Großer Test Kia Niro HEV Platin

31. März 2023
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Kia
Klasse:Geländewagen/SUV
Antrieb:Vorderrad
Treibstoff:Hybrid
Leistung:141 PS
Testverbrauch:5,5 l/100km
Modelljahr:2023
Grundpreis:42.890 Euro

Test Kia Niro: Die erste Version dieses Modells kam 2016 auf den Markt, nach einem Facelift im Jahr 2019 lief der Crossover aus Korea heuer aus und wurde von Generation zwei abgelöst. Und die tritt hier zum ersten Test an: in der normalen Hybrid-Version, die zwar die wenigsten Kunden überzeugen soll, aber als einzige um die 30.000 Euro zu haben ist.

Für die von uns getesteten Top-Ausstattung werden freilich über 40 Tausender fällig, dafür ist dann wirklich viel Luxus an Bord. Unser Tipp: Bereits die zweitbeste Version „Silber“ bietet schon Annehmlichkeiten wie Navi, Lenkrad- und Sitzheizung, Einparkhilfe, Adaptiv-Tempomat, elektrisch klappbare Spiegel und schlüssellosen Zugang – gegenüber unserem „Platin“ spart man damit satte 7350 Euro.

Egal, für welche Mitgift-Stufe man sich entscheidet, der Niro zeigt sich gegenüber seinem Vorgänger zart gewachsen, allerdings bleibt das Passagier-Platzangebot nahezu gleich, spürbar zulegen konnte allein das Gepäckabteil.

Unveränderter Basis-Antrieb

Ebenfalls mehr oder weniger unverändert: der Basis-Antrieb, also der klassische Hybrid (die Plug-In-Variante und der reine Elektriker zeigen im Vergleich zum Vorgänger doch deutlich mehr Verbesserungen). Schlecht fährt man mit der Kombination aus Saug-Benziner und E-Motor nicht, vor allem innerorts. Beim Beschleunigen auf der Autobahn müht sich der Niro HEV jedoch hörbar (trotz Doppelkupplung statt anderorts üblicher Stufenlos-Automatik), dann ist es auch mit den feinen Verbrauchswerten vorbei – wer das Tempolimit voll ausreizt, kann auf Reisen dann auch mal eine Sieben vor dem Komma stehen sehen.

Bei unserer Normrunde kamen wir jedenfalls auf fünfeinhalb Liter im Schnitt, das liegt zwar deutlich über der Prospekt-Angabe, doch das ist bei anderen Hybrid-Modellen genauso der Fall – und man bewegt sich noch in etwa auf dem Niveau von ähnlich starken Dieseln. Dazu ist der Niro HEV dank nominell schwachem Verbrenner und nominell sparsamem Verbrauch bei der Kfz-Steuer fast schon unverschämt günstig.

Wer nicht allzu oft auf der Langstrecke unterwegs ist und einen Voll-Elektriker ablehnt, kann mit dem klassischen Hybrid-Antrieb durchaus glücklich werden – zumal man gegenüber dem stärker elektromotorisierten Plug-In-Hybrid mehr als sieben Tausender spart. Also ziemlich exakt der Betrag, der (wie schon erwähnt) beim HEV zwischen den Ausstattungsstufen „Silber“ und „Platin“ liegt. Man hat ums selbe Geld also die Wahl: feinere Ausstattung oder souveräneres Vorankommen. Die genaue Bewertung des Test Kia Niro lesen Sie unten.

Dieser Test erschien übrigens mit vielen weiteren in der Ausgabe November 2022 von Alles Auto, hier online zu bestellen.

Foto: Robert May

Motor & Getriebe

Der Saugbenziner mit vier Zylindern agiert bis mittleren Touren verhalten, aber kultiviert, bei hoher Leistungsabfrage überland müht er sich trotz E-Unterstützung spür- und hörbar. Gut abgestimmtes Doppelkupplungsgetriebe, keine Probleme beim Rangieren. Über die Lenkrad-Wipptasten kann man die Rekuperation variieren, beim Sport-Modus verwaltet man damit die sechs Gänge.

Fahrwerk & Traktion

Komfortable Abstimmung, dennoch in flotten Kurven nicht zu starke Seitenneigung – dabei stets fahrsicher und ohne Heck-Schwenks beim plötzlichen Gaswegnehmen. Traktion des Fronttrieblers sehr gut (Allrad gibt es nicht beim Niro). Lenkung: präzise, leichtgängig,
direkt genug, etwas mehr Feedback wäre wünschenswert. An der Bremsanlage gibt es nichts zu meckern.

