Großer Test: Land Rover Ranger Rover LWB D350 AWD Autobiography 7-Sitzer

30. Januar 2023
Keine Kommentare
1.640 Views
Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Land Rover
Klasse:Geländewagen/SUV
Antrieb:Allrad
Treibstoff:Diesel
Leistung:350 PS
Testverbrauch:8,9 l/100km
Modelljahr:2023
Grundpreis:198.505 Euro

Wenn es um die zeitgemäße Neuauflage eines Klassikers geht, ist Fingerspitzengefühl gefragt. Obwohl die Briten bzw. die Inder satte 125 Patente für das neue Modell angemeldet haben, ist auf den ersten Blick klar, dass es sich hier um einen klassischen Range Rover handelt. 

Das Design wirkt schlicht, jegliche Verschnörklungen wurden vermieden. Bestes Beispiel dafür ist das neu gestaltete Heck, bei dem alle Lichter in schwarzen Paneelen versteckt sind. Die Türscheiben gehen ohne Gummi-leiste direkt ins Blech bzw. Glas über, die Türgriffe fahren erst bei Bedarf aus. Die klassische Design-DNA des Rangie kommt durch den Feinschliff besonders gut hervor: Die durchgehende Gürtel-, die hinten ansteigende Schweller- und die leicht abfallende Dachlinie sind typisch für alle (nunmehr fünf) Generationen. 

Innen wurde ebenso dezent nachgeschärft, dank des größeren, nun richtig hochauflösenden Bildschirms wirkt das sonst so klassisch angerichtete Cockpit wieder am Puls der Zeit. Es stehen drei Ausstattungsstufen zur Auswahl, diese machen von gutbürgerlich über großindustriell bis hochadelig jegliches in Frage kommende Klientel glücklich.  

In Sachen Antrieb hat man die Wahl: Es gibt drei Ausbaustufen des Sechszylinder-Diesels (wir haben die stärkste mit 350 PS ausgefasst), dazu kommt ein Benziner mit gleicher Häferl-Zahl, den es auch kombiniert in zwei unterschiedlichen Plug-In-Hybrid-Systemen gibt – deren E-Reichweite: angeblich rund 80 Kilometer. Traditionell darf auch ein V8-Benziner nicht fehlen, dieser hat nun 530 PS.

Wirklich neu: Den „großen“ Range Rover gibt es nun in Kombination mit den jeweils stärksten Motorisierungen optional mit sieben Sitzen, und das wiederum nur gepaart mit langem Radstand. Die riesigen Abmessungen wurden im Innenraum gut genutzt, so reist man auch in der dritten Reihe komfortabel. 

Und wie sieht der Alltag mit dem Luxusdampfer aus? Dank bärenstarkem Diesel, serienmäßiger Hinterachslenkung und guter Übersicht ist der Rangie leicht zu handeln, die Abmessungen werden nur selten zur Bürde des royalen Auftritts.   

Motor & Getriebe – Der doppelt aufgeladene Reihensechszylinder-Diesel ist äußerst kultiviert, schon bei niedrigen Touren kräftig und zudem drehfreudig. Die ­Mildhybrid-Unterstützung sorgt für seidenweiches Erwachen aus der Start/Stopp-Ruhe. Top-Geräuschdämmung. Die butterweich und flott schaltende Achtgang-Auto­matik hält die Gänge ab und an recht lang. Manueller ­Gangwechsel über Schaltwippen am Lenkrad, Auto-Hold-Funktion mittels kräfti­gem Druck aufs Bremspedal.

Fahrwerk & Traktion – Besonders komfortable Fahrwerksabstimmung: Luftfederung und aktive Wankstabilisierung sorgen für gediegenes Dahingleiten, trotz optionaler 23 Zoll-Räder. In Kurven stoisch, wenig überraschend aber ohne Dynamik-Ambitionen. Nur mit Mühe in den Grenzbereich zu bringen, solide Regelsysteme. Feinfühlige, je nach Fahr-Modus unterschiedlich leichtgängige Lenkung, wendig dank Hinterachs-Lenkung. Traktion dank Allrad und zwei Sperren nie ein Problem – dazu Geländeuntersetzung auf Knopfdruck. Ausreichend kräftige ­Bremsen.

Cockpit & Bedienung – Aufrechte, hohe Sitzposition (mühsamer Einstieg) auf besonders komfortablen Stühlen, die allerdings nur wenig Seitenhalt bieten. Ergonomisch einwandfrei. Nach kurzem Studium ist das Multimedia-sys­tem durchschaubar, die Software läuft stabil (bis auf Apple CarPlay). Für die Bedienung stehen Touchscreen, Knöpfe, Drehregler und eine (mäßige) Sprachsteuerung parat. Dank großer Scheiben überraschend gute Übersicht, allerdings recht kleine Außen­spiegel. Außerdem: großer Tank, zahlreiche gut nutzbare Ablagen.   

