Großer Test: Skoda Fabia 1.0 TSI DSG Style

4. März 2022
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Skoda
Klasse:Kleinwagen
Antrieb:Vorderrad
Treibstoff:Benzin
Leistung:110 PS
Testverbrauch:6,3 l/100km
Modelljahr:2022
Grundpreis:22.710 Euro

Mit 4,1 Metern Länge ist der neue Fabia fast so lang wie der Golf IV und dabei 45 Millimeter breiter – vom Radstand her übertrifft er sogar die erste Octavia-Generation. Ungeahnte Kleinwagen-Dimensionen eröffnen sich auch beim Blick hinter die Heckklappe: Mit 380 Litern Basis-Volumen erreicht der Skoda-Kofferraum das Niveau des aktuellen Achter-Golf.

Doch es sind nicht allein die Abmessungen, die den Tschechen eine Liga höher hieven, auch das Fahrgefühl setzt einmal mehr Maßstäbe im Segment: Straff, aber nicht unkomfortabel abgestimmt, ist die Fabia-Generation viel mehr Golf denn je.

Aus der Motoren-Palette pickten wir uns den stärksten der vier Dreizylinder – den einzigen, den es optional mit Doppelkupplungs-Getriebe gibt (das auch unser Testwagen verbaut hatte). 

Was nach wenigen Kilometern erstaunt: Wie früh und flott das DSG hochschaltet. Schon bald nach dem Anfahren befindet man sich selbst innerorts im vierten oder fünften Gang (­daran ändert auch der Sport-Modus in der 104 Euro teuren Fahrprofil-Auswahl wenig). Am Papier mag die Version mit Doppelkupplung ­einen halben Liter mehr verbrauchen als die Variante mit Schaltgetriebe, in der Praxis liegen beide auf Augenhöhe.

Auf den Vordersitzen fühlt man sich ebenfalls ziemlich Golf, das liegt zum einen an der üppigen Bewegungsfreiheit, zum anderen am Material-Eindruck. Es ist zwar viele Hartplastik verbaut, doch das ist im oberen Bereich hochwertig genarbt und quer übers Armaturenbrett durch eine Stoffleiste aufgelockert. Darüber zieht sich ein kupferfarbenes Dekor-Paneel, das sogar durch die seitlichen Lüftungsdüsen führt.

Auch bei der Bedienung gibt es keine Schwächen, sieht man von der Abwesenheit von Drehreglern beim Top-Multimediasystem ab. Solche gibt es zum Glück für die Klima-Steuerung, dazu eine erkleckliche Zahl echter Schalter und Knöpfe mit haptisch einwandfreiem Feedback, etwa für Sitzheizung oder Einparkhilfe – aber auch am Lenkrad zur Regelung von Audio, Bordcomputer & Co. 

Das gelungene Gesamtpaket mündet freilich in recht selbstbewussten Tarifen. Preislich rangiert der neue Fabia dennoch spürbar unter dem Niveau von Plattform-Bruder Polo, bietet dabei aber ein entscheidendes Quäntchen mehr Raum, Nutzwert – und für viele wohl auch Charme. 

Motor & Getriebe – Der sehr gut gedämmte Dreizylinder wird vom schnell und weich schaltenden Doppelkupplungs-Getriebe meist im tiefen Drehzahlbereich gehalten. Innerorts flottes Vorankommen, angenehme Kriech-Funktion beim Rangieren.

Fahrwerk & Traktion – Trotz straffer Abstimmung mehr als genug Schluckvermögen. In schnellen Kurven bleibt der Fabia lange neutral – Lastwechsel bringen ihn dabei nicht aus dem Konzept. Vermutlich noch komfortabler: das Schlechtwege-Fahrwerk für 178 Euro extra. Lenkung: leichtgängig und präzise, durchaus direkt. Keine Traktions-Probleme, tadellose Bremsleistung.

Bedienung & Multimedia – Sehr gute Sitzposition auf straffem, ordentlich dimensioniertem Gestühl mit genug Seitenhalt. Praktisch durchgehend einfache Bedienung, nach etwas Gewöhnung gilt das auch für den Bordcomputer. Die digitalen Instrumente für 417 Euro extra lassen sich gut ablesen und recht vielfältig konfigurieren. Smartphone-Anbin­dung Serie, gegen 52 Euro sogar kabellos, induktives Handyladen kommt auf 283 Euro extra. Einige „Simply Clever“-Features serien­mäßig, etwa ein Regenschirm in der Fahrertür. Sinnvolle Extras für wenig Geld: 50- statt 40 Liter-Tank um 37 Euro, USB-Anschlüsse am Innenspiegel bzw. der Mittelkonsole für 37 respektive 49 Euro.

Innen- & Kofferraum – Für einen Kleinwagen sehr gutes Passagier-Platzangebot, vor ­allem vorne und vor allem nach oben. Klassenuntypisch groß ist auch der gut nutzbare Kofferraum mit weit aufschwingender Heckklappe, eine ebene Fläche auch nach Umlegen der 2:1-Fondlehne spielt es aber nur, wenn man den variablen Ladeboden für 134 Euro dazugekauft hat. Empfehlenswerte Extras: klappbare Beifahrersitz-Lehne für 89 Euro (damit 220 Zentimeter Ladelänge), „Simply Clever“-Paket mit Ablagen, Halterungen und Netzen für 106 Euro.

