Mozl motzt – Automaten-K(r)ampf

16. Dezember 2019
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Aktuelles

Kennen Sie die Szenen aus der Kultserie „Kottan ermittelt“, in denen der Polizeipräsident Heribert Pilch, gespielt vom unvergesslichen Kurt Weinzierl, seine Kämpfe mit dem Kaffeeautomaten austrägt? Genauso kommt man sich manchmal vor, wenn man versucht, seine Parkgebühren bei einem Geldautomaten zu bezahlen.

Zuerst gilt es einmal, diese Bezahlmaschinen in mehrstöckigen Abstellanlagen überhaupt zu finden. Aus Kostengründen sind nämlich meist nicht in jedem Geschoß welche aufgestellt. Am besten, man orientiert sich danach, wo sich die meisten Menschen haufenartig gruppiert haben. Der Homo Austriacus ist nämlich von Natur aus nicht geeignet, eine geordnete, die Anstellzeit verkürzende Reihe zu bilden. Deshalb kommt man bei uns eigentlich nicht an die Reihe, sondern an den Haufen. Das hat sich jedoch sprachlich noch nicht durchgesetzt.

Irgendwann steht man dann doch vor dieser Inkassoapparatur und führt das Parkticket in den dafür vorgesehenen Schlitz ein. Schon erscheint der zu bezahlende Betrag auf einem Bildschirm. Für dessen Begleichung werden meist mehrere Zahlungsmöglichkeiten angeboten. Wenn Sie Glück haben, können Sie die Angelegenheit mittels Münzeinwurfs erledigen. Dringend abzuraten ist von der Bezahlung mit größeren Geldscheinen, weil viele Automaten das Retourgeld nur in Münzen auszahlen. Wenn Sie also nach der Herausgabe eines Fünfzigers nicht mit einem halben Kilo Kleingeld von dannen ziehen möchten, sollten Sie entsprechende Vorkehrungen in Form von kleinen Banknoten treffen.

Selbstverständlich werden auch alle Formen der bargeldlosen Bezahlung angeboten. Für Kartenzahlungen steht ein Einführschlitz zur Verfügung, der für die PIN-Eingabe mit einer Tastatur in Kinderspielzeuggröße kombiniert ist, sodass es einem Erwachsenen kaum möglich ist, beim Erstversuch zu reüssieren. Das führt bei den übrigen wartenden Zahlungsverpflichteten meist zu Unmutsäußerungen, weil der Homo Austriacus auch an einer ausgeprägten Ungeduld leidet.

Ist die Übung gelungen, fahren Sie an der Spitze einer Kolonne zur Ausfahrt und erhalten möglicherweise am Schranken-Display die Information: „Ticket nicht lesbar“. Dann bleibt Ihnen eigentlich nur noch die Flucht.

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