Grüner Temporausch

14. Februar 2020
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Alles Klartext

Nun hat Österreich also eine grüne Verkehrsministerin. Nicht so schlimm – immerhin gab es auch schon einen Wehrdienstverweigerer als Armee-Chef, einen tschechischen Spion als Hauptstadt-Bürgermeister, nicht zu vergessen die wandelnde Unschuldsvermutung als Finanzminister – und das Land steht immer noch.

Die erste Presseaussendung der neuen Herrin über Straßennetz und StVO erklärte die korrekte Aussprache ihres Namens: Betonung der ersten Silbe, also Gewessler. Beruhigend, dass Eitelkeit eine Währung ist, die auch bei den GrünInnen gilt – wir dachten schon, sie wären ausschließlich von Sendungsbewusstsein und Überzeugung getrieben.

Als erste Amtshandlung kündigte sie die prompte Abschaffung von Tempo 140, das ohnehin nur auf ein paar Kilometern der Westautobahn gilt,  per 1. März 2020 an. Wer selbst kein Vorzeigeprojekt hat, schießt eben das des Vorgängers ab und schafft sich auf die Art eines. Die Toleranzen bei den Tempomessungen müssen auch weg, so der grüne Plan. Ärgerlich, dass die Ländersache sind und somit gar nicht in die Kompetenz des Verkehrsministeriums fallen. Außerdem, unter uns: Vor dem Radarkasten auf 140 oder auf 130 runterzubremsen macht auch keinen großen Unterschied.

Wenn Grüne (wie Vizekanzler Werner Kogler, im Bild links neben Kanzler Sebastian Kurz) träumen, dann wahrscheinlich von Tempo 100 auf Autobahnen und 80 auf Bundesstraßen. Der Vorschlag kommt also so sicher wie der nächste Trump-Tweet – und wird auch nicht mehr praktische Auswirkungen haben als ein solcher.

(Kommentar)

Foto: BKA / Dragan Tatic

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