Großer Test VW Golf Variant Life TDI 4MOTION DSG

26. März 2023
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Volkswagen
Klasse:Kombi
Antrieb:Vorderrad
Treibstoff:Diesel
Leistung:150 PS
Testverbrauch:5,5 l/100km
Modelljahr:2023
Grundpreis:40.490 Euro

Test VW Golf Variant: Gezählt sind für den Wolfsburger die Tage – eigentlich die Jahrzehnte – als heimischer Topseller, beginnend mit 2019 hat ihm Plattform-Bruder Skoda Octavia hier den Rang abgelaufen.

Ein Golf VIII-Testwagen gastierte zuletzt bei uns für die Sommer-Doppelausgabe, als Vernunft-Benziner setzte er sich im Duell gegen Erzrivalen Opel Astra klar durch. Jetzt legten wir noch eins drauf. Wir krallten uns den Golf als Kombi mit 150 Diesel-PS und Allrad samt dabei obligatorischer Doppelkupplungs-Automatik.

Zum Antrieb

Vom Antrieb her ein vernünftiges All-Inclusive-Package, der Zweiliter-TDI ist kräftig und sparsam, 4MOTION sorgt für Allwetter-Souveränität. Und mit der Basis-Ausstattung „Life“ samt ein paar Extras lässt es sich ganz gut leben. Vor allem das „Unlimited“-Paket ist fast ein Muss, zumal es sich aktuell geradezu unverschämt preisgesenkt präsentiert.

Konkurrenz hat ein derart konfigurierter Golf nur aus dem eigenen Konzern: in Form des günstigeren Seat Leon und des etwas teureren, aber etwas geräumigeren und etwas besser ausgestatteten Skoda Octavia. Es ist also wohl die persönliche Vorliebe, die diese Qual der Wahl beeinflussen wird.

Wir fahren jetzt auf jeden Fall Golf. Und kommen rasch drauf, dass es das Adaptiv-Fahrwerk nicht zwingend braucht, die Serien-Abstimmung schafft schon einen gelungenen Spagat zwischen genug Komfort und solidem Kurvenfahrverhalten. An der Lenkung gab es noch nie etwas auszusetzen bei einem Golf.

Das Thema Bedienung

In Sachen Bedienung hingegen zeigte der große Vergleichstest im letzten Heft, bei dem ein neuer Dacia Sandero gegen einen gebrauchten Golf VII antrat, dass früher einiges besser war. Die Slider für Temperatur-Vorwahl und Lautstärken-Regelung bei der aktuellen Generation sind wirklich kein Hit, kompliziert ist auch das Steuern der Sitzheizung. Immerhin bringt die Basis-Ausstattung „Life“ das Lenkrad mit klassischen Druckknöpfen und nicht mit unglücklichen Softtouch-Feldern.

Ungeachtet seiner Talente: Nummer eins im Verkauf wird der Golf bei uns nie wieder werden, aber wohl in alle Ewigkeit ein Auto bleiben, das den Großteil der Vorlieben von Herrn und Frau Österreicher gekonnt unter einem Blechdach vereinen kann. Die genaue Bewertung des Test VW Golf Variant lesen Sie unten.

Dieser Test erschien übrigens mit vielen weiteren in der Ausgabe November 2022 von Alles Auto, hier online zu bestellen.

Foto: Robert May

Motor & Getriebe

Praktisch ohne Turboloch schiebt der ganz gut gedämmte Zweiliter-Diesel den 1,6 Tonnen-Kombi voran, die beim Allradantrieb obligatorische Doppelkupplungs-Automatik gibt sich keine Blöße – auch nicht in Sachen Feinfühligkeit beim Rangieren.

Fahrwerk & Traktion

Gelungene Mischung aus agilem Handling samt sicherem, Lastwechsel-immunem Kurvenfahrverhalten und ordentlichem Federungskomfort – selbst mit den optionalen 17-Zöllern. Traktion dank 4×4 nie ein Problem, die Bremsen lassen sich fein dosieren und sind ­kräftig. Lenkung: direkt und zielgenau sowie im richtigen Maß leichtgängig. 

Bedienung & Multimedia

Sehr gute Sitzposition, wirklich empfehlenswert ist der (etwa im ­„Unlimited“-Paket enthaltene) „ergoActive“-Sitz mit elektrischer Verstellung, wenn auch gar ­zarter Massage-Funktion. Gut ablesbare und konfigurierbare Digital-Instru­mente, Headup-Display um 767 Euro bzw. im Paket. Ergonomie und Bedienung im Großen und Ganzen OK, dennoch stören einige Kleinigkeiten, etwa die (unbeleuchteten) Softtouch-Slider unterm Multi­media-Schirm oder die Sitzheizungs-Steuerung. Kabellose Smartphone-Integration serienmäßig, ebenso induktives Handyladen, die Antennen-Anbindung dazu kostet 508 Euro extra, die Sprachsteuerung kommt auf 244 Euro. Ausreichend Ablagen. Empfehlenswert: die Rückfahrkamera für 355 Euro bzw. die 230V-Steckdose im Kofferraum für 139 Euro.

