Wiener Gürtel: Freibad statt freier Fahrt?

16. Juni 2020
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Alles Klartext

Sie werden sich noch wundern, was alles möglich ist. Von der einen Polit-Fraktion seinerzeit angekündigt, nun von der anderen vorgelebt…

Auf dem Wiener Gürtel nahe dem Westbahnhof ein temporäres Freibad zu errichten, wie nun von den Grünen ernsthaft ab heuer geplant, ist allerdings eine erstaunliche Idee. Straßen, also öffentliche Infrastruktur, auf Kosten der Stadt dauerhaft für den Wahlkampf einer Partei zweckzuentfremden, hatten wir jedenfalls noch nicht. Wie der Verkehr wird sich auch die lästige gesetzliche Vorschrift, dass eine Straßensperre für Veranstaltungen eigentlich nur kurzfristig möglich ist, nicht aber über Wochen oder Monate, irgendwie umleiten lassen.

Aber, ihr GrünInnen, ist das echt alles, was ihr draufhabt? Geht da nicht noch mehr? Wie wär’s mit einer Inline-Skate-Strecke auf einer der Schwechater Landebahnen? Die Flugzeuge werden schon ausweichen oder sie müssen halt länger kreisen. Wenigstens vergeht so auch noch den letzten Passagieren das Fliegen. Da 20 Prozent des Flughafens der Stadt Wien gehören, hat die dortige 12-Prozent-Partei somit etwa 2,4 Prozent Anteil daran – und wenn in der City der grüne Schweif mit dem roten Anstandswauwau wedeln kann, dann geht das auf dem Flughafen doch sicher auch.

Oder warum nicht einfach Vorrang für Radfahrer immer und überall? Wäre nur eine winzige Änderung in der StVO und absolut zumutbar für den eh nur umweltschädlichen Restverkehr.

Fein wäre auch die Verpflichtung für alle Bürger, jedem E-Auto-Fahrer immer und überall kostenlos eine Steckdose zur Verfügung zu stellen. Damit wäre das ärgerliche Problem der fehlenden Ladeinfrastruktur sofort gelöst – und die supersaubere E-Mobilität könnte endlich ihren verdienten Siegeszug antreten.

Lächerlich, übertrieben, gar nicht möglich? Wenn auf einer Hauptverkehrsstraße ein Freibad statt freier Fahrt geht, geht alles – es muss nur jemand damit anfangen. Wer dabei nur zusieht, wird sich noch wundern.

Foto: Clemens Mosch

1 Kommentare

  1. Unglaublich, was die aufführen.
    Noch unglaublicher, dass der Bürgermeister – immerhin der Stadtchef und Vertreter der Partei, die dreimal soviel Stimmen auf sich vereint – da tatenlos zusieht.
    Aber das machte ja schon sein Vorgäner nicht anders.
    Und die Wahlen werden vermutlich nichts ändern.
    MfG J

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