Dran & Drin – In der besseren der beiden Ausstattungsstufen schon ganz gut bestückt, serienmäßig gibt es etwa LED-Licht, Zweizonen-Klimaautomatik, Sitzheizung und Einparkhilfe hinten. Einige Extras erhältlich – zu günstigen Tarifen. Saubere Verarbeitung, ­Hartplastik wird appetitlich angerichtet. Mit Sechsgang-Schaltgetriebe 1410 Euro günstiger.

Schutz & Sicherheit – Die klassenübliche Airbag-Armada kann um Fahrerknie-Polster samt Fond-Seitenairbags erweitert werden, das passable Aufgebot an Assistenzsystemen ebenfalls gegen Extra-Kohle um alles, was in diesem Segment maximal geht.

Preis & Kosten – Preislich im unteren Mittelfeld der Klasse, Plattform-Bruder Seat Ibiza ist billiger zu haben (so wie der Ford Fiesta), Audi A1 und VW Polo sind teurer (das gilt auch für Hyundais i20). Verbrauch mit optionalen 17-Zöllern deutlich über der Werksangabe, wenn auch im Rahmen. Die zweijährige Garantie kann man gegen 589 Euro auf fünf Jahre bzw. 100.000 Kilometer verlängern. Fein: dichtes Werkstatt-Netz, lange Wartungsintervalle, gute Werthaltung.

Fabia-Cockpit: 1A-Ergonomie und Bedienfreude, gefällige Materialien adrett angerichtet. Ein Dreispeichen-Lenkrad gibt es über das optionale „Dynamic-Paket“ samt Sportsitzen für gut 500 Euro.

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Mit 4,1 Metern Länge ist der neue Fabia fast so lang wie der Golf IV und dabei 45 Millimeter breiter – vom Radstand her übertrifft er sogar die erste Octavia-Generation. Ungeahnte Kleinwagen-Dimensionen eröffnen sich auch beim Blick hinter die Heckklappe: Mit 380 Litern Basis-Volumen erreicht der Skoda-Kofferraum das Niveau des aktuellen Achter-Golf. Doch es sind nicht allein die Abmessungen, die den Tschechen eine Liga höher hieven, auch das Fahrgefühl setzt einmal mehr Maßstäbe im Segment: Straff, aber nicht unkomfortabel abgestimmt, ist die Fabia-Generation viel mehr Golf denn je. Aus der Motoren-Palette pickten wir uns den stärksten der vier Dreizylinder – den einzigen, den es optional mit Doppelkupplungs-Getriebe gibt (das auch unser Testwagen verbaut hatte).  Was nach wenigen Kilometern erstaunt: Wie früh und flott das DSG hochschaltet. Schon bald nach dem Anfahren befindet man sich selbst innerorts im vierten oder fünften Gang (­daran ändert auch der Sport-Modus in der 104 Euro teuren Fahrprofil-Auswahl wenig). Am Papier mag die Version mit Doppelkupplung ­einen halben Liter mehr verbrauchen als die Variante mit Schaltgetriebe, in der Praxis liegen beide auf Augenhöhe. Auf den Vordersitzen fühlt man sich ebenfalls ziemlich Golf, das liegt zum einen an der üppigen Bewegungsfreiheit, zum anderen am Material-Eindruck. Es ist zwar viele Hartplastik verbaut, doch das ist im oberen Bereich hochwertig genarbt und quer übers Armaturenbrett durch eine Stoffleiste aufgelockert. Darüber zieht sich ein kupferfarbenes Dekor-Paneel, das sogar durch die seitlichen Lüftungsdüsen führt. Auch bei der Bedienung gibt es keine Schwächen, sieht man von der Abwesenheit von Drehreglern beim Top-Multimediasystem ab. Solche gibt es zum Glück für die Klima-Steuerung, dazu eine erkleckliche Zahl echter Schalter und Knöpfe mit haptisch einwandfreiem Feedback, etwa für Sitzheizung oder Einparkhilfe – aber auch am Lenkrad zur Regelung von Audio, Bordcomputer & Co.  Das gelungene Gesamtpaket mündet freilich in recht selbstbewussten Tarifen. Preislich rangiert der neue Fabia dennoch spürbar unter dem Niveau von Plattform-Bruder Polo, bietet dabei aber ein entscheidendes Quäntchen mehr Raum, Nutzwert – und für viele wohl auch Charme. [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"]Motor & Getriebe - Der sehr gut gedämmte Dreizylinder wird vom schnell und weich schaltenden Doppelkupplungs-Getriebe meist im tiefen Drehzahlbereich gehalten. Innerorts flottes Vorankommen, angenehme Kriech-Funktion beim Rangieren. Fahrwerk & Traktion - Trotz straffer Abstimmung mehr als genug Schluckvermögen. In schnellen Kurven bleibt der Fabia lange neutral – Lastwechsel bringen ihn dabei nicht aus dem Konzept. Vermutlich noch komfortabler: das Schlechtwege-Fahrwerk für 178 Euro extra. Lenkung: leichtgängig und präzise, durchaus direkt. Keine Traktions-Probleme, tadellose Bremsleistung. Bedienung & Multimedia - Sehr gute Sitzposition auf straffem, ordentlich dimensioniertem Gestühl mit genug Seitenhalt. Praktisch durchgehend einfache Bedienung, nach etwas Gewöhnung gilt das auch für den Bordcomputer. Die digitalen Instrumente für 417 Euro extra lassen sich gut ablesen und recht vielfältig konfigurieren. Smartphone-Anbin­dung Serie, gegen 52 Euro sogar kabellos, induktives Handyladen kommt auf 283 Euro extra. Einige „Simply Clever“-Features serien­mäßig, etwa ein Regenschirm in der Fahrertür. Sinnvolle Extras für wenig Geld: 50- statt 40 Liter-Tank um 37 Euro, USB-Anschlüsse am Innenspiegel bzw. der Mittelkonsole für 37 respektive 49 Euro. Innen- & Kofferraum - Für einen Kleinwagen sehr gutes…

