In Zukunft zahlt euer Auto selbstständig – sagt VISA

23. Februar 2016
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„Internet of things“ mag für manche noch abstrakt klingen, ist aber eine Entwicklung, die schon eine ganze Weile wächst und in viele Bereiche unseres Lebens eingedrungen ist. In seinem essentiellsten Kern bedeutet „IoT“ nichts anderes, als dass immer mehr Geräte durch Vernetzungsfeatures neue Möglichkeiten für ihre Nutzer bieten; ihr Leben einfacher, schöner, komfortabler oder besser machen. Prominente Beispiele dafür sind Kühlschränke, die selbstständig neue Milch ordern wenn der eigene Vorrat zur Neige geht (oder abläuft) oder aber die immer beliebteren Wearables wie Apples iWatch oder diverse Fitness-Geräte. Während man früher also eine schlicht die Zeit anzeigende Uhr oder einen Herzschlagmesser mit sich trug, hat man nun beides in einem und kann zudem noch seine Laufrouten mit anderen teilen, seine Fortschritte analysieren und so weiter.

Auch unsere Autos sind schon mitten in ihrer „IoT-Verwandlung“ begriffen. Brachten sie uns früher einfach von A nach B, zeigen sie uns nun schon mit Verkehrs-Echtzeitdaten den besten (und Stauärmsten) Weg, lassen uns eMails checken, das Internet durchstöbern oder Musik streamen. Das ist fast schon „Standard“. Besonders fortschrittliche Gesellen tauschen dann auch noch Daten untereinander oder mit dem Hersteller aus – warnen beispielsweise bei hohem Verschleiß einzelner Komponenten oder beschaffen sich selbstständig Softwareupdates. Dennoch: So viel uns die Autos auch abnehmen; für manche Dinge muss man immer noch – egal in welchem PKW – den Wagen verlassen und andere Geräte benutzen. NOCH.

VISA und Honda haben ein Konzeptfahrzeug entwickelt, dass diverse Zahlungsvorgänge direkt aus dem Auto heraus erlaubt. Zwei konkrete Anwendungsbeispiele werden dabei demonstriert. Zum einen setzt einen das Fahrzeug bei niedrigem Kraftstoffstand davon in Kenntnis, dass es eine gute Idee wäre bald mal tanken zu fahren. Soweit, so altbekannt. Dann allerdings sucht der Wagen gleich die nächsten Tankstellen heraus, checkt deren Preise, empfiehlt dem Fahrer die günstigste und lotst ihn auf Wunsch auch gleich hin. Dort angekommen berechnet das Auto die Kosten für eine volle Tankladung und zahlt auf Befehl des Fahrers die Zeche, während der nur kurz aussteigen muss um zu tanken und dann einfach gleich wieder wegfahren kann.

Anderes Szenario: Parken. Davon ausgehend, dass Parkuhren und dergleichen bald mit Bluetooth oder anderen, ähnlichen Technologien ausgestattet sein könnten, erkennt das Auto nach dem Einparken in was für einer Parkzone es steht und gibt dem Fahrer direkt die Wahl, was für einen Parkschein er lösen möchte. Danach erinnert ihn die natürlich mit dem Auto vernetzte App auf seinem Smartphone bei Gelegenheit, wann es Zeit wäre zum KFZ zurückzukehren. Alternativ verlängert das Auto natürlich auf Wunsch auch gerne ganz automatisch die Parkdauer. Die Verrechnung läuft ganz bequem über die nächste Kreditkartenrechnung.

Klingt alles zugegeben wirklich sehr angenehm und komfortabel, trägt im Moment aber natürlich auch noch viele Fragezeichen mit sich herum: Wie sicher wäre das? Wie „gläsern“ wird man dadurch? Welche Adaptionen wären bei Tankstellen, in Parkhäusern und dergleichen nötig? Wie lange würden solche Umbauten dauern? Und so weiter und so fort. Doch die größte Frage, die vor all den vorangegangenen geklärt werden muss ist natürlich: Wollen die Menschen das überhaupt?! Eine Frage, die ich gerne gleich mal an euch weitergebe. Würdet ihr einen solchen Service nutzen wollen?