Großer Test Hyundai Ioniq 6 Top Line 2WD

14. Juli 2023
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Hyundai
Klasse:Limousine
Antrieb:Hinterrad
Treibstoff:Elektro
Leistung:229 PS
Testverbrauch:16,5 kWh/100km
Modelljahr:2023
Grundpreis:68.490 Euro

Test Hyundai Ioniq 6: Sieht man von den beliebten Tesla-Limousinen ab, sind Elektroautos hierzulande vor allem im SUV- oder Crossover-Gewand unterwegs. Doch gerade bei Stromern macht es Sinn, den allgemeinen Karosserie-Trend zu negieren – denn Aerodynamik ist eine wichtige Komponente auf dem Weg zu weniger Verbrauch und mehr Reichweite. Besonders Überland beginnen Hochbau-Elektriker schnell zu „saufen“, vor allem wenn dann noch coole Riesen-Räder montiert sind. 

Auch deshalb haben wir den Hyundai Ioniq 6 mit 18 Zoll-Serienbereifung ausgefasst, die an der stromlinienförmigen ­Karosserie gar nicht mal so mi­ckrig aussieht. Und absolut Sinn macht, denn mit den optionalen 20-Zöllern genehmigt sich der Koreaner laut Prospekt satte 12 Prozent mehr Strom, was in Sachen Reichweite einen Verlust von fast 70 Kilometern bedeutet.

Reichweite

Über 600 Kilometer soll der Viertürer gemäß WLTP mit ­einer Akku-Füllung schaffen, wir reden hier schließlich von der Version mit großer Batterie und nur einer angetriebenen Achse. Im Praxis-Test bei fast idealen Temperaturen waren es dann bei uns 470 Kilometer – viel weniger, aber weitaus nicht schlecht! Zumal die Akkus recht flott wieder aufgefüllt sind am Schnelllader, wenn auch nicht so zackig wie beim ebenfalls mit 800V-Technik bestückten Ioniq 5.

Dem Crossover-Bruder kann die 22 Zentimeter längere und 500 Euro teurere Limousine beim Raumangebot nicht das Wasser reichen – zu spüren ist das vor allem im Gepäckabteil. Kein Vorteil ohne Nachteil eben: Ausgefeilte Aerodynamik und damit hohe Reichweite gibt es halt nicht umsonst.

Die Windschlüpfrigkeit ist es auch, die das Design des Ioniq 6 diktiert, es wirkt modern, polari­siert aber definitiv. Der optionale Metallic-Lack „Ultimate Red“ bringt immerhin Farbe ins Spiel – das schafft sonst nur die einzige aufpreisfreie Colorierung: ein knallig-kräftiges Türkisblau.

Innenraum

Weniger bunt gibt sich der Innenraum: Hier kann man bloß zwischen Schwarz und Hellgrau wählen – und das auch nur bei der Kunstlederpolsterung. Die ist in der getesteten Top-Ausstattung serienmäßig, ebenso wie Head­up-Display, klimatisierte Vordersitze, Bose-Sound und Rundumkameras. Letztere braucht es ob der schlechten Karosserie-Übersicht unbedingt – auch das ist ein Tribut an die hervorragende Aerodynamik. 

Ebenfalls dem Thema verpflichtet: die digitalen Außenspiegel. Den saftigen Aufpreis von 2000 Euro kann man sich freilich sparen: Die (immerhin elektrisch klappbaren) Kamera-Gehäuse wirken wenig windschlüpfig, und die beiden ganz gut platzierten In­­nenraum-­Monitore sind gewöhnungsbedürftig.

Wer partout noch zusätzlich Geld ausgeben möchte, greift besser zur Allrad-Variante, die etwas weniger Aufpreis kostet als die bereits erwähnten Posten ­Digital-Spiegel und 20-Zöller zusammen. Dann spielt’s noch brutalere Beschleunigung sowie mehr Traktion – und die rund 30 Kilometer geringere Reichweite ist angesichts des feinen Aktionsradius durchaus zu verschmerzen. Die genaue Bewertung des Test Hyundai Ioniq 6 lesen Sie unten. Dieser Test erschien übrigens mit vielen weiteren in der Ausgabe Juni 2023 von Alles Auto, hier online zu bestellen.

Fotos: Robert May

Motor & Getriebe

Druckvoll schiebt der E-Motor an, der dreistufig zuschaltbare künstliche Sound ist unnötig. Rekuperation via Lenkrad-Paddels leicht zu justieren – am besten belässt man die Energie-Rück­gewinnung im adaptiven, sprich: vorausschauenden Modus, der gut funktioniert.

Fahrwerk & Traktion

Trotz ordentlichem Fahrkomfort keinesfalls schwammig. In flotten Kurven stabil, relativ spätes Untersteuern, keine Lastwechsel-Tü­cken. Selten Traktions-Probleme, die kräftigen Bremsen sind mittelmäßig zu dosieren. Lenkung: leichtgängig, nicht unpräzise, aber indirekt. 