Innen- & Kofferraum – Bis auf die im Klassen-Vergleich nur durchschnittliche Kopffreiheit überragendes Platzangebot. Das gilt für alle Reihen, auch für die Sitze sechs und sieben – dort reisen selbst Erwachsene nicht unbequem. Großer, sehr gut nutzbarer Kofferraum mit zweigeteilter Heckklappe – das ist nicht immer praktisch, doch der untere Teil kann aufgeklappt als Sitzbank verwendet werden. Extreme Kofferraum-Länge. Auch die Sitze in Reihe zwei und drei sind elektrisch umklappbar, zurück bleibt dann eine weitgehend ebene Ladefläche, allerdings mit einigen Kanten und Spalten.

Dran & Drin – Dass für Metallic-Lack Aufpreis verlangt wird, passt nicht recht zum getesteten Top-Trimm „Autobiography“, ansonsten ist nämlich so ziemlich alles an Bord, was man sich wünschen kann – von diver­sen Offroad-Features bis hin zu kühlbaren Komfort-Sitzen inklusive Massage-Funktion in der ersten Reihe. Mit der fünfsitzigen Version im Einstiegs-Trimm kann man bei gleicher Motorisierung rund 25.000 Euro sparen. Feinste Materialien und penible Verarbeitung – beim Testwagen knarzte allerdings das eine oder andere Teil.

Schutz & Sicherheit – Keine Highlights beim Airbag-Aufgebot, dafür sind alle ­erdenklichen Assistenzsysteme serienmäßig an Bord – in jeder Ausstattungsstufe.

Preis & Kosten – Preislich in einem eigenen Segment angesiedelt: Die deutschen Groß-SUV BMW X7 und Mercedes GLS sind nicht ganz so kostspielig, (kleinere und teurere) britische Nobelware wie Bentley Bentayga und Aston Martin DBX nicht als Diesel zu haben. Lange Service-Intervalle, doch wenig Werkstätten. Passable drei Jahre Garantie. Hoher Wertverlust, dafür vernünftiger Praxis-Verbrauch. 

Großes, aber zartes Vierspeichen-Lenkrad, thronende Sitzposition, niedrige Gürtellinie: Attribute, die seit 50 Jahren das Range-Rover-Cockpit auszeichnen.

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Wenn es um die zeitgemäße Neuauflage eines Klassikers geht, ist Fingerspitzengefühl gefragt. Obwohl die Briten bzw. die Inder satte 125 Patente für das neue Modell angemeldet haben, ist auf den ersten Blick klar, dass es sich hier um einen klassischen Range Rover handelt.  Das Design wirkt schlicht, jegliche Verschnörklungen wurden vermieden. Bestes Beispiel dafür ist das neu gestaltete Heck, bei dem alle Lichter in schwarzen Paneelen versteckt sind. Die Türscheiben gehen ohne Gummi-leiste direkt ins Blech bzw. Glas über, die Türgriffe fahren erst bei Bedarf aus. Die klassische Design-DNA des Rangie kommt durch den Feinschliff besonders gut hervor: Die durchgehende Gürtel-, die hinten ansteigende Schweller- und die leicht abfallende Dachlinie sind typisch für alle (nunmehr fünf) Generationen.  Innen wurde ebenso dezent nachgeschärft, dank des größeren, nun richtig hochauflösenden Bildschirms wirkt das sonst so klassisch angerichtete Cockpit wieder am Puls der Zeit. Es stehen drei Ausstattungsstufen zur Auswahl, diese machen von gutbürgerlich über großindustriell bis hochadelig jegliches in Frage kommende Klientel glücklich.   In Sachen Antrieb hat man die Wahl: Es gibt drei Ausbaustufen des Sechszylinder-Diesels (wir haben die stärkste mit 350 PS ausgefasst), dazu kommt ein Benziner mit gleicher Häferl-Zahl, den es auch kombiniert in zwei unterschiedlichen Plug-In-Hybrid-Systemen gibt – deren E-Reichweite: angeblich rund 80 Kilometer. Traditionell darf auch ein V8-Benziner nicht fehlen, dieser hat nun 530 PS. Wirklich neu: Den „großen“ Range Rover gibt es nun in Kombination mit den jeweils stärksten Motorisierungen optional mit sieben Sitzen, und das wiederum nur gepaart mit langem Radstand. Die riesigen Abmessungen wurden im Innenraum gut genutzt, so reist man auch in der dritten Reihe komfortabel.  Und wie sieht der Alltag mit dem Luxusdampfer aus? Dank bärenstarkem Diesel, serienmäßiger Hinterachslenkung und guter Übersicht ist der Rangie leicht zu handeln, die Abmessungen werden nur selten zur Bürde des royalen Auftritts.   [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"]Motor & Getriebe - Der doppelt aufgeladene Reihensechszylinder-Diesel ist äußerst kultiviert, schon bei niedrigen Touren kräftig und zudem drehfreudig. Die ­Mildhybrid-Unterstützung sorgt für seidenweiches Erwachen aus der Start/Stopp-Ruhe. Top-Geräuschdämmung. Die butterweich und flott schaltende Achtgang-Auto­matik hält die Gänge ab und an recht lang. Manueller ­Gangwechsel über Schaltwippen am Lenkrad, Auto-Hold-Funktion mittels kräfti­gem Druck aufs Bremspedal. Fahrwerk & Traktion - Besonders komfortable Fahrwerksabstimmung: Luftfederung und aktive Wankstabilisierung sorgen für gediegenes Dahingleiten, trotz optionaler 23 Zoll-Räder. In Kurven stoisch, wenig überraschend aber ohne Dynamik-Ambitionen. Nur mit Mühe in den Grenzbereich zu bringen, solide Regelsysteme. Feinfühlige, je nach Fahr-Modus unterschiedlich leichtgängige Lenkung, wendig dank Hinterachs-Lenkung. Traktion dank Allrad und zwei Sperren nie ein Problem – dazu Geländeuntersetzung auf Knopfdruck. Ausreichend kräftige ­Bremsen. Cockpit & Bedienung - Aufrechte, hohe Sitzposition (mühsamer Einstieg) auf besonders komfortablen Stühlen, die allerdings nur wenig Seitenhalt bieten. Ergonomisch einwandfrei. Nach kurzem Studium ist das Multimedia-sys­tem durchschaubar, die Software läuft stabil (bis auf Apple CarPlay). Für die Bedienung stehen Touchscreen, Knöpfe, Drehregler und eine (mäßige) Sprachsteuerung parat. Dank großer Scheiben überraschend gute Übersicht, allerdings recht kleine Außen­spiegel. Außerdem: großer Tank, zahlreiche gut nutzbare Ablagen.    Innen- & Kofferraum - Bis auf die im Klassen-Vergleich nur durchschnittliche Kopffreiheit überragendes Platzangebot. Das gilt für alle…

