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Sommerreifen – 10 wichtige Tipps für die neue Saison

30. April 2018
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Leben

Von O bis O, also von Ostern bis Oktober, lautete früher die Eselsbrücke für den Zeitraum, in dem man mit Sommerreifen unterwegs sein sollte. Weil das Wetter inzwischen den Kalender neu interpretiert und uns alle Jahre wieder weiße Ostern beschert, muss auch die Reifen-Regel flexibler werden: Erst, wenn die Temperaturen dauerhaft bei mindestens 7 Grad plus liegen, sollte auf die Sommer-Pneus gewechselt werden. Und was gibt es sonst noch zu beachten? Diese 10 Punkte:

1. Profil professionell
Der Gesetzgeber schreibt eine minimale Profiltiefe von 1,6 Millimeter vor. Wer auf Sicherheitsreserven Wert legt und die volle Produktqualität in Sachen Halt, Stabilität und Bremsweg in An­­spruch nehmen will, sollte aber nicht mit weniger als 3 bis 4 Millimeter Profil unterwegs sein.

2. Spurensuche
Das Profil sollte über die ganze Lauffläche gleichmäßig tief sein. Ist einseitig innen oder außen eine deutlich stärkere Abnutzung erkennbar, so darf dieser Reifen keinesfalls weiter verwendet werden. Ein ungleichmäßig abgefahrenes Profil weist auf eine falsche Einstellung von Spur und/oder Sturz des Rades hin, die dann in einer Fachwerkstätte kontrolliert werden sollten.

3. Zeichen an der Wand
Beschädigungen an den Seitenwänden der Reifen sind gefährlich und können vor allem bei höheren Geschwindigkeiten zu Platzern oder Ablösungen der Lauffläche führen. Reifen, die hier Beschädigungen aufweisen, müssen in jedem Fall ausgetauscht werden.

4. Hey, Alter!
Mehr, als fünf Jahre, sollte kein Reifen alt sein, so die Faustregel. Das Alter ist einfach abzulesen: An der Seitenwand findet sich ein Code, der mit DOT be­­ginnt. Die folgende Zahl be­­schreibt Produktions-Monat und -Jahr, also etwa 1115 für November 2015. Das Prüfen der DOT-Kennzeichnung zahlt sich auch beim Kauf von Neureifen aus, um Chargen aus älterer Produktion zu identifizieren.

5. Gleich & gleich
Wer an Vorder- und Hinterachse unterschiedliche Modelle oder Fabrikate fährt, begeht damit zwar keine Kapital-Sünde, sollte aber bedenken, dass die vom Hersteller versprochenen Eigen­­schaften nur bei einer Vollbereifung gelten können.

6. Winterreifen forever?
Es ist nicht verboten, im Sommer mit Winterreifen zu fahren. Es bringt nur keine Ersparnis, weil der Pneu für die kalte Jahreszeit sich im warmen Sommer rasant abnutzt, besonders schlechte Fahreigenschaften hat und auch noch mehr Spritkonsum verursacht.

7. Zweite Hand
Für Gebraucht-Reifen gilt das Gleiche, wie für jeden Secondhand-Kauf: Genauestens kon­trollieren, am besten jemand zum Besichtigen mitnehmen, der sich wirklich auskennt. Bei demontierten Reifen ist die Ge­­fahr größer, faule Ware angedreht zu bekommen, als bei Kom­­pletträdern, die sich unter Wasser zumindest leicht auf Dichtheit prüfen lassen.

8. Reifen 365
Ganzjahres-Reifen sind inzwischen deutlich besser als ihr Ruf. Normalfahrer in gemäßigten Klimazonen oder Menschen, die ohnehin nur innerhalb der Stadt unterwegs sind, werden kaum Unterschiede zu den je­­weiligen Saison-Bereifungen spüren, sehr wohl aber die Kostenersparnis für zwei Mal Um­­stecken pro Jahr.

9. Wohin die Guten?
Wer nicht dauernd den Gummi rauchen lässt und jede Saison zwischen Vorder- und Hinterachse tauscht, wird immer etwa vier gleich stark abgefahrene Reifen haben. Ist dennoch ein deutlicher Profil-Unterschied erkennbar, sollten die besseren beiden aber nicht etwa an der angetriebenen Achse montiert werden, damit sie in der Abnutzung aufholen, sondern – egal, ob Vorder-, Hinter- oder Allrad-Antrieb – immer an der hinteren, wo sie für mehr Stabilität sorgen.

10. Sparen um jeden Preis?
Es gibt günstige Qualitätsreifen, die den durchschnittlichen Alltags-Anforderungen durchaus genügen. Ja manchmal übertreffen die vermeintlichen „Diskont-Reifen“ namhafter Hersteller sogar in Tests ihre Premium-Brüder schon – siehe aktueller Sommerreifentest. Von absoluten Billig-Reifen, meist aus Fernost-Produktion, ist aber abzuraten. Die einzige Verbindung zwischen Auto und Straße ist zu wichtig, um ausgerechnet bei ihr zu knausern.

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