Bedienung & Multimedia

Relativ hohe Sitzposition auf bequemem Vordergestühl mit Relax-Funktion (im Gegensatz zum ­Ioniq 5 ohne Fußstütze). Relativ einfache und logische Bedienung der ­vielen Funktionen, dazu der eine oder andere Drehregler und echte Schalter (etwa am Lenkrad). Mittelmäßige Sprachsteuerung. Rundumsicht schlecht, zum Glück 360 Grad-Kameras an Bord, die Hilfslinien sind aber nicht sehr gut kalibriert. Genug brauchbare Ablagen. Vehicle-To-Load-Funktion gegen Aufpreis, ­damit kann man Elektrogeräte außen am Fahrzeug anstecken. 

Innen- & Kofferraum

Bis auf die Kopffreiheit geradezu üppige Innenmaße, vor allem die Kniefreiheit im Fond gefällt – sind die Vordersitze jedoch ganz ­unten, kann man die Füße nicht darunter schieben. Nicht gerade üppiger Kofferraum, über relativ kleine Klappe und eher hohe Ladekan­te zu befüllen – nach dem Umlegen entsteht eine Stufe.   

Dran & Drin

Schon die 5000 Euro billigere „Plus Line“ bietet feine Mitgift (etwa E-Vordersitze, Sitzheizung vorne wie hinten, induktives Handyladen, Navi, schlüssellosen Zugang etc.), die getestete „Top Line“ bringt dann u.a. noch Rundumkameras und Einpark-Automatik sowie Headup-Display, Bose-Sound, Kunstlederpolsterung und klimatisierte Relax-Sitze vorne. Da bleibt nur eine Handvoll Extras. Durchaus hochwertige Materialien, nicht ganz knisterfreie Verarbeitung.

Schutz & Sicherheit

Normales Airbag-Aufkommen plus Zentral-Airbag vorne, dazu ­Matrix- LED-Licht und die volle Latte an Assistenzsystemen – diese funktio­nieren auch gut, doch der nervig piepsende Speedlimit-Warner ist mühsam zu deaktivieren und nach jedem Neustart wieder aktiv.

Reichweite & Laden

Sparsamer Umgang mit Energie – somit attraktive Praxis-Reichweite. Wechselstrom-Laden mit maximal 11 kW, an Gleichstrom können dank 800V-Technik bis zu 221 kW gezogen werden (Ioniq 5 schafft freilich 350 kW). Mode 3-Ladekabel kostet knapp 480 Euro Aufpreis. 

Preis & Kosten

Die kleineren, aber PS-stärkeren BMW i4 und Tesla Model 3 sind deutlich billiger, wenn auch nicht so fein ausgestattet. Attraktiv in ­Sachen Verbrauch, aber auch ob fünf Jahren Garantie. Jahres-Service Pflicht. 

Test Hyundai Ioniq 6 (Cockpit)

Luxuriöses Cockpit mit zwei ge­­stochen scharfen 12,3 Zoll-Displays sowie unsportlichem Zweispeichen-Volant ohne Marken-Logo.

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Test Hyundai Ioniq 6: Sieht man von den beliebten Tesla-Limousinen ab, sind Elektroautos hierzulande vor allem im SUV- oder Crossover-Gewand unterwegs. Doch gerade bei Stromern macht es Sinn, den allgemeinen Karosserie-Trend zu negieren – denn Aerodynamik ist eine wichtige Komponente auf dem Weg zu weniger Verbrauch und mehr Reichweite. Besonders Überland beginnen Hochbau-Elektriker schnell zu „saufen“, vor allem wenn dann noch coole Riesen-Räder montiert sind.  Auch deshalb haben wir den Hyundai Ioniq 6 mit 18 Zoll-Serienbereifung ausgefasst, die an der stromlinienförmigen ­Karosserie gar nicht mal so mi­ckrig aussieht. Und absolut Sinn macht, denn mit den optionalen 20-Zöllern genehmigt sich der Koreaner laut Prospekt satte 12 Prozent mehr Strom, was in Sachen Reichweite einen Verlust von fast 70 Kilometern bedeutet. Reichweite Über 600 Kilometer soll der Viertürer gemäß WLTP mit ­einer Akku-Füllung schaffen, wir reden hier schließlich von der Version mit großer Batterie und nur einer angetriebenen Achse. Im Praxis-Test bei fast idealen Temperaturen waren es dann bei uns 470 Kilometer – viel weniger, aber weitaus nicht schlecht! Zumal die Akkus recht flott wieder aufgefüllt sind am Schnelllader, wenn auch nicht so zackig wie beim ebenfalls mit 800V-Technik bestückten Ioniq 5. Dem Crossover-Bruder kann die 22 Zentimeter längere und 500 Euro teurere Limousine beim Raumangebot nicht das Wasser reichen – zu spüren ist das vor allem im Gepäckabteil. Kein Vorteil ohne Nachteil eben: Ausgefeilte Aerodynamik und damit hohe Reichweite gibt es halt nicht umsonst. Die Windschlüpfrigkeit ist es auch, die das Design des Ioniq 6 diktiert, es wirkt modern, polari­siert aber definitiv. Der optionale Metallic-Lack „Ultimate Red“ bringt immerhin Farbe ins Spiel – das schafft sonst nur die einzige aufpreisfreie Colorierung: ein knallig-kräftiges Türkisblau. Innenraum Weniger bunt gibt sich der Innenraum: Hier kann man bloß zwischen Schwarz und Hellgrau wählen – und das auch nur bei der Kunstlederpolsterung. Die ist in der getesteten Top-Ausstattung serienmäßig, ebenso wie Head­up-Display, klimatisierte Vordersitze, Bose-Sound und Rundumkameras. Letztere braucht es ob der schlechten Karosserie-Übersicht unbedingt – auch das ist ein Tribut an die hervorragende Aerodynamik.  Ebenfalls dem Thema verpflichtet: die digitalen Außenspiegel. Den saftigen Aufpreis von 2000 Euro kann man sich freilich sparen: Die (immerhin elektrisch klappbaren) Kamera-Gehäuse wirken wenig windschlüpfig, und die beiden ganz gut platzierten In­­nenraum-­Monitore sind gewöhnungsbedürftig. Wer partout noch zusätzlich Geld ausgeben möchte, greift besser zur Allrad-Variante, die etwas weniger Aufpreis kostet als die bereits erwähnten Posten ­Digital-Spiegel und 20-Zöller zusammen. Dann spielt’s noch brutalere Beschleunigung sowie mehr Traktion – und die rund 30 Kilometer geringere Reichweite ist angesichts des feinen Aktionsradius durchaus zu verschmerzen. Die genaue Bewertung des Test Hyundai Ioniq 6 lesen Sie unten. Dieser Test erschien übrigens mit vielen weiteren in der Ausgabe Juni 2023 von Alles Auto, hier online zu bestellen. Fotos: Robert May [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"] Motor & Getriebe Druckvoll schiebt der E-Motor an, der dreistufig zuschaltbare künstliche Sound ist unnötig. Rekuperation via Lenkrad-Paddels leicht zu justieren – am besten belässt man die Energie-Rück­gewinnung im adaptiven, sprich: vorausschauenden Modus, der gut funktioniert. Fahrwerk & Traktion Trotz ordentlichem Fahrkomfort keinesfalls schwammig. In flotten Kurven…

