Großer Test: Skoda Citigo e iV

11. Mai 2020
2.195 Views
Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Skoda
Klasse:Kleinwagen
Antrieb:Vorderrad
Treibstoff:Elektro
Leistung:83 PS
Testverbrauch:16,5 kWh/100km
Modelljahr:2020
Grundpreis:21.350 Euro

Es wird schon auf den ersten Metern klar: Der ­Citigoe zeigt einen extrem unkomplizierten Zugang zum Thema Elektromobilität. Das liegt zum einen am Kaufpreis, der nach Abzug aller Förderungen von Seiten des Staates und des Herstellers deutlich unter 20.000 Euro liegt. Zum anderen aber auch an der schnörkellosen, um nicht zu sagen unauffälligen, Optik, die nicht sofort suggeriert: Seht her, ich bin ein Strom-Mobil!

Simpel geht es auch innen zu: kein spaciges Cockpit mit großem Touchscreen, stattdessen unaufgeregte Bedienfreude. Gestartet wird ganz altmodisch per Zündschlüssel. Dazu spielt es sämtliche modernen Multime­dia- und Connectivity-Features nur übers Smartphone (für das es immerhin eine eigene Halterung gibt). Das dürfte zumindest jüngere Fahrer nicht abschrecken.

Man muss sich also nicht groß umstellen, wenn man in den Citigo mit dem hochgestellten Zusatz „e“ steigt. Wobei: So vehement und lautlos ging bislang noch kein Skoda zur Sache. Der „Tank“-Vorgang verläuft ­natürlich auch nicht so klassisch wie gewohnt, serienmäßig werden zwei Ladekabel mitgeliefert (für Haushaltssteckdose sowie Typ 2-Stecker).

Aufpreisfrei kann der kleine Tscheche dazu sogar mit Gleichstrom befüllt werden – dann geht es richtig rasch, auch weil der Akku mit knapp 37 kWh nicht zu groß (und schwer) ausgefallen ist. 260 Kilometer ­Reichweite sind laut Hersteller drin, bei uns waren es 225 Kilometer, was vielen freilich ausreichen könnte. Der Testwagen rollte allerdings auf den optionalen 16 Zoll-Rädern (statt der serienmäßigen 14-Zöller), die einzige Möglichkeit übrigens, den Citigoe mit schicken Leichtmetallfelgen zu bestücken.

Nicht nur in Sachen Reichweite, auch mit seinen Abmessungen schielt der surrende Skoda, den es auch als baugleichen Seat Mii (etwas billiger) oder VW up! (etwas teurer) gibt, eindeutig Richtung Stadtleben – dort wird er zum quirligen und spontanen Begleiter. Auf der Autobahn geht dem Citigoe dagegen schnell die Puste aus (bei 130 km/h ist überhaupt Schluss), außerdem beginnt er dort richtig zu „saufen“, sprich Strom zu ziehen.

Was könnte einem abgehen in diesem Stadtauto? Versenkbare Seitenscheiben hinten ­etwa, vielleicht auch sympathischere Kunststoffe, ein in der Reichweite justierbares Lenkrad oder eine weniger grobrastige Lehnenverstellung. Auch die manuelle Außenspiegel-Verstellung kommt nicht souverän rüber. Dazu bietet der Citigoe nicht ganz so viele „Simply Clever“-Details wie seine größeren Marken-Brüder. Dennoch ist an diesem Skoda irgendwie clever, wie simpel er gemacht ist. 

Motor & Getriebe – Bulliger Antritt, natürlich ohne Schaltrucke, nicht zu bissig beim Dosieren. Ab etwa 100 km/h spürbar nachlassender Vortrieb. Rekupe­ration via Schalthebel-Antippen in fünf Stufen variierbar.

Fahrwerk & Traktion – Straffe Federung, ausreichend Fahrkomfort. Agiles Handling auch dank tiefem Schwerpunkt. In flotten Kurven unterbindet ESP Unter­steuern sehr früh, wenn auch sanft, keine Tücken bei ­Lastwechsel. Traktion kein Problem. Tadellose Lenkung. Trotz Trommeln an der Hinterachse gute Brems-Performance.

Bedienung & Multimedia – Passable Sitzposition auf straffen Möbeln, dennoch wünscht man sich ein auch in der Reichweite verstellbares Lenkrad. Einfache Bedienung, kein Touchscreen-Multimediasystem – aber Kommunikation mit dem Auto via Smartphone-App (Ladestation-Anzeige, Fahrzeug-Ortung, Vorklimatisierung, Fernsteuerung Ladevorgang, Reichweiten-Check etc.), für die es ein Jahr Gratis-Datenvolumen gibt. Gute Karosserie-Übersicht, ausreichend Ablagen. Minus: keine One- Touch-Funktion für die Fensterheber, hinten nur Ausstellfenster, grobrastige Lehnen-Verstellung.

