Großer Test Renault Austral Mild Hybrid 160 Automatik Techno Esprit Alpine

5. Mai 2023
Keine Kommentare
3.779 Views
Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Renault
Klasse:Geländewagen/SUV
Antrieb:Vorderrad
Treibstoff:Benzin
Leistung:156 PS
Testverbrauch:7,5 l/100km
Modelljahr:2023
Grundpreis:0 Euro

Test Renault Austral: Um in der hart umkämpften Klasse der Kompakt-SUV die richtigen Kaufanreiz-Akzente setzen zu können, hat man sich bei Renault einiges einfallen lassen. Dabei geht es nicht nur um ­einen frischen Namen und einen modernen Look, sondern auch um ein zeitgemäßes Multimedia-Erlebnis und möglichst hochwertiges Feeling im Innenraum. 

Großer Entwicklungssprung

Konnte Renault abliefern? Auf vielen Ebenen ist diese Frage mit „Ja“ zu beantworten. Selten gibt es so einen großen Entwicklungssprung zu verzeichnen, der Austral scheint zwei Generationen jünger als sein Vorgänger Kadjar. Das neue Außenkonzept namens „Nouvelle Vague“ wirkt wie aus einem Guss, innen gibt’s eine hochwertige, L-förmige Bildschirm-Anordnung, bekannt aus dem elektrischen Mégane. Vor allem das auf Google-Daten basierende Navi und dessen optische Darstellung gefallen.  

Maßgeblich zum hochwertigen Gesamt-Auftritt trägt die von uns ausgefasste Ausstattungs-linie bei. Schon spannend, wie sich die Zeiten ändern: Hatte Renault bei der Wiederbelebung von Alpine noch alles Erdenkliche versucht, um die Unabhängigkeit von der Mutter-Marke zu verdeutlichen (etwa mit einem Multimediasystem von Schwester ­Nissan), scheint nun alles anders. 

Renault Sport-Line ist als dynamische Trimm-Linie tot, lang lebe Alpine! Die beiden höchsten Ausstattungsstufen (von denen wir die günstigere testen konnten) tragen stolz die Insignien der französischen Sportmarke. 

Auffälliger Innenraum

Besonders auffällig ist der Innenraum: Die Nähte des Lenkrads mit Teil-Alcantara-Bezug sind in den französischen Farben gehalten, die Sportsitze (ebenfalls zum Teil mit Rauleder be­zogen) tragen das A à la Alpine, überall finden sich blaue Akzente, etwa auf den Gurten.

In Sachen Antrieb haben wir das mittlere der drei angebotenen Aggregate ausgefasst, nämlichen einen 158 PS starken Benziner, der am Papier von ­einem 12V-Mildhybrid-System profitiert. In der Praxis ist davon nichts zu merken, Renault gibt im Gegensatz zu anderen keine Leistungsdaten für den Strom-Boost an. 

Beim Verbrauch kann der Motor auch nicht wirklich glänzen, ein Diesel hätte deutliche Vor­teile für Geldbörse (und Klima) gebracht, ist aber nicht im Angebot. Dazu lässt der Durchzug des Vierzylinders bei höherem Tempo zu wünschen übrig. Überholen wird auf der Autobahn zum Geduldspiel, nicht zuletzt durch das stufenlose Getriebe. Im Stadtverkehr gibt es dagegen nichts auszu­setzen. Die genaue Bewertung des Test Renault Austral lesen Sie unten.

Dieser Test erschien übrigens mit vielen weiteren in der Ausgabe Jänner/Februar 2023 von Alles Auto, hier online zu bestellen.

Motor & Getriebe

Dem kultivierten und gut gedämmten Vierzylinder-Benziner fehlt es bei höherem Tempo an Durchzug, sonst ist er ausreichend ­kräftig. Der Gummiband-Effekt des an sich feinen stufenlosen Getriebes ist spürbar, auch wenn dieser deutlich geringer ausfällt als bei der Konkurrenz. Vom 12 Volt-Mildhybrid merkt man fast nichts. Über die Schaltwippen hinterm Lenkrad können Fahrstufen ­simuliert werden (zum Beispiel für die Motorbremse beim Bergabfahren).

Fahrwerk & Traktion

Recht straff abgestimmt, die Wank-Neigung hält sich demnach in Grenzen – genügend Komfort ist dennoch gegeben. Sehr sicheres Fahrverhalten, kaum Unter­steuern. Recht direktes Einlenk-Verhalten, feinfühlige und fast schwergängige Steuerung. Keine Schwächen in Sachen Traktion auf trockener Fahrbahn (Allradantrieb ist keiner verfügbar), dazu gut dosierbare und ausreichend kräftige Bremsen. 

