Test: Jeep Renegade 1,0 Multiair T3 FWD

12. Juni 2019
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Jeep
Klasse:Geländewagen/SUV
Antrieb:Vorderrad
Treibstoff:Benzin
Leistung:120 PS
Testverbrauch:8,0 l/100km
Modelljahr:2019
Grundpreis:27.334 Euro

Schon im Vorjahr gab es ein leichtes Facelift für den kleinsten Jeep, kürzlich wurden auch noch neue Motoren nachgereicht. Es entspricht nicht dem Markenkern, der für Unaufhaltsamkeit im schweren Gelände steht, wohl aber dem Kundenwunsch: Der Großteil der Renegades fährt mit Vorderradantrieb, lediglich in Kombination mit 140 oder 170 Diesel-PS ist Allrad erhältlich. Die meisten Einstiegs-Jeeps sind aber sowieso nicht im Gelände, sondern in der City zu finden, wofür sie dank ihres kurzen und hohen Layouts einiges an Talent besitzen.

Apropos Einstieg: Das neue Aggregat am unteren Ende ist ein Dreizylinder-Benziner mit einem Liter Hubraum und 120 PS. Eine Konfiguration, wie man sie inzwischen in vielen City-SUV findet. Allerdings ist der robuste Renegade schwerer als die Konkurrenz, daher müht sich das – kultivierte und gut gedämmte – Motörchen ziemlich ab. Der Durchzug ist nicht berauschend, und das Gaspedal muss man streicheln, will man unter der Achtliter-Marke bleiben. Trotzdem blickt man auf die anderen Asphalt-Cowboys hinunter. Einerseits, weil man um ein paar Zentimeter höher sitzt, andererseits, weil diese eben keine „echten“ Jeeps sind.

Motor & Getriebe – Der gut gedämmte Dreizylinder-Benziner hält sich wacker im Drehzahlkeller, kämpft aber mit Fahrzeuggewicht und langer Getriebeübersetzung. Mitunter hakelige Schaltung.

Fahrwerk & Traktion – Straff-komfortable Federung, im Grenzbereich sicheres Untersteuern. Recht schwergängige, um die Mittellage indifferente Lenkung. Brave Bremsen, Traktion OK.

Stock & Stein –  Wer offroad unterwegs sein will, greift zu den (stärkeren) Allrad-Varianten. Der Fronttriebler ist mit Berganfahrhife und erhöhter Bodenfreiheit lediglich Feldweg-tauglich.

Cockpit & Bedienung – Übersichtliches Cockpit mit einem Schuss Digitalisierung. Lenkstockhebel weit vom Volant entfernt, schlechte Sicht nach schräg hinten. Sitze: straff, groß genug, ausreichend Seitenhalt. Zahlreiche, aber eher kleine Ablagen.

Innen- & Kofferraum – Vorne enormes Raumgefühl, hinten Platzverhältnisse im Klassenschnitt. Mittelgroßer Kofferraum mit 2:1 Umlege-Lehnen (Boden bleibt nur bei optionalem „Funktions-Paket“ eben) und vorklappbarer Beifahrersitz-Lehne. 

Dran & Drin – Als Top-Variante „Limited“ gut ausgestattet, Extras besonders in Paket-Form günstig. Robuste Materialien, solide Verarbeitung. Automatik und Allrad nicht für diese Motorisierung erhältlich.

Schutz & Sicherheit – Ordentliches Airbag-Programm inklusive Luftpolster für Fahrer-Knie. Fünf Sterne bei Euro NCAP. Zahlreiche Assistenzsysteme Serie, weitere gegen Aufpreis.

Sauber & Grün – Verbrauch weit über der Werksangabe – je mehr Autobahn-Anteil, desto höher. Positiv unauffälliges Start/Stopp-System.

Preis & Kosten – Im Konkurrenz-Vergleich eher teuer, aber solide Werthaltung. Jährliches Service notwendig, mitteldichtes Werkstatt-Netz, durchschnittliche Garantieleistungen.

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Adaptionen im robusten Cockpit: vergrößerter Touchscreen, geänderte Regler-Kon­figuration darunter.