Innen- & Kofferraum – Vorne genug Platz, auf der Rückbank klassenüblich eng. Kofferraum für die Fahrzeug-Größe sehr OK – dank optionalem doppelten ­Bo-
­­den (darunter separate Ablage für eines der beiden Ladekabel) ebene ­Fläche auch nach Umlegen der 2:1 geteilten Fondlehne. Relativ hohe Ladekante. Gepäcknetz-Set um 53 Euro extra.

Dran & Drin – Für die Fahrzeugklasse passabel bestückt – Highlights: Klimaautomatik, Einparkhilfe hinten sowie Licht- und Regensensor. Kaum Extras zu haben, die sind aber immerhin sehr günstig (das ­Komfort- Paket ist ein Muss). Unverständlich: Wer Aluräder will, muss gleich auf 16 Zoll upgraden. Einfach Materialien, immerhin solide Ver­arbeitung.

Schutz & Sicherheit – Sechs Airbags kann man auch in diesem Segment langsam als klassenüblich ansehen, an modernen Assistenzsystemen ist nur eine aktive Spurhalte-Hilfe an Bord – die im Test sehr harmonisch, wenn auch nicht immer souverän agierte.

Reichweite & Laden – Serienmäßig je ein Ladekabel für Haushaltssteckdose und Typ 2-Lade­station – sogar Gleichstrom-Laden mit bis zu 40 kW ist möglich, dann ist ein leerer Akku in einer Stunde wieder zu 80 Prozent voll. Reichweite ausreichend für ein Stadtauto.

Preis & Kosten – Zusammen mit seinen Plattform-Brüdern von VW und Seat das günstige E-Auto am Markt – abzüglich aller Förderungen deutlich unter 20.000 Euro, zudem weitere Boni bei Finanzierung und Ver­si­cherung über den Importeur. Strom-Verbrauch im Rahmen, zumal im Modus Eco+ (keine Klima, nur 54 PS bzw. 133 Nm für maximal 95 km/h). Die zweijährige Garantie lässt sich gegen 179 Euro auf fünf Jahre verlängern. Auf die Batterie gibt Skoda eine ­Garantie von acht Jahren oder 160.000 Kilometern. Fein: dichtes Servicenetz, lange Inspektions-Intervalle.

Einfaches, aber auch einfach zu durchschauendes Cockpit. Praktisch: die Handy-Halterung – denn das Smartphone braucht man auch für sinnvolle Features rund um die E-Mobilität.