Bedienung & Multimedia

Angenehme Sitzposition auf gut gemachten Sport-Sesseln, genügend Seitenhalt. Die Bedienung ist etwas gewöhnungsbedürftig: Das fängt bei der Gangwahl über einen Lenkstock-Hebel an und endet bei Justierung der Lautstärke am Renault-typischen ­Bedien-Satelliten. Fein: Klimasteuerung über echte Tasten. Das flotte ­Multimediasystem wird über den Touchscreen oder über die Sprachsteuerung komman­diert, die Software läuft leider nicht immer stabil – das gilt vor ­allem für die kabellose Smartphone-Integration. Induktives Handyladen Serie. Eher wenige Ablagen, Türfächer zu klein für Flaschen. Ausreichend großer Tank. Rundumsicht OK, Rückfahrkamera Serie.  

Innen- & Kofferraum

Tolle Platzverhältnisse in beiden Reihen. Je nach Position der um 16 Zentimeter verschiebbaren Rückbank kann auch die Beinfreiheit im Fond überzeugen. Leichter Zustieg dank weit öffnender Türen. Die hinteren Lehnen sind im Verhältnis 2:1 umlegbar, dann entsteht
jedoch eine recht große Stufe im Ladeboden. Großer und gut nutzba­rer Kofferraum, im Kellerfach findet ein Notrad Platz. 

Dran & Drin

Vor allem optisch hat der „Techno Esprit Alpine“ einiges zu bieten, darunter 20 Zoll-Alus. Zudem ist ein Navi an Bord, Sitzheizung oder E-Heckklappe kosten jedoch Aufpreis. Interessante Extras wie Hinter­achs-Lenkung, Headup-Display, Rundumkameras und Premium-Sound sind nur für den 2500 Euro teureren Top-Trimm „Iconic ­Esprit Alpine“ verfügbar, der u.a. E-Sitze serienmäßig an Bord hat. Qualita­tiv deutlich besser als beim Vorgänger: Materialien & Verarbeitung. 

Schutz & Sicherheit

Top: Volle fünf Sterne beim Euro-NCAP-Crashtest. Übliches Luftpolster-Aufkommen plus moderner Zentral-Airbag. Um auf die volle Assistenz-Ausstattung zu kommen, muss extra in die Tasche gegriffen werden, nur ein Spurhalte-Assistent ist serienmäßig. 

Preis & Kosten

Preislich durchaus attraktiv, deutlich günstiger als Plattform-Bruder Nissan Qashqai. Ebenso teurer: Peugeot 3008 und Citroën C5 sowie Klassen-Referenz VW Tiguan. Jährlicher Besuch einer der zahlreichen Werkstätten ist Pflicht. Ansprechender Garantie-Rahmen von fünf Jahren. Recht hoher Test-Verbrauch, vermutlich ­ausreichend Wiederverkaufs-Potenzial. 

Test Renault Austral (Cockpit)

Hochwertiges und dynamisch abgeschmecktes Austral-Cockpit, cooles Lenkrad mit integriertem Fahrmodi-Knopf