8.3

FAZIT

Der wahrscheinlich beste Kleinwagen am Markt – vor allem in Sachen Platz & Nutzwert.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Bedienung & Multimedia
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Preis & Kosten
User-Wertung : Keine Bewertungen bisher!
8

R3, 12V, Turbo, 999 ccm, 110 PS (81 kW) bei 5500/min, max. Drehmoment 200 Nm bei 2000–3000/min, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, Vorderradantrieb, Scheibenbremsen v/h (v bel.), L/B/H 4108/1780/1459 mm, Radstand 2564 mm, 5 Sitze, Wendekreis 10,4 m, Reifendimension 195/55 R 16 (Testwagen-Bereifung 215/45 R 17), Tankinhalt 40 l (a. W. 50 l), Reichweite 635 km, Kofferraumvolumen 380–1190 l, Leergewicht (EU) 1187 kg, zul. Gesamtgewicht 1709 kg, max. Anh.-Last 1100 kg, 0–100 km/h 9,6 sec, Spitze 205 km/h, Steuer (jährl.) € 276,48, Werkstätten in Österreich 203, Service alle 30.000 km (mind. alle 2 Jahre), WLTP-Normverbr. kombiniert 5,6 l, Testverbrauch 6,3 l ROZ 95, CO2 (Norm/Test) 127/145 g/km 

sechs Airbags, Notbrems-Assistent mit Fußgänger-Erkennung, Spurhalte-Assistent, Müdigkeits-Erkennung, Tempomat, LED-Licht, E-Fensterheber v/h, FB-Zentralsperre, Zweizonen-Klimaautomatik, Infotainment-System mit 8 Zoll Touchscreen (DAB-Radio, Bluetooth, Smartphone-Anbindung, 2 x USB-C, 6 LS), Multifunktions-Lederlenkrad, Sitzheizung v, Parksensor h, Innenspiegel aut. abblend., Aluräder 16 Zoll etc. 

Seitenairbags h plus Knieairbag Fahrer € 421,–, Adaptiv-Tempomat € 274,–, Travel Assistant (digitale Instrumente, adaptive Spurführung, Adaptiv-Tempomat) € 708,–, Spurwechsel- und Seiten-Assistent inkl. Querverkehrs-Assistent sowie el. klappbare und autom abblende Außenspiegel € 636,–, digitale Instrumente € 417,–, Einpark-Automatik € 321,–, Licht-Paket (LED-Heckleuchten, Rückfahrkamera, Regensensor, Parksensoren v etc.) € 640,– (inkl. Fernlicht-Automatik und erweitertem LED-Licht € 1506,–), Lenkrad-Heizung € 129,–, Außenspiegel el. klappbar und autom. abblendend € 191,–, Navigation (inkl. 9,2 Zoll-Touchscreen sowie Sprachsteuerung und WLAN-Hotspot etc.) € 923,–, schlüsselloser Zugang € 230,–, Soundsystem € 448,–, Panorama-Glasdach € 1017,–, heizbare Frontscheibe € 197,–, Aluräder 17/18 Zoll ab € 424,–/1149,–, Metallic-Lack ab € 578,– etc.   

2 Kommentare

  1. …und wie bei jedem Modellwechsel zuvor wird der Fabia ein Stückerl niedriger und damit uninteressanter für Leute, die gerne bequem ein- und aussteigen….
    MfGJ

  2. … und breiter, was ein Problem ist für Leute mit engen Garagen (oder die in engen Gassen wohnen).
    Das Längenwachstum mag in diesem Fall vielleicht noch nicht das große Problem sein, in anderen Klassen führt es aber auch schon dazu, dass das Nachfolgemodell nicht mehr (ideal) auf die vorhandene Parkfläche passt…
    Und da von unten kaum mehr was nachkommt, führt das ständige größer UND stärker UND aufwändiger UND multimedialer UND assistenzgemurksaufgezwungener UND somit massiv teurer werden dazu, dass sich immer weniger Private einen Neuwagen leisten werden.

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