Innen- & Kofferraum

Passagier-Platzangebot in beiden Reihen überm Klassenschnitt, auch die Kopffreiheit passt. Großer, gut nutzbarer und einfach zu befüllen­der Kofferraum – dank doppeltem Boden bleibt die Ladefläche auch nach Umlegen der 2:1-Fondlehne (samt Ski-Durchreiche) eben. Inte­ressante Extras rund ums Thema Laden: elektrische Heckklappe mit Sensor-Steuerung um 561 Euro, klappbare Beifahrersitz-Lehne um 112 Euro, Netztrennwand um 195 Euro.

Dran & Drin

Die Basis-Mitgift ist gar nicht mal so übel, für Komfort & Luxus muss man freilich die Aufpreisliste bemühen – geradezu Pflicht ist das aktuell stark preisgesenkte „Unlimited“-Paket, das sinnvolle Optionen bündelt. An Material- und Verarbeitungsqualität gibt es nichts zu meckern. Ohne Allrad 3000 Euro billiger, der Verzicht aufs DSG-Getriebe würde einem dann weitere 2800 Euro sparen.

Schutz & Sicherheit

Überdurchschnittliches Luftpolster-Aufkommen, da Zentralairbag vorne Serie und Seitenairbags im Fond als Option. Basis-Schutz an Assistenzsystemen, den man gegen Aufpreis aufs Klassen-Maximum aufrüsten kann – bis hin zu teilautonomem Fahren. 

Preis & Kosten

Kein Billigangebot, doch als Kompakt-Kombi mit Diesel & Allrad konkurrenzlos – mit Ausnahme natürlich der Plattform-Brüder Seat Leon (billiger) und Skoda Octavia (etwas teurer, aber auch eine Spur geräumiger und etwas besser bestückt). Nur zwei Jahre Garantie, gegen Aufpreis auf fünf Jahre zu verlängern, das kostet bei 100.000 Kilo­metern 349 Euro bzw. 499 bei 150.000 Kilometern. Plus: lange Inspektions-Intervalle, sehr dichtes Service-Netz, gute Werthaltung, sparsamer Verbrauch. 

Test VW Golf Variant (Cockpit)

Golf-Cockpit wie gehabt, also hochwertig und mit guter Sitzposition, es gibt aber das eine oder andere Bedien-Ärgernis

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Test VW Golf Variant: Gezählt sind für den Wolfsburger die Tage – eigentlich die Jahrzehnte – als heimischer Topseller, beginnend mit 2019 hat ihm Plattform-Bruder Skoda Octavia hier den Rang abgelaufen. Ein Golf VIII-Testwagen gastierte zuletzt bei uns für die Sommer-Doppelausgabe, als Vernunft-Benziner setzte er sich im Duell gegen Erzrivalen Opel Astra klar durch. Jetzt legten wir noch eins drauf. Wir krallten uns den Golf als Kombi mit 150 Diesel-PS und Allrad samt dabei obligatorischer Doppelkupplungs-Automatik. Zum Antrieb Vom Antrieb her ein vernünftiges All-Inclusive-Package, der Zweiliter-TDI ist kräftig und sparsam, 4MOTION sorgt für Allwetter-Souveränität. Und mit der Basis-Ausstattung „Life“ samt ein paar Extras lässt es sich ganz gut leben. Vor allem das „Unlimited“-Paket ist fast ein Muss, zumal es sich aktuell geradezu unverschämt preisgesenkt präsentiert. Konkurrenz hat ein derart konfigurierter Golf nur aus dem eigenen Konzern: in Form des günstigeren Seat Leon und des etwas teureren, aber etwas geräumigeren und etwas besser ausgestatteten Skoda Octavia. Es ist also wohl die persönliche Vorliebe, die diese Qual der Wahl beeinflussen wird. Wir fahren jetzt auf jeden Fall Golf. Und kommen rasch drauf, dass es das Adaptiv-Fahrwerk nicht zwingend braucht, die Serien-Abstimmung schafft schon einen gelungenen Spagat zwischen genug Komfort und solidem Kurvenfahrverhalten. An der Lenkung gab es noch nie etwas auszusetzen bei einem Golf. Das Thema Bedienung In Sachen Bedienung hingegen zeigte der große Vergleichstest im letzten Heft, bei dem ein neuer Dacia Sandero gegen einen gebrauchten Golf VII antrat, dass früher einiges besser war. Die Slider für Temperatur-Vorwahl und Lautstärken-Regelung bei der aktuellen Generation sind wirklich kein Hit, kompliziert ist auch das Steuern der Sitzheizung. Immerhin bringt die Basis-Ausstattung „Life“ das Lenkrad mit klassischen Druckknöpfen und nicht mit unglücklichen Softtouch-Feldern. Ungeachtet seiner Talente: Nummer eins im Verkauf wird der Golf bei uns nie wieder werden, aber wohl in alle Ewigkeit ein Auto bleiben, das den Großteil der Vorlieben von Herrn und Frau Österreicher gekonnt unter einem Blechdach vereinen kann. Die genaue Bewertung des Test VW Golf Variant lesen Sie unten. Dieser Test erschien übrigens mit vielen weiteren in der Ausgabe November 2022 von Alles Auto, hier online zu bestellen. Foto: Robert May [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"] Motor & Getriebe Praktisch ohne Turboloch schiebt der ganz gut gedämmte Zweiliter-Diesel den 1,6 Tonnen-Kombi voran, die beim Allradantrieb obligatorische Doppelkupplungs-Automatik gibt sich keine Blöße – auch nicht in Sachen Feinfühligkeit beim Rangieren. Fahrwerk & Traktion Gelungene Mischung aus agilem Handling samt sicherem, Lastwechsel-immunem Kurvenfahrverhalten und ordentlichem Federungskomfort – selbst mit den optionalen 17-Zöllern. Traktion dank 4x4 nie ein Problem, die Bremsen lassen sich fein dosieren und sind ­kräftig. Lenkung: direkt und zielgenau sowie im richtigen Maß leichtgängig.  Bedienung & Multimedia Sehr gute Sitzposition, wirklich empfehlenswert ist der (etwa im ­„Unlimited“-Paket enthaltene) „ergoActive“-Sitz mit elektrischer Verstellung, wenn auch gar ­zarter Massage-Funktion. Gut ablesbare und konfigurierbare Digital-Instru­mente, Headup-Display um 767 Euro bzw. im Paket. Ergonomie und Bedienung im Großen und Ganzen OK, dennoch stören einige Kleinigkeiten, etwa die (unbeleuchteten) Softtouch-Slider unterm Multi­media-Schirm oder die Sitzheizungs-Steuerung. Kabellose Smartphone-Integration serienmäßig, ebenso induktives Handyladen, die Antennen-Anbindung dazu kostet 508…