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Es wird schon auf den ersten Metern klar: Der ­Citigoe zeigt einen extrem unkomplizierten Zugang zum Thema Elektromobilität. Das liegt zum einen am Kaufpreis, der nach Abzug aller Förderungen von Seiten des Staates und des Herstellers deutlich unter 20.000 Euro liegt. Zum anderen aber auch an der schnörkellosen, um nicht zu sagen unauffälligen, Optik, die nicht sofort suggeriert: Seht her, ich bin ein Strom-Mobil! Simpel geht es auch innen zu: kein spaciges Cockpit mit großem Touchscreen, stattdessen unaufgeregte Bedienfreude. Gestartet wird ganz altmodisch per Zündschlüssel. Dazu spielt es sämtliche modernen Multime­dia- und Connectivity-Features nur übers Smartphone (für das es immerhin eine eigene Halterung gibt). Das dürfte zumindest jüngere Fahrer nicht abschrecken. Man muss sich also nicht groß umstellen, wenn man in den Citigo mit dem hochgestellten Zusatz „e“ steigt. Wobei: So vehement und lautlos ging bislang noch kein Skoda zur Sache. Der „Tank“-Vorgang verläuft ­natürlich auch nicht so klassisch wie gewohnt, serienmäßig werden zwei Ladekabel mitgeliefert (für Haushaltssteckdose sowie Typ 2-Stecker). Aufpreisfrei kann der kleine Tscheche dazu sogar mit Gleichstrom befüllt werden – dann geht es richtig rasch, auch weil der Akku mit knapp 37 kWh nicht zu groß (und schwer) ausgefallen ist. 260 Kilometer ­Reichweite sind laut Hersteller drin, bei uns waren es 225 Kilometer, was vielen freilich ausreichen könnte. Der Testwagen rollte allerdings auf den optionalen 16 Zoll-Rädern (statt der serienmäßigen 14-Zöller), die einzige Möglichkeit übrigens, den Citigoe mit schicken Leichtmetallfelgen zu bestücken. Nicht nur in Sachen Reichweite, auch mit seinen Abmessungen schielt der surrende Skoda, den es auch als baugleichen Seat Mii (etwas billiger) oder VW up! (etwas teurer) gibt, eindeutig Richtung Stadtleben – dort wird er zum quirligen und spontanen Begleiter. Auf der Autobahn geht dem Citigoe dagegen schnell die Puste aus (bei 130 km/h ist überhaupt Schluss), außerdem beginnt er dort richtig zu „saufen“, sprich Strom zu ziehen. Was könnte einem abgehen in diesem Stadtauto? Versenkbare Seitenscheiben hinten ­etwa, vielleicht auch sympathischere Kunststoffe, ein in der Reichweite justierbares Lenkrad oder eine weniger grobrastige Lehnenverstellung. Auch die manuelle Außenspiegel-Verstellung kommt nicht souverän rüber. Dazu bietet der Citigoe nicht ganz so viele „Simply Clever“-Details wie seine größeren Marken-Brüder. Dennoch ist an diesem Skoda irgendwie clever, wie simpel er gemacht ist. [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"]Motor & Getriebe - Bulliger Antritt, natürlich ohne Schaltrucke, nicht zu bissig beim Dosieren. Ab etwa 100 km/h spürbar nachlassender Vortrieb. Rekupe­ration via Schalthebel-Antippen in fünf Stufen variierbar. Fahrwerk & Traktion - Straffe Federung, ausreichend Fahrkomfort. Agiles Handling auch dank tiefem Schwerpunkt. In flotten Kurven unterbindet ESP Unter­steuern sehr früh, wenn auch sanft, keine Tücken bei ­Lastwechsel. Traktion kein Problem. Tadellose Lenkung. Trotz Trommeln an der Hinterachse gute Brems-Performance. Bedienung & Multimedia - Passable Sitzposition auf straffen Möbeln, dennoch wünscht man sich ein auch in der Reichweite verstellbares Lenkrad. Einfache Bedienung, kein Touchscreen-Multimediasystem – aber Kommunikation mit dem Auto via Smartphone-App (Ladestation-Anzeige, Fahrzeug-Ortung, Vorklimatisierung, Fernsteuerung Ladevorgang, Reichweiten-Check etc.), für die es ein Jahr Gratis-Datenvolumen gibt. Gute Karosserie-Übersicht, ausreichend Ablagen. Minus: keine One- Touch-Funktion für die Fensterheber, hinten nur Ausstellfenster, grobrastige Lehnen-Verstellung. Innen- & Kofferraum - Vorne genug Platz,…

7.5

FAZIT

Auf sympathische Weise simples Elektroauto für die Stadt.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Bedienung & Multimedia
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Reichweite & Laden
Preis & Kosten
User-Wertung : Keine Bewertungen bisher!
8

Permanentmagnet-Synchron-Elektromotor, Spitzenleistung 83 PS (61 kW), Dauerleistung 54 PS (40 kW), max. Drehmoment 212 Nm, Lithium-Ionen-Akku 36,8 kWh, Vorderradantrieb mit fixer Übersetzung, Scheibenbremsen v (bel.), Trommeln h, L/B/H 3597/1645/1481 mm, Radstand 2422 mm, 4 Sitze, Wendekreis 9,8 m, Reifendimension 175/60 R 14 (Testwagen-Bereifung Michelin Alpin 6 185/50 R 16), Reichweite Norm/Test 260/225 km, Kofferraumvolumen 250–923 l, Leergewicht 1188 kg, zul. Gesamtgewicht 1530 kg, max. Anh.-Last –, 0–100 km/h 12,3 sec, 60–100 km/h 6,7 sec, Spitze 130 km/h, Steuer (jährl.) keine, Werkstätten in Österreich 193, Service alle 2 Jahre (kilometerunabhängig), WLTP-Norm-/Testverbrauch 14,5/16,5 kWh, Ladedauer bei 2,3/7,2 kW (100%) 16/5:30 Std., bei 40 kW Gleichstrom (80%) 60 min

Front- sowie kombinierte Seiten- und Kopfairbags vorne, Spurhalte-Assistent, E-Fensterheber v, Ausstellfenster h, FB-Zentralsperre, Klimaautomatik, Vordersitze höhenverstellbar und beheizbar, Audiosystem mit 6 LS und 5 Zoll-Display sowie AUX/USB/Bluetooth-Schnittstelle, DAB-Tuner, Smartphone-Halterung, Fondlehne 2:1 klappbar, Licht- und Regensensor, Einparkhilfe h, Nebelscheinwerfer etc.

Komfort-Paket (Multifunktions-Lederlenkrad, Tempomat, variabler Ladeboden etc.) € 406,–, Metallic-Lack € 348,–, 16 ­Zoll-Aluräder € 740,–, abgedunk. Fondscheiben € 59,– etc. 

Kommentar abgeben