Wie auch immer, jetzt ist nach anfänglichen Technik-Problemen die Cabrio-Version startklar, bei uns im Test gastierte das vorläufige Benziner-Topmodell. 8275 Euro beträgt hier der Aufpreis zum Coupé, in Summe muss man für das M440i xDrive Cabrio mindestens 84.175 Euro hinblättern – ein Openair-Viersitzer vom Premium-Anbieter mit Allradantrieb und potentem Sechszylinder geht halt ins Geld.
Versöhnlich für Frischluft-Fans: Das 4er Cabrio trägt endlich wieder ein nobles Stoffdach. Genau genommen ist es ein so genanntes Flächenspriegel-Verdeck, es besteht aus steifen Elementen, die mit hochwertigem Textil überzogen sind. 40 Prozent leichter ist die Konstruktion im Vergleich zum Vorgänger, dazu flotter – die zwei Sekunden für Auf oder Zu fallen nicht so sehr ins Gewicht, wohl aber, dass die Prozedur auch während der Fahrt mit bis zu 50 km/h möglich ist statt mit maximal 18.
Top ist das geschlossene Verdeck auch in Sachen Dämmung, man hat stets das Gefühl, in einem Coupé zu sitzen. Dass die zweite Generation des 4er Cabrios insgesamt geräumiger wurde, liegt nicht nur am Dach, sondern vor allem an den deutlich gestiegenen Außenmaßen – 13 Zentimeter sind es in der Länge und immerhin drei in der Breite. Trotz Stoffhauberl stieg somit auch das Gesamtgewicht gegenüber dem Vorgänger leicht.
Alternativ zum M440i gibt es hinterradgetriebene Vierzylinder als Benziner (184 oder 258 PS) und Diesel (190 oder 268 PS, jeweils mit Mildhybrid), ab November auch den M440d xDrive mit 340 PS und 700 Nm als kaum langsamere, aber deutlich sparsamere Alternative zu unserem Testwagen. Ganz oben in der Palette thront das M4 Cabrio mit 510 PS, in nur 3,7 Sekunden soll es den Allradler aus dem Stand auf Tempo 100 reißen.
Doch gerade für ein Genuss-Cabrio bietet schon der 440er mehr als genug Punch, dank optionalem Adaptiv-Fahrwerk ist der Frischluft-Vierer zudem erstaunlich komfortabel – selbst in den Sport-Modi. Die drängen sich auch ob des besseren Motorsounds auf. Wenn man schon in einem derart sportlichen und teuren Cabrio sitzt, möchte man seine sechs Häferln schließlich auch hören – und gehört wissen.
Fahrwerk & Traktion – Mit dem Adaptiv-Fahrwerk um nur 606 Euro selbst in den Sport-Modi genug Komfort. Agiles Handling über variable Sportlenkung (Serie), keine Tücken im Grenzbereich – leichte Power-Drifts beim Herausbeschleunigen aus Kurven möglich. Top-Traktion dank Allrad und Hinterachs-Sperrdifferenzial. Sehr gute Bremsanlage.
Bedienung & Multimedia – Gute Sitzposition, optimal ablesbare Digital-Instrumente mit etwas Konfigurations-Spielraum. Weitgehend ärgerfreie Bedienung über Touchscreen, Dreh-und-Drück-Regler oder (gute) Sprachsteuerung. Kabelloses Handyladen kostet 492 Euro extra, die Smartphone-Integration (jetzt auch mit Android Auto) ist aufpreisfrei an Bord. Fein: Gurtbringer, genug Ablagen, Auto Hold-Funktion der E-Parkbremse, im Fond USB-Slots und eigene Klimasteuerung.
Auf & Zu – Flottes, top gedämmtes Stoffverdeck, Dach-Bewegung während der Fahrt bis 50 km/h möglich sowie optional auch via Fernbedienung. Gegen Aufpreis: Windschott (366 Euro, gut im Kofferraum zu verstauen) und Nackenwärmer (553 Euro, geht mit der Kopfstützenhöhe mit, könnte aber wirkungsvoller sein). Plus: Zentralschalter für die Fensterheber, sehr hohe Karosserie-Steifigkeit.
Innen- & Kofferraum – Viel Platz vorne, im Fond stört die nach außen hin beengte Ellbogen- und Schulterfreiheit. Kofferraum bei geschlossenem Dach groß genug (15 Liter mehr als beim Vorgänger, bei offenem Verdeck lautet das Plus sogar 80 Liter), serienmäßiges Durchladesystem (Ski-Durchreiche oder im Ganzen umlegbare Fondlehne, dann 55 x 30 Zentimeter große Öffnung). Ladekante ausreichend tief, 12V-Steckdose und Kleinzeugfächer im Gepäckabteil.
Dran & Drin – Herzeigbare Ausstattung (Leder, E-Sitze, Navigation, Rückfahrkamera, Sitzheizung vorne etc.), unter den vielen Extras ist das Österreich-Paket eigentlich ein Muss. Hochwertige Materialien, saubere und solide Verarbeitung. Als alternative Verdeckfarbe gibt es nur Anthrazit mit Metallic-Schimmer um 300 Euro extra.
Schutz & Sicherheit – Nicht erwähnenswertes Airbag-Aufkommen, auch in Sachen Assistenzsysteme ist nur das Notwendigste an Bord – alles andere bis hin zum teilautonomen Fahren muss man nachkaufen, am besten über die „Driving Assistant“-Pakete.
Preis & Kosten – Die Cabrio-Versionen des Audi S5 und das Mercedes C 43 AMG sind rund 5000 bzw. 4000 Euro teurer – in dieser Liga fast vernachlässigbar. Kein Hit bei BMW: die nur zweijährige Gewährleistung. Absolut vertretbarer Verbrauch. Ausreichend heimische Markenstützpunkte, lange Service-Intervalle. Angesichts der hohen PS-Leistung wohl ebensolcher Wertverlust.








