Raten für den Arteon zahlen kann, kann es auch für den A5 SB. Und der ist noch mehr Premium. Und sieht mMn auch besser aus.
      MfGJ

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