7.5

FAZIT

Aerodynamisch ausgefeilte Strom-Limousine mit viel Luxus und anständiger Reichweite.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Bedienung & Multimedia
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Reichweite & Laden
Preis & Kosten
User-Wertung : Keine Bewertungen bisher!
8

Synchronmotor, Spitzenleistung 229 PS (168 kW), Dauerleistung 76 PS (56 kW), max. Drehmoment 350 Nm, Akku (netto) 77,4 kWh, Hinterradantrieb mit fixer Übersetzung, Scheibenbremsen v/h (bel.)

L/B/H 4855/1880/1495 mm, Radstand 2950 mm, 5 Sitze, Wendekreis 11,8 m, Reifendim. 225/55 R 18, Kofferraumvolumen v/h 45/401 l, Leergewicht (EU) 1968 kg, zul. Gesamtgewicht 2410 kg, max. Anh.-Last 1500 kg

0–100 km/h 7,4 sec, 60–100 km/h 4,2 sec, Spitze 185 km/h, Steuer (jährl.) keine, Werkstätten in Österreich 133, Service alle 30.000 km (mind. 1x/Jahr),WLTP-Normverbrauch kombiniert 14,3 kWh, Testverbrauch 16,5 kWh, Reichweite Norm/Test 614/470 km, Ladedauer bei 11 kW (100%) 7:20 Std, bei 50/221 kW Gleichstrom (80%*) 69/18 Min

sechs Airbags plus Zentral-Airbag v, Notbremsassistent mit Fußgänger/Radfahrer-Erkennung, Spurhalte-, Spurfolge-, Toterwinkel- und Querverkehrs-Assistent, Ausstiegs-Warner, Adaptiv-Tempomat, Verkehrszeichen-Erkennung, Matrix-LED-Scheinwerfer mit Fernlicht-Automatik, Head-up-Display, Zweizonen-Klimaautomatik, digitale Instrumente 12,3 Zoll, Lederpolsterung, klimatisierte und elektrisch verstellbare Vordersitze mit Memory, Sitzheizung v/h, 12,3 Zoll-Touchscreen-Multimediasystem mit AUX/USB-Schnittstelle und 8 LS sowie Android Audio & Apple CarPlay, Navigation, DAB-Tuner, HiFi-Sound Bose, induktives Handyladen, Außenspiegel elektrisch klappbar, automatisch abblendener Innenspiegel, 230V-Steckdose im Fond, Einparkhilfe vorne und hinten, Rundumkameras, Einpark-Automatik, Licht- und Regensensor, schlüsselloser Zugang, Lenkradheizung, 18 Zoll-Aluräder, E-Heckklappe, abgedunkelte Fondscheiben, Mode 2-Ladekabel, Wärmepumpe etc.

Glas-Hub/Schiebedach € 990,–, Adapter Vehicle-to-Load € 490,–, digitale Außenspiegel € 2000,–, 20 Zoll-Aluräder € 1190,–, Metallic-Lack ab € 650,–