Daihatsu Move Top

10. November 2002
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Daihatsu
Klasse:Kleinwagen
Antrieb:Vorderrad
Treibstoff:Benzin
Leistung:55 PS
Testverbrauch:5,9 l/100km
Modelljahr:2001
Grundpreis:11.690 Euro

Viel Platz auf wenig Raum zum kleinen Preis: Schon seit 1997 bahnt sich der Daihatsu Move so seinen Weg durch den City-Dschungel. Zum neuen Modelljahr lassen die Japaner dem Mini-Minivan ein frisches Design angedeihen, die überarbeitete Frontpartie besitzt nun sogar einen Hauch von Sportlichkeit. Nichts geändert hat sich dagegen am Interieur-Konzept des japanischen Winzlings: In der hinteren Reihe können beide Einzelsitze verschoben und komplett geklappt werden, sperriges Gut verschwindet im luftigen Innenraum der Hochbau-Karosserie. Dank Zwergen-Abmessungen (nur 3,4 Meter Außenlänge) und kleinem Wendekreis fühlt sich der Move im Stadt-Gewusel am wohlsten, leidgeprüfte Parkplatz-Sucher werden´s danken.
Die einzige Antriebs-Variante ist der 55 PS starke Dreizylinder-Benziner aus dem Cuore – um seinem Namen Move (Bewegung““) gerecht zu werden, will das Aggregat aber gedreht und die Schaltung fleißig bedient werden. Eine Diesel-Version ist nicht erhältlich, wohl aber eine Dreigang-Automatik, die den Daihatsu jedoch einiges an Agilität kostet.
Ungewöhnlich für Fernost-Verhältnisse ist die etwas karge Serienausstattung des Move: Vier Airbags, ABS, E-Helfer für Fensterheber und Außenspiegel sind im „Top““ zwar an Bord, für die Klima bezahlt man aber extra. Und im nächst-niedrigeren Niveau „Plus““ kosten schon Servo und ABS Aufpreis, Seiten-Luftsäcke sind gar nicht mehr vorgesehen – diese Variante zum Mini-Preis appelliert halt vollends an die Basis-Instinkte der Käuferschaft.

TECHNIK
R3, 989 ccm, 40 kW (55 PS) bei 5200/min, max. Drehmoment 88,3 Nm bei 3600/min, Fünfgang-Getriebe, Vorderradantrieb, vorne: McPherson-Federbeine, Querlenker, Stabilisator, hinten: Verbundlenkerachse, Schraubenfedern, Scheibenbremsen v (bel.), Trommeln h, ABS, L/B/H 3410/1475/1630 mm, Radstand 2345 mm, 4 Sitze, Wendekreis 9,0 m, Servo, Reifendimension 165/65 R 13, Tankinhalt 40 l, Reichweite (bis Tankreserve) ca. 625 km, Kofferraumvolumen 233-492 l, Leergewicht 815 kg, zul. Gesamtgewicht 1270 kg, 0-100 km/h 15,0 sec, Spitze 140 km/h, CO2-Emission 136 g/km, Normverbr. (Stadt/außerorts/Mix) 6,7/5,0/5,6 I, Testverbrauch 5,9 l ROZ 91
Preis: EUR 11.690,- (S 160.857,91)

FAHREN & FÜHLEN
Der kleine Dreizylinder ist ziemlich rau, braucht viel Drehzahl und klingt bei hohen Touren kernig laut, zieht aber ganz brav durch. Untersteuerndes, etwas poltriges Fahrwerk, nicht lastwechsel-immun, Tendenz zum Aufschaukeln. Ausreichend direkte, um die Mitte aber undefinierte Lenkung mit leichten Antriebseinflüssen, Mini-Wendekreis. Gänge gut gestuft, Schaltung mit Hakel-Neigung. Nicht sehr fein dosierbare Bremsen, dafür kräftig und fading-frei, etwas nervöses ABS. Ausreichend dimensionierte Sitze, durchschnittlicher Seitenhalt, unpraktische Lehnen-Neigung.

PLATZ & NUTZ
Ausreichend Platz vorne wie hinten, die Ellbogen-Freiheit leidet aber unter den schmalen Außen-Maßen. Top: Der Kopf-Abstand zum Dachhimmel. Praktischer Kofferraum mit niedriger Ladekante, erweiterbar durch längs verschieb- und umklappbare Einzelsitze hinten. Heckklappe schwingt seitlich auf, genügend Ablagen, gute Übersicht, logisches Cockpit. Praxis-Kritik: Lenkrad nicht verstellbar, unterdimensionierte Lautsprecher, lautes Gebläse.

DRAN & DRIN
Serienausstattung: E-Außenspiegel, E-Fensterheber, Zentralsperre, Tankklappen-Ferntentriegelung, Getränkehalter vorne und hinten. Aufpreispflichtig im „Top““: Klimaanlage. Wahlweise auch mit (Motor-Kräfte raubender) Dreigang-Automatik erhältlich. Keine Diesel-Version. Solide verarbeitet, robuste Materialien, viel uncharmantes Plastik.

SICHER & GRÜN
Sicherheits-Check: Fahrer-, Beifahrer- und Seiten-Airbags serienmäßig, ebenso ABS mit Bremsassistent. Vier verstellbare Kopfstützen (reichen vorne bis 1,90 Meter, hinten bis 1,75 Meter Körpergröße), vier Dreipunktgurte mit Straffern und Gurtkraftbegrenzern vorne, keine Isofix-Halterungen. Grün-Check: weitgehender Verzicht auf Problemstoffe, braver Verbrauch.

PREIS & WERT
So günstig der Move im ersten Moment wirkt – ein Blick in die Preislisten der Konkurrenz relativiert das Plus. Der 76 PS starke Suzuki Wagon R+ kostet 15 Tausender (knapp 1.100,- Euro) weniger, dessen deutscher Baugleich-Bruder Opel Agila ist in der 58-PS-Basisversion gleich um 24 Tausender (zirka 1.750,- Euro) günstiger – und hat dank Europa-Argument die Nase beim Wiederverkauf vorn. Dafür ist der Move brav verarbeitet, bietet drei Jahre Neuwagen-Garantie sowie auf Rost- und Lack-Schutz sechs bzw. drei Jahre. Ausreichend dichtes Service-Netz.

ALLES-AUTO-TESTURTEIL:
Der Move hat viel Platz für pfiffige Ideen, ein Preis-Hit ist er nur auf den ersten Blick.

Diesen Test finden Sie in ALLES AUTO 1-2/2002

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