Subaru Forester 2,0 X

28. Dezember 2005
Keine Kommentare
2.340 Views
Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Subaru
Klasse:Kombi
Antrieb:Allrad
Treibstoff:Benzin
Leistung:158 PS
Testverbrauch:10,8 l/100km
Modelljahr:2005
Grundpreis:29.990 Euro

Nobleres Design und stärkere Motoren: überarbeiteter Subaru Forester

Die immer größer werdende Klasse der Nobel-Offroader ist natürlich auch für Subaru ein Thema: Mit der aktuellen Überarbeitung des Forester zielen die Japaner eindeutig in diese Richtung. Entsprechend sind jetzt alle Karosserie-Teile in Wagenfarbe lackiert, dazu erinnern die neuen Scheinwerfer mit hochgesetzten Blinkern an den BMW 7er, und die Außenspiegel beherbergen nun auch Seitenblinker. Der Innenraum blieb unverändert – mit Ausnahme des Lenkrads, es stammt vom italienischen Traditions-Hersteller Momo – schade, denn an der Hartplastik-Landschaft erkennt man das Alter des Försters deutlich, immerhin ist er ja schon seit sieben Jahren auf dem Markt.
Am ursprünglichen Charakter des Japaners konnte auch das frische Äußere nichts ändern. Immer noch sind Rückrollbremse und eine manuell aktivierbare Geländeuntersetzung an Bord, die Offroad-Tauglichkeit ist nach wie vor passabel. Neuheiten unter dem Blech: Der Einstiegs-Motor leistet dank neuen Zylinderköpfen mit Vierventil-Technik und variabler Nockenwellen-Verstellung 158 PS, das sind 33 mehr als bisher. Trotzdem hat der Vierzylinder-Saugmotor mit dem Forester kein leichtes Spiel, nicht nur onroad wünscht man sich das kraftvolle Drehmoment der ebenfalls, nämlich auf 230 PS erstarkten Turbo-Variante. Noch besser wäre natürlich ein bulliger Turbodiesel, aber Selbstzünder sind ja bei Subaru (zumindest derzeit noch) kein Thema.

TECHNIK
B4, 16V, 1994 ccm, 116 kW (158 PS) bei 6400/min, max. Drehmoment 186 Nm bei 3200/min, Fünfgang-Getriebe, Allradantrieb, vorne: Dreiecksquerlenker, Stabilisator, Federbeine, hinten: Mehrlenkerachse, Federbeine, Stabilisator, Scheibenbremsen vorne (bel.), Trommeln (h), ABS, L/B/H 4485/1735/ 1590 mm, Radst. 2525 mm, 5 Sitze, Wendekreis 11,4 m, Servo, Reifendim. 215/60 R 16, Tankinhalt 60 l, Reichweite (bis Tankreserve) 490 km, Kofferraumvolumen 387-1592 l, Leergewicht 1390 kg, zul. Gesamtgewicht 1880 kg, max. Anh.-Last 1600 kg, 0-100 km/h 9,7 sec, 60-100 km/h (im 4. Gang) 10,9 sec, Spitze 189 km/h, Steuer (jährl.) EUR 607,20, Normverbr. (Stadt/außerorts/Mix) 12,3/7,5/9,3 l, Testverbrauch 10,8 l ROZ 95
Preis: EUR 29.990,-

Offroad-Daten: permanenter Allradantrieb mit automatisch sperrendem Mittel- und Hinterachsdifferenzial, manuelle Geländeuntersetzung, Böschungswinkel v/h 22°/22°, Rampenwinkel 20°, max. Bodenfreiheit 205 mm, Wattiefe 300 mm

FAHREN & FÜHLEN
Der Zweiliter-Boxer arbeitet leise und vibrationsarm, müht sich mit dem relativ leichten Fahrzeug, mit Schuld trägt das lang übersetzte Getriebe. Die Leistungsentfaltung ist gleichmäßig, der Durchzug aber schwach. Das Fahrwerk ist betont straff mit genügend Restkomfort, im Grenzbereich sanft untersteuerndes Eigenlenkverhalten, Heck nicht völlig frei von Lastwechsel-Tendenzen. Kurzwegig-exakte, etwas knochige Schaltung, präzise, aber indirekte Lenkung. Bremsen: fein dosierbar und standfest. Straff gepolsterte, wenn auch schwach konturierte Sitze mit zu kurzer Schenkelauflage.

STOCK & STEIN
Für unbefestigte Wege verfügt der Forester neben ausreichender (gegenüber dem Vorgänger um fünf Millimeter angehobener) Bodenfreiheit über Gelände-Untersetzung und Rückrollbremse. Die mechanisch sperrenden Mittel- und Hinterachsdifferenziale sorgen für gute Steigfähigkeit, die geringen Böschungswinkel verhindern jedoch Fahrten ins schwere Gelände.

PLATZ & NUTZ
Bis auf knappe Kopffreiheit im Fond ausreichend Platz in beiden Reihen. Das Gepäckabteil ist nicht besonders groß, die Nutzbarkeit wird durch wuchtige Radkästen eingeschränkt. Die Fondlehne lässt sich 2:1 geteilt umlegen. Praxis-Plus: niedrige Ladekante, große Heckklappen-Öffnung, Verzurrösen und 12-Volt-Steckdosen im Kofferraum. Weiters: gute Karosserie-Übersicht, kleine Anzahl an Ablagen, One-Touch-Fensterheber nur fahrerseitig. Keine optimale Sitzposition, da Lenkrad nur höhenverstellbar.

DRAN & DRIN
Die Basis-Motorisierung ist nur in der Ausstattungsstufe X” erhältlich, diese enthält u.a. Klimaautomatik, FB-Zentralsperre, vier E-Fensterheber, E-Glas-Hub/Schiebedach, Sitzheizung, Radio mit integriertem CD-Wechsler und 6 LS, Tempomat, Nebelscheinwerfer und Alufelgen. Gegen Aufpreis: Viergang-Automatik, Metallic-Lack, Navigation, Leder. Tadellose Verarbeitung, nicht sehr hochwertige, jedoch robuste Materialien, nüchternes Design.

SICHER & GRÜN
Sicherheit ab Werk: Front- und Seitenairbags vorne, ABS, fünf Dreipunktgurte und ebenso viele Kopfstützen (reichen vorne bis 1,90 m, hinten bis 1,75 m Körpergröße), Isofix-Kindersitz-Halterungen. Nicht erhältlich: Bremsassistent, ESP, Kopfairbags. Sprit-Verbrauch im Rahmen, Umwelt-Check ohne Patzer absolviert.

PREIS & WERT
Preislich auf gleichem Niveau wie die (zumindest optisch) mehr auf offroad getrimmten Hyundai Santa Fe (mit V6 und besserer Ausstattung) und Mitsubishi Outlander 2,4. Wiederverkaufs-Prognose als “Exote” ohne Diesel eher düster. Drei Jahre Neuwagen- und Lack-Garantie, nur sechs Jahre Antidurchrost-Versprechen, keine Mobilitäts-Garantie. Service und Ölwechsel alle 15.000 Kilometer, dünnes Werkstatt-Netz.

ALLES-AUTO-TESTURTEIL :
Ausgereifter und robuster Kombi mit Offroad-Ambitionen.


Foto: Len Vincent

Diesen Test finden Sie in ALLES AUTO 10/2005