Nissan Patrol 3,0 16V Di TD Elegance

10. Juli 2001
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Nissan
Klasse:Geländewagen/SUV
Antrieb:Allrad
Treibstoff:Diesel
Leistung:158 PS
Testverbrauch:12,1 l/100km
Modelljahr:2000
Grundpreis:36.091 Euro

Traditionen sind dazu da, um sie zu brechen: Lange, lange dieselten sechs Zylinder in Nissans Offroader Patrol, neuerdings muss das Gelände-Vollblut mit nur noch vier Häferln auskommen. Der Fortschritt im scheinbaren Rückschritt: Direkteinspritzung, mehr Hubraum (drei Liter), mehr Leistung (158 PS), mehr Drehmoment (323 Nm). Damit zählt das Aggregat zwar noch immer nicht zu den größten Kurbelwellen-Quälern, es wuchtet die 2,3-Tonnen-Fuhre dennoch recht leichtfüßig durch jede Art von Landschaft und macht sich besonders im Vergleich zum etwas zähen Vorgänger gut.
Leise, seidig und vibrationsarm läuft der Selbstzünder nicht wirklich – aber einem gestandenen Gelände-Bullen verzeiht man das (die ewige Vorglühdauer und der langwierig-unwillige Startvorgang müssten jedoch nicht sein). So einem Kraxel-Klassiker verzeiht man auch, dass sein Federungskomfort nicht das Kuschel-Level zeitgeistiger SUVs erreicht. Elegance“ bezieht sich hier halt ausschließlich auf gepflegte Ausstattung, nicht auf gemütliche Fortbewegung.
Uneingeschränkt lobenswert bleiben die Gelände-Eigenschaften des Patrol. Zu den ohnehin stolzen Offroad-Beigaben (kurzer Radstand, tolle Bodenfreiheit, zuschaltbarer Allrad-Antrieb, Gelände-Untersetzung, manuell sperrbares Hinterachs-Differenzial) gesellt sich beim neuen Modell ein elektrisch aushängbarer Stabilisator an der Hinterachse. Effekt: reduzierte Wank-Neigung auf der Straße, optimale Verschränkung im Gelände. Patrol-Piloten können daher (so es erlaubt ist) fast immer den direkten Weg wählen.

TECHNIK
4-Zylinder-Reihe, 4-Ventil-Technik, Turbo, 2953 ccm, 116 kW (158 PS) bei 3600/min, max. Drehmoment 323 Nm bei 2000/min, Fünfgang-Getriebe (mit zusch. Geländeuntersetzung), Hinterradantrieb mit zuschaltb. Vorderradantrieb, vorne und hinten: Starrachse, Längslenker, Schraubenfedern, Stabilisator, Scheibenbremsen v/h (bel.), ABS, L/B/H 4440/1930/1840 mm, Radstand 2400 mm, 5 Sitze, Wendekreis (Spur) 10,2 m, Servo, Reifendimension 265/70 R 16, Tankinhalt 95 l, Reichweite (bis Tankreserve) 700 km, Kofferraumvol. 820-1852 l, Leergewicht 2315 kg, zul. Gesamtgewicht 2850 kg, 0-100 km/h 15,0 sec, 60-100 km/h (im 4. Gang) 11,0 sec, Spitze 160 km/h, CO2-Emission 288 g/km, Normverbrauch (Stadt/außerorts/Mix) 14,3/8,8/ 10,8 l, Testverbrauch 12,1 l Diesel
Preis (3tg.): S 494.900,-

FAHREN & FÜHLEN
Der direkt einspritzende 16V-Diesel springt nach langem Vorglühen unwillig an, kennt dafür weder Kaltstart-Müdigkeit noch Turboloch. Bei höherem Tempo wird er laut, auch aufgrund der kurzen Übersetzung. Kompetent im Gelände, noch unterstützt durch elektrisch aushängbare Hinterachs-Stabilisatoren. Stoßig-harte Federung, gutmütiges Fahrverhalten, wenig Wank-Bewegungen. Schwergängig-indirekte, präzise Lenkung. Langwegig-hakelige Schaltung, wirksame, standfeste Bremsen. Große, straffe Sitze.

PLATZ & NUTZ
Viel Ellbogen- und Kopffreiheit, trotz kurzem Radstand passabler Bein-Raum. Einigermaßen bequemer Fond-Einstieg, nur die fehlende Sitz-Memory nervt. Die Rückbank lässt sich geteilt um- bzw. vorklappen (Kopfstützen bleiben dran), das – wegen Ladekanten-Höhe und seitlich angeschlagener Hecktüren umständlich zu beladende – Gepäckabteil kann auf 1850 Liter vergrößert werden. Plus: gute Übersicht, viele Ablagen, große Reichweite. Minus: mühsam entfernbare Laderaumabdeckung.

DRAN & DRIN
Echt elegant, die „Elegance“-Ausstattung – mit Ledergestühl, Klimaautomatik, E-Schiebedach, FB-Zentralsperre, E-Fensterhebern, beheizbaren E-Außenspiegeln, 1:1 geteilt vorklappbarer Fondbank mit verstellbaren Lehnen, el. verstellbaren Vordersitzen mit Sitzheizung, Radiovorbereitung inkl. 6 LS, Scheinwerferwaschanlage und Alufelgen. Extras: Automatik, Metallic- oder Zweifarben-Lack, dazu viel Offroad-Zubehör. Unverwüstliche Materialien, Top-Verarbeitung, feines Ambiente.

SICHER & GRÜN
Sicherheit auf gutem Offroader-Niveau: Front-Airbags, Kopf-Seitenairbags, ABS, vier Dreipunktgurte (vorne verstellbar und mit Straffern), vier Kopfstützen (bis 1,80 m einstellbar). Die Umwelt-Checkliste ist positiv abgehakt, der Verbrauch erträglich.

PREIS & WERT
Der 40.000-Schilling-Mehrpreis gegenüber dem Vorgänger geht angesichts verfeinerter Technik und angehobener Ausstattung in Ordnung. Plus: eines der besten Gelände-Fahrwerke der Klasse, unverwüstliche Qualität. Drei Jahre Garantie auf Fahrzeug, Lack und Mobilität, nur sechs Jahre gegen Rost. Dichtes Werkstatt-Netz, Service alle 30.000, Ölwechsel alle 15.000 km.

ALLES-AUTO-TESTURTEIL:
Der neue Motor schafft bessere Reise-Schnitte auf der Autobahn, trotzdem passt der Nissan Patrol noch immer besser ins Gelände.“

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