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FAZIT

Konservativer Kombi? Mag sein, doch der Rucksack-Golf mit Allrad & Diesel ist ein perfekter Allrounder.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Bedienung & Multimedia
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Preis & Kosten
User-Wertung : Keine Bewertungen bisher!
8

R4, 16V, Turbo, 1968 ccm, 150 PS (110 kW) bei 3000–4200/min, max. Drehmoment 360 Nm bei 1600–2750/min, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, Allradantrieb, Scheibenbremsen v/h (v bel.)

L/B/H 4635/1769/1469 mm, Radstand 2669 mm, 5 Sitze, Wendekreis 11,1 m, Reifendim. 205/55 R 16 (Testwagen-Bereifung 225/45 R 17), Tankinhalt 50 l (AdBlue: 12 l), Reichweite 910 km, Kofferraumvolumen 611–1624 l, Leergew. (EU) 1622 kg, zul.Ge­samt­gewicht 2110 kg, max. Anh.-Last 2000 kg

0–100 km/h 8,6 sec, Spitze 221 km/h, Steuer (jährl.) € 639,36, Werkstätten in Österreich 255, Service alle 30.000 km (mind. alle 2 Jahre), WLTP- Normverbrauch kombiniert 5,2 l, Testverbrauch 5,5 l Diesel, CO2 (Norm/Test) 136/145 g/km

sechs Airbags, Fahrer-Knieairbag, Zentralairbag v, Spurhalte- und Abbiege-Assistent, Müdigkeitserkennung, LED-Licht, Adaptiv-Tempomat, Klimaautomatik, digitale Instrumente, 8,25 Zoll-Touchscreen, Audiosystem mit 7 LS, Bluetooth, DAB-Tuner, 2x USB-C, vier E-Fensterheber, Lichtsensor, Einparkhilfe v+h, heizb. E-Außenspiegel, 17 Zoll-Aluräder etc.

Seitenairbags hinten € 519,–, Matrix-LED-Licht € 2277,–, „IQ. Drive“-Paket“ (Spurführungs-, Spurwechsel- u. Auspark-Assistent, el. klappbare Außenspiegel, Einpark-Automatik etc.) € 944,–, Unlimited-Paket (E-Fahrersitz mit Memory und Massage-Funktion, Innenspiegel aut. abblend, Regensensor, schlüsselloser Zugang, abgedunkelte Fondscheiben, Sitz- und Lenkradheizung etc.) € 1137,–

Businesspaket Pro (Headup-Display, Navigation, 10 Zoll-Touchscreen, Sprachsteuerung, Verkehrszeichenerkennung etc.) € 2139,–, Winterpaket Plus (Lenkradheizung, Sitzheizung v/h etc.) € 1283,–, Navigation mit 10 Zoll-Touchscreen ab € 1275,–, schlüsselloser Zugang € 487,–, Standheizung- und Lüftung € 1646,–

Anhängerkupplung klappb. € 962,–, Sportsitze € 460,–, Lenkrad-Heizung € 148,–, adaptive Dämpfer € 1140,–, el. ­Panorama-Glasdach € 1337,–, Progressivlenkung € 236,– (mit Sportfahrwerk und abgedunkelten Fondscheiben € 335,–), Metallic-Lack ab € 668,–, 17/18-Zoll-Felgen ab € 716,–/1254,– etc.