Bedienung & Multimedia

Sehr gute Sitzposition, an den Möbeln selbst stört nur die etwas kurze Schenkelauflage – der fahrerseitige Sitz fährt dafür vor dem Aussteigen automatisch nach hinten. Problemlose Bedienung, eini­ge echte Schalter und Drehregler (etwa für Lautstärke und Navikarten-Zoom oder Innenraum-Temperatur). Sprachsteuerung benötigt
exakte Befehle, Smartphone-­Integration und induktives Laden Serie. Minus: kleiner Tank, vordere Mittelarmlehne etwas zu kurz. Plus: gelungenes Headup-Display, USB-C-Anschlüsse plus 220V-Steckdose im Fond, die Rückfahrkamera liefert scharfe Bilder. 

Innen- & Kofferraum

Passagiere genießen vorne wie hinten genug Bewegungsfreiheit – im Fond passt die Kopffreiheit, auch ohne dass man die neigungsverstellbaren Lehnen in die flachere Position stellt. Kofferraumvolumen im Klassenschnitt, das Gepäckabteil ist gut zu befüllen und zu nutzen, dank höhenverstellbarem Boden bleibt die Ladefläche auch nach Umlegen der 2:1-Fondlehnen komplett eben. Fein: elektrische Heckklappe Serie. 

Dran & Drin

In der besten von vier Ausstattungsstufen nahezu lückenlos bestückt – bis hin zu klimatisierten und elektrisch verstellbaren ­Vordersitzen, HiFi-Sound und Einpark-Automatik. An Extras bleiben nur Sonderlacke und ein Glas-Schiebedach. Fast durchgehend hochwertige Materialien, solide und klapperfreie Verarbeitung.

Schutz & Sicherheit

Wenig aufregendes Airbag-Aufkommen, an Assistenzsystemen ist praktisch alles Klassenübliche serienmäßig vorhanden. Die Spurhalte-Hilfe arbeitet ganz gut, der Toterwinkel-Assistent agiert dagegen übervorsichtig.

Preis & Kosten

Als kompakter Crossover mit klassischem Hybrid-Antrieb fast konkur­renzlos, der kleinere Konzern-Bruder Hyundai Kona ist deutlich günstiger, gleiches gilt für den Honda HR-V. Teurer, aber dynamischer: Toyotas Corolla Cross (siehe Seite 16). Fein: geringe Kfz-Steuer, günstiger Verbrauch, sieben Jahre Garantie – dadurch wohl auch leicht wiederzuverkaufen. Jahresservice Pflicht, österreichweit finden sich dafür genug Markenbetriebe. 

Test Kia Niro (Cockpit)

Das Zweispeichen-Lenkrad lässt wenig Sport-Ambitionen aufkommen, Atmosphäre und Bedienbarkeit im Niro-Cockpit passen freilich

