„Tesla ist dem Untergang geweiht“

23. November 2017
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Aktuelles

Teslas unlängst über die Bühne gegangene Ankündigung des neuen Roadsters und LKWs konnte den zuvor losgebrochenen, konstanten Reigen an Negativschlagzeilen zum kalifornischen Elektro-Pionier nur kurz unterbrechen. Heute haben die News zu Tesla schon wieder eine ganz andere Färbung. So hat Bloomberg nun errechnet, dass Tesla in den vergangenen zwölf Monaten 8.000 Dollar pro Minute verbrannt hat – also Verlust gemacht hat. Das summiert sich auf stolze 480.000 Dollar pro Stunde. Sofern diese Zahlen sich nicht dramatisch verbessern, so Bloomberg, kann schon jetzt genau errechnet werden, wann Tesla endgültig untergeht: am 06. August 2018. Da wäre dann auch der letzte Cent ausgegeben.

Ganz unabhängig dieser Zahlen sieht auch Ex-GM-Chef Bob Lutz Teslas Lage reichlich düster. In einem Interview mit dem US-Nachrichtensender CNBC meinte er, Tesla sei „doomed“ – also dem Untergang geweiht. Lutz weiter:

„Wenn sie so weitermachen, wird es sie 2019 nicht mehr geben.(…) Tesla hat kein Geheimrezept. Sie benutzen die gleichen Lithium-Ionen-Batterien wie alle anderen auch.“

Letzteres, so Lutz, wird Tesla mittelfristig das Genick brechen. Immerhin hätten sie somit keinen Vorteil gegenüber den etablierten Herstellern wie Daimler, BMW, VW oder GM. Diese können aber wiederum ihre hohen Entwicklungskosten für neue E-Autos mit dem Verkauf von Millionen konventioneller Fahrzeuge erwirtschaften. Konkret gibt General Motors aktuell pro Quartal zum Beispiel rund eine Milliarde Dollar für die Forschung und Entwicklung an neuen E-Autos und Technologien aus. Aufwände, die GM aus den laufenden Gewinnen entnehmen könne. Tesla hingegen kann das nicht. Alles weitere ist einfache Mathematik.

Dennoch: Elon Musk hat sein Unternehmen schon öfter vor dem vermeintlich sicheren Konkurs gerettet und in der Tat durch die Vorstellung des Tesla Roadster 2.0 den Aktienkurs weiter nach oben katapultiert. 53 Milliarden Euro ist Tesla an der Börse aktuell wert – mehr als zum Beispiel der gesamte Ford-Konzern.  Und die Anleger haben schon mehrmals eine unglaubliche Geduld und festen Glauben an Musk bewiesen. Es bleibt abzuwarten, ob diese allerdings auch wirklich ein weiteres Mal das Ende abwenden können, wenn die Produktionsprobleme beim Model 3 nicht endlich in den Griff bekommen werden.

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