8

FAZIT

Konservativ und trotzdem am Puls der Zeit: der Offroad-Klassiker unter den Luxus-SUV.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Bedienung & Multimedia
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Preis & Kosten
User-Wertung : Keine Bewertungen bisher!
8

R6, 24V, Bi-Turbo, 2997 ccm, 350 PS (258 kW) bei 4000/min, max. Drehmoment 700 Nm bei 1500/min, 48V-Mildhybrid, E-Motor 20 PS (15 kW), Achtgang-Getriebe, Allradantrieb, Scheibenbremsen v/h (bel.), L/B/H 5252/2047/1870 mm, Radstand 3197 mm, 7 Sitze, Wendekreis 11,5 m, Reifendim. 275/45 R 22 (Testwagen-Bereifung 285/40 R 23), Tankinhalt 80 l (AdBlue: 20 l), Reichweite 900 km, Kofferraumvol. 229/ 713–2601 l, Leergew. (EU) 2666 kg, zul. Gesamtgewicht 3400 kg, max. Anh.-Last 3500 kg, 0–100 km/h 6,4 sec, Spitze 234 km/h, Steuer (jährl.) € 2566,08, Werkstätten in Österreich 27, Service alle 34.000 km (mind. alle zwei Jahre), WLTP-Normverbr. kombiniert 8,0 l, Testverbrauch 8,9 l Diesel, CO2 (Norm/Test) 211/234 g/km

sechs Airbags, Spurhalte-, Spurführungs-, Toterwinkel- und Querverkehrs-Assistent, Verkehrszeichenerkennung, Adaptiv-Tempomat inkl. Stauassistent, Bergabfahr-Hilfe, LED-Scheinwerfer mit Fernlicht-Automatik, Rundumkameras, Einpark-Automatik, Headup-Display, Vierzonen-Klimaautomatik, E-Sitze, heiz- und kühlbare Komfortsitze v inkl. Massage-Funktion, Lederpolsterung, Leder-Dachhimmel, Holz- oder Pianolack-Dekor, digitale Instrumente, 13,1 Zoll- Touchscreen-Multimedia mit USB-C/Bluetooth-Schnittstelle und HiFi-Sound mit 34 LS plus 2 Subwoofer (1600W), DAB-Tuner, Navigation, induktive Ladestation, el. klappbare Außenspiegel, Innenspiegel autom. abblendend, Kamera-Innenspiegel, heizb. Windschutzscheibe, heizb. Multifunktions-Lederlenkrad, sensorgesteuerte E-Heckklappe, Soft-close-Türen, Akustik-Verglasung, E-Glas-Panoramaschiebedach, schlüsselloser Zugang, Alarmanlage, Allradlenkung, 22 Zoll-Aluräder, mechanische Hinterachs-Sperre etc.

Metallic-Lack € 1212,–, Premium-Lackierung € 2355,–, Dach in schwarz € 1059,–, abgedunkelte Fondscheiben € 540,–, 23 Zoll-Aluräder ab € 1815,–, elektrisch ausfahrende Anhängekupplung € 1059,–, Multimediasystem im Fond € 3328,–, Lenkrad mit Holz-Dekor € 882,–, Kühlfach in der vorderen Mittelkonsole € 772,–, Standheizung € 1605,– etc.