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Test Renault Austral: Um in der hart umkämpften Klasse der Kompakt-SUV die richtigen Kaufanreiz-Akzente setzen zu können, hat man sich bei Renault einiges einfallen lassen. Dabei geht es nicht nur um ­einen frischen Namen und einen modernen Look, sondern auch um ein zeitgemäßes Multimedia-Erlebnis und möglichst hochwertiges Feeling im Innenraum.  Großer Entwicklungssprung Konnte Renault abliefern? Auf vielen Ebenen ist diese Frage mit „Ja“ zu beantworten. Selten gibt es so einen großen Entwicklungssprung zu verzeichnen, der Austral scheint zwei Generationen jünger als sein Vorgänger Kadjar. Das neue Außenkonzept namens „Nouvelle Vague“ wirkt wie aus einem Guss, innen gibt’s eine hochwertige, L-förmige Bildschirm-Anordnung, bekannt aus dem elektrischen Mégane. Vor allem das auf Google-Daten basierende Navi und dessen optische Darstellung gefallen.   Maßgeblich zum hochwertigen Gesamt-Auftritt trägt die von uns ausgefasste Ausstattungs-linie bei. Schon spannend, wie sich die Zeiten ändern: Hatte Renault bei der Wiederbelebung von Alpine noch alles Erdenkliche versucht, um die Unabhängigkeit von der Mutter-Marke zu verdeutlichen (etwa mit einem Multimediasystem von Schwester ­Nissan), scheint nun alles anders.  Renault Sport-Line ist als dynamische Trimm-Linie tot, lang lebe Alpine! Die beiden höchsten Ausstattungsstufen (von denen wir die günstigere testen konnten) tragen stolz die Insignien der französischen Sportmarke.  Auffälliger Innenraum Besonders auffällig ist der Innenraum: Die Nähte des Lenkrads mit Teil-Alcantara-Bezug sind in den französischen Farben gehalten, die Sportsitze (ebenfalls zum Teil mit Rauleder be­zogen) tragen das A à la Alpine, überall finden sich blaue Akzente, etwa auf den Gurten. In Sachen Antrieb haben wir das mittlere der drei angebotenen Aggregate ausgefasst, nämlichen einen 158 PS starken Benziner, der am Papier von ­einem 12V-Mildhybrid-System profitiert. In der Praxis ist davon nichts zu merken, Renault gibt im Gegensatz zu anderen keine Leistungsdaten für den Strom-Boost an.  Beim Verbrauch kann der Motor auch nicht wirklich glänzen, ein Diesel hätte deutliche Vor­teile für Geldbörse (und Klima) gebracht, ist aber nicht im Angebot. Dazu lässt der Durchzug des Vierzylinders bei höherem Tempo zu wünschen übrig. Überholen wird auf der Autobahn zum Geduldspiel, nicht zuletzt durch das stufenlose Getriebe. Im Stadtverkehr gibt es dagegen nichts auszu­setzen. Die genaue Bewertung des Test Renault Austral lesen Sie unten. Dieser Test erschien übrigens mit vielen weiteren in der Ausgabe Jänner/Februar 2023 von Alles Auto, hier online zu bestellen.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"] Motor & Getriebe Dem kultivierten und gut gedämmten Vierzylinder-Benziner fehlt es bei höherem Tempo an Durchzug, sonst ist er ausreichend ­kräftig. Der Gummiband-Effekt des an sich feinen stufenlosen Getriebes ist spürbar, auch wenn dieser deutlich geringer ausfällt als bei der Konkurrenz. Vom 12 Volt-Mildhybrid merkt man fast nichts. Über die Schaltwippen hinterm Lenkrad können Fahrstufen ­simuliert werden (zum Beispiel für die Motorbremse beim Bergabfahren). Fahrwerk & Traktion Recht straff abgestimmt, die Wank-Neigung hält sich demnach in Grenzen – genügend Komfort ist dennoch gegeben. Sehr sicheres Fahrverhalten, kaum Unter­steuern. Recht direktes Einlenk-Verhalten, feinfühlige und fast schwergängige Steuerung. Keine Schwächen in Sachen Traktion auf trockener Fahrbahn (Allradantrieb ist keiner verfügbar), dazu gut dosierbare und ausreichend kräftige Bremsen.  Bedienung & Multimedia Angenehme Sitzposition auf gut gemachten Sport-Sesseln, genügend Seitenhalt. Die Bedienung ist etwas gewöhnungsbedürftig: Das…

6.9

FAZIT

Geräumiger, moderner, fescher und preislich attraktiver Kompakt-SUV – motorisch hingegen wenig prickelnd.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Bedienung & Multimedia
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Preis & Kosten
User-Wertung : Keine Bewertungen bisher!
7

R4, 16V, Turbo, 1333 ccm, 158 PS (116 kW) bei 5250–5500/min, max. Drehmoment 270 Nm bei 1800–3750/min, 12V-Mildhybrid, stufenlose Automatik, Vorderradantrieb, Scheibenbremsen v/h (bel.)

L/B/H 4510/1825/ 1618 mm, Radstand 2667 mm, 5 Sitze, Wendekreis 11,4 m, Reifendimension 235/45 R 20, Tankinhalt 55 l, Reichweite 735 km, Kofferraumvolumen 500–1525 l, Leergewicht (EU) 1539 kg, zul. Gesamtgewicht 2003 kg, max. Anh.-Last 1800 kg

0–100 km/h 9,7 sec, Spitze 175 km/h, Steuer (jährl.) € 734,49, Werkstätten in Österreich 166, Service alle 30.000 km (mind. 1x/Jahr), WLTP-Normverbrauch kombiniert 6,2 l, Testverbrauch 7,5 l ROZ 95, CO2 (Norm/Test) 141/173 g/km

sechs Airbags plus Zentral-Airbag v, City-Notbrems-Assistent, Spurhalte-Assistent, Verkehrszeichenerkennung, Tempomat, LED-Scheinwerfer, Fernlicht-Automatik, Zweizonen-Klimaautomatik, Sportsitze v, digitale Instrumente, 12 Zoll Touchscreen-Multimediasystem mit USB/Bluetooth-Schnittstelle und 6 LS sowie Apple CarPlay & Android Auto, Navigation, induktives Handyladen, el. klappbare Außenspiegel, Innenspiegel autom. abblendend, Einparkhilfe v+h, Rückfahrkamera, abgedunkelte Fondscheiben, schlüsselloser Zugang, 20 Zoll-Aluräder, Metallic-Lack „Dezir Rot“ etc.

 Toterwinkel- und Querverkehrs-Assistent € 699,–, Advanced Driving Assist-Paket Techno (Spurführungs-Assistent, Geschwindigkeitsanpassung, Abstandsregel-Tempomat inkl. Stauassistent,  Lenkrad-Heizung) € 699,–, el. verstellb. und heizb. Vordersitze € 1143,–, E-Heckklappe € 508,–, Panoramadach € 889,–, weitere Metallic-Lacke ab € 699,– etc.