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Schon im Vorjahr gab es ein leichtes Facelift für den kleinsten Jeep, kürzlich wurden auch noch neue Motoren nachgereicht. Es entspricht nicht dem Markenkern, der für Unaufhaltsamkeit im schweren Gelände steht, wohl aber dem Kundenwunsch: Der Großteil der Renegades fährt mit Vorderradantrieb, lediglich in Kombination mit 140 oder 170 Diesel-PS ist Allrad erhältlich. Die meisten Einstiegs-Jeeps sind aber sowieso nicht im Gelände, sondern in der City zu finden, wofür sie dank ihres kurzen und hohen Layouts einiges an Talent besitzen. Apropos Einstieg: Das neue Aggregat am unteren Ende ist ein Dreizylinder-Benziner mit einem Liter Hubraum und 120 PS. Eine Konfiguration, wie man sie inzwischen in vielen City-SUV findet. Allerdings ist der robuste Renegade schwerer als die Konkurrenz, daher müht sich das – kultivierte und gut gedämmte – Motörchen ziemlich ab. Der Durchzug ist nicht berauschend, und das Gaspedal muss man streicheln, will man unter der Achtliter-Marke bleiben. Trotzdem blickt man auf die anderen Asphalt-Cowboys hinunter. Einerseits, weil man um ein paar Zentimeter höher sitzt, andererseits, weil diese eben keine „echten“ Jeeps sind.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"]Motor & Getriebe - Der gut gedämmte Dreizylinder-Benziner hält sich wacker im Drehzahlkeller, kämpft aber mit Fahrzeuggewicht und langer Getriebeübersetzung. Mitunter hakelige Schaltung. Fahrwerk & Traktion - Straff-komfortable Federung, im Grenzbereich sicheres Untersteuern. Recht schwergängige, um die Mittellage indifferente Lenkung. Brave Bremsen, Traktion OK. Stock & Stein -  Wer offroad unterwegs sein will, greift zu den (stärkeren) Allrad-Varianten. Der Fronttriebler ist mit Berganfahrhife und erhöhter Bodenfreiheit lediglich Feldweg-tauglich. Cockpit & Bedienung - Übersichtliches Cockpit mit einem Schuss Digitalisierung. Lenkstockhebel weit vom Volant entfernt, schlechte Sicht nach schräg hinten. Sitze: straff, groß genug, ausreichend Seitenhalt. Zahlreiche, aber eher kleine Ablagen. Innen- & Kofferraum - Vorne enormes Raumgefühl, hinten Platzverhältnisse im Klassenschnitt. Mittelgroßer Kofferraum mit 2:1 Umlege-Lehnen (Boden bleibt nur bei optionalem „Funktions-Paket“ eben) und vorklappbarer Beifahrersitz-Lehne.  Dran & Drin - Als Top-Variante „Limited“ gut ausgestattet, Extras besonders in Paket-Form günstig. Robuste Materialien, solide Verarbeitung. Automatik und Allrad nicht für diese Motorisierung erhältlich. Schutz & Sicherheit - Ordentliches Airbag-Programm inklusive Luftpolster für Fahrer-Knie. Fünf Sterne bei Euro NCAP. Zahlreiche Assistenzsysteme Serie, weitere gegen Aufpreis. Sauber & Grün - Verbrauch weit über der Werksangabe – je mehr Autobahn-Anteil, desto höher. Positiv unauffälliges Start/Stopp-System. Preis & Kosten - Im Konkurrenz-Vergleich eher teuer, aber solide Werthaltung. Jährliches Service notwendig, mitteldichtes Werkstatt-Netz, durchschnittliche Garantieleistungen.[/vc_column_text][/vc_column][vc_column width="1/2"][vc_column_text css=".vc_custom_1560344169223{margin-top: 0px !important;margin-bottom: 0px !important;}"][/vc_column_text][vc_column_text css=".vc_custom_1560343470741{margin-top: 0px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;background-color: #f2f2f2 !important;}"]Adaptionen im robusten Cockpit: vergrößerter Touchscreen, geänderte Regler-Kon­figuration darunter.[/vc_column_text][vc_empty_space height="5px"][vc_column_text][taq_review][/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row css=".vc_custom_1446570885481{padding-top: 15px !important;}"][vc_column][vc_tabs][vc_tab title="Technik" tab_id="ed3d3eb5-217d-33e84-32475293-fb43529d-e3d4"][vc_column_text]R3, 12V, Turbo, 999 ccm, 120 PS (88 kW) bei 5750/min, max. Drehmoment 190 Nm bei 1750/min, Sechsgang-Getriebe, Vorderradantrieb, Scheibenbremsen v/h (v bel.), L/B/H 4236/1805/1667 mm, Radstand 2570 mm, 5 Sitze, Wendekreis 11,0 m, Reifendimension 215/60 R 17 (Testwagen-Bereifung Bridgestone Turanza T001 225/55 R 18), Tankinhalt 48 l, Reichweite 600 km, Kofferraumvolumen 351–1297 l, Leergewicht 1320 kg, zul. Gesamtgewicht 1860 kg, max. Anh.-Last 1250 kg, 0–100 km/h 11,2 sec, 60–100 km/h (im 4./5. Gang) 9,1/12,7 sec, Spitze 185 km/h, Steuer (jährl.) € 476,16, Werkstätten in Österreich 82, Service alle 15.000 km (mind. 1x/Jahr),…

5.8

FAZIT

Auch mit drei Zylindern versprüht der Renegade genug Jeep-Flair.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Stock & Stein
Cockpit & Bedienung
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Sauber & Grün
Preis & Kosten
User-Wertung : 0.18 ( 4 Stimmen)
6

R3, 12V, Turbo, 999 ccm, 120 PS (88 kW) bei 5750/min, max. Drehmoment 190 Nm bei 1750/min, Sechsgang-Getriebe, Vorderradantrieb, Scheibenbremsen v/h (v bel.), L/B/H 4236/1805/1667 mm, Radstand 2570 mm, 5 Sitze, Wendekreis 11,0 m, Reifendimension 215/60 R 17 (Testwagen-Bereifung Bridgestone Turanza T001 225/55 R 18), Tankinhalt 48 l, Reichweite 600 km, Kofferraumvolumen 351–1297 l, Leergewicht 1320 kg, zul. Gesamtgewicht 1860 kg, max. Anh.-Last 1250 kg, 0–100 km/h 11,2 sec, 60–100 km/h (im 4./5. Gang) 9,1/12,7 sec, Spitze 185 km/h, Steuer (jährl.) € 476,16, Werkstätten in Österreich 82, Service alle 15.000 km (mind. 1x/Jahr), Normverbrauch (Stadt/außerorts/Mix) 7,3/5,5/6,1 l, Testverbrauch 8,0 l ROZ 95, CO2 (Norm/Test) 136/184 g/km

Offroad-Daten: Böschungswinkel v/h 18,6°/21,2°, Rampenwinkel 14,4°, Bodenfreiheit 171 mm, Wattiefe 220 mm 

Front-, vordere Seiten- und durchgehende Kopfairbags, Fahrer-Knieairbag, Notbrems- und aktiver Spurhalte-Assistent, Verkehrszeichen-Erkennung, Abstandsregel-Tempomat, Berganfahrhilfe, akust. Einparkhilfe v+h, Licht-, Regen- und Fernlichtsensor, Audiosystem mit 7 Zoll-Touchscreen, Bluetooth, 2x USB, Android Auto & Apple CarPlay, Zweizonen-Klimaautomatik, aut. abblend. Innenspiegel, Aluräder 17 Zoll etc.

Toterwinkel- und Querverkehrs-Warner € 270,–, Rückfahrkamera € 230,–, Parklenkassis­tent (inkl. Rückfahrkamera, Toterwinkel- u. Querverkehrs-Warner) € 660,–, E-Vordersitze € 440,–, Funktions-Paket (schlüsselloser Zugang, klappbare Außenspiegel, Fondlehne 2:1:2 geteilt, doppelter Ladeboden etc.) € 590,–, Lederpolsterung
€ 920,–, Lenkradheizung € 180,–, E-Panorama-Schiebedach € 1320,–, Navigation inkl. 8,5 Zoll-Schirm € 1050,– (inkl. Soundsystem Beats Audio € 1450,–), Aluräder 18 Zoll € 460,– etc.

2 Kommentare

  1. SUV mit Allrad als gemäßigte Alternative zu Hardcore-Geländewagen für Menschen, die in Gegenden leben, wo es noch Winter gibt oder beruflich oder Freizeit-bedingt öfter dort hin müssen, ist verständlich.
    SUV ohne Allrad ist aber unverständlich. Höher und bequemer sitzen tut man auch in einem Van und Platz bietet er auch mehr.
    Bleibt als Grund nur, mit dem kastrierten SUV, den Weltenbummler spielen zu wollen, was mit Vans nicht geht.
    Das Abenteurerimage im Vorderrad-SUV bröckelt aber sowieso – spätestens beim Ausparkversuch aus einer mit Schnee zugeschütteten Parklücke.

  2. Naja, aufgrund der größeren Bodenfreiheit kommt man mit einem Frontantriebs-SUV schon weiter als mit einem Van.
    Zudem werden die Letzteren immer weniger…KIA Carens, Seat Altea, Opel Meriva, Toyota Verso S, Mazda 5, Fiat Idea / Lancia Musa, Ford B-Max und C-Max…alle wurden oder werden ersatzlos gestrichen… Peugeot 5008 (ist jetzt zu einem SUV geworden).
    Bleiben Renault Scenic, Citroen C4 Picasso (bzw. jetzt Spacetourer), Toyota Verso, VW Golf Sportsvan, Opel Zafira (teuer und riesig), VW Touran (teuer), BMW 2er (sehr teuer), Mercedes B-Klasse (sehr teuer) und der Dacia Lodgy, dens beim Crashtest zerbröselt hat (Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit).
    Für mich kämen da derzeit ehrlich gesagt nur der Scenic und der Picasso eventuell in Frage.
    MfG J

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