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Test Kia Niro: Die erste Version dieses Modells kam 2016 auf den Markt, nach einem Facelift im Jahr 2019 lief der Crossover aus Korea heuer aus und wurde von Generation zwei abgelöst. Und die tritt hier zum ersten Test an: in der normalen Hybrid-Version, die zwar die wenigsten Kunden überzeugen soll, aber als einzige um die 30.000 Euro zu haben ist. Für die von uns getesteten Top-Ausstattung werden freilich über 40 Tausender fällig, dafür ist dann wirklich viel Luxus an Bord. Unser Tipp: Bereits die zweitbeste Version „Silber“ bietet schon Annehmlichkeiten wie Navi, Lenkrad- und Sitzheizung, Einparkhilfe, Adaptiv-Tempomat, elektrisch klappbare Spiegel und schlüssellosen Zugang – gegenüber unserem „Platin“ spart man damit satte 7350 Euro. Egal, für welche Mitgift-Stufe man sich entscheidet, der Niro zeigt sich gegenüber seinem Vorgänger zart gewachsen, allerdings bleibt das Passagier-Platzangebot nahezu gleich, spürbar zulegen konnte allein das Gepäckabteil. Unveränderter Basis-Antrieb Ebenfalls mehr oder weniger unverändert: der Basis-Antrieb, also der klassische Hybrid (die Plug-In-Variante und der reine Elektriker zeigen im Vergleich zum Vorgänger doch deutlich mehr Verbesserungen). Schlecht fährt man mit der Kombination aus Saug-Benziner und E-Motor nicht, vor allem innerorts. Beim Beschleunigen auf der Autobahn müht sich der Niro HEV jedoch hörbar (trotz Doppelkupplung statt anderorts üblicher Stufenlos-Automatik), dann ist es auch mit den feinen Verbrauchswerten vorbei – wer das Tempolimit voll ausreizt, kann auf Reisen dann auch mal eine Sieben vor dem Komma stehen sehen. Bei unserer Normrunde kamen wir jedenfalls auf fünfeinhalb Liter im Schnitt, das liegt zwar deutlich über der Prospekt-Angabe, doch das ist bei anderen Hybrid-Modellen genauso der Fall – und man bewegt sich noch in etwa auf dem Niveau von ähnlich starken Dieseln. Dazu ist der Niro HEV dank nominell schwachem Verbrenner und nominell sparsamem Verbrauch bei der Kfz-Steuer fast schon unverschämt günstig. Wer nicht allzu oft auf der Langstrecke unterwegs ist und einen Voll-Elektriker ablehnt, kann mit dem klassischen Hybrid-Antrieb durchaus glücklich werden – zumal man gegenüber dem stärker elektromotorisierten Plug-In-Hybrid mehr als sieben Tausender spart. Also ziemlich exakt der Betrag, der (wie schon erwähnt) beim HEV zwischen den Ausstattungsstufen „Silber“ und „Platin“ liegt. Man hat ums selbe Geld also die Wahl: feinere Ausstattung oder souveräneres Vorankommen. Die genaue Bewertung des Test Kia Niro lesen Sie unten. Dieser Test erschien übrigens mit vielen weiteren in der Ausgabe November 2022 von Alles Auto, hier online zu bestellen. Foto: Robert May [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"] Motor & Getriebe Der Saugbenziner mit vier Zylindern agiert bis mittleren Touren verhalten, aber kultiviert, bei hoher Leistungsabfrage überland müht er sich trotz E-Unterstützung spür- und hörbar. Gut abgestimmtes Doppelkupplungsgetriebe, keine Probleme beim Rangieren. Über die Lenkrad-Wipptasten kann man die Rekuperation variieren, beim Sport-Modus verwaltet man damit die sechs Gänge. Fahrwerk & Traktion Komfortable Abstimmung, dennoch in flotten Kurven nicht zu starke Seitenneigung – dabei stets fahrsicher und ohne Heck-Schwenks beim plötzlichen Gaswegnehmen. Traktion des Fronttrieblers sehr gut (Allrad gibt es nicht beim Niro). Lenkung: präzise, leichtgängig, direkt genug, etwas mehr Feedback wäre wünschenswert. An der Bremsanlage gibt es nichts zu meckern. Bedienung & Multimedia Sehr gute Sitzposition,…

7.7

FAZIT

Sympathischer Alltagsbegleiter: nicht sportlich, aber sparsam, dazu luxuriös, aber nicht zu teuer.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Bedienung & Multimedia
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Preis & Kosten
User-Wertung : Keine Bewertungen bisher!
8

R4, 16V, 1540 ccm, 105 PS (77 kW) bei 5700/min, max. Drehmoment 144 Nm bei 4000/min, E-Motor 44 PS (32 kW) bzw. 170 Nm, Systemleistung 141 PS (104 kW) bzw. 265 Nm, Akku 1,32 kWh, Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe, Vorderradantrieb, Scheibenbremsen v/h (v bel.)

L/B/H 4420/1825/1570 mm, Radstand 2720 mm, 5 Sitze, Wendekreis 10,6 m, Reifendimension 225/45 R 18, Tankinhalt 42 l, Reichweite 765 km, Kofferraumvolumen 451–1445 l, Leergewicht (EU) 1490 kg, zul. Gesamtgewicht 1940 kg, max. Anh.-Last 1300 kg, 0–100 km/h 10,4 sec, Spitze 165 (el. 120) km/h

Steuer (jährl.) € 166,12, Werkstätten in Österreich 109, Service alle 15.000 km (mind. 1x/Jahr), WLTP-Normverbrauch kombiniert 4,6 l, Testverbrauch 5,5 l ROZ 95, CO2 (Norm/Test) 105/127 g/km

sechs Airbags, Knieairbag fahrerseitig, Notbrems-, Querverkehrs-, Spurhalte-, Spurfolge-, Toterwinkel- und Linksabbiege-Assistent, adaptiver Tempomat mit Stop&Go-Funktion, Verkehrszeichen-Erkennung, LED-Scheinwerfer, Fernlicht-Automatik, Headup-Display, Zweizonen-Klimaautomatik, Digital-Instrumente 10,25 Zoll, Innenspiegel automatisch abblendend, schlüsselloser Zugang, Rückfahrkamera, Audiosystem mit DAB-Tuner und 8 Zoll-Touchscreen, Harman Kardon-Sound mit 8 LS, induktives Handyladen, Apple CarPlay & Android Auto, Navigationssystem inkl. 10,25 Zoll-Touchscreen, Lenkrad-Heizung, Parksensoren v/h inklusive Einpark-Automatik, el. klappbare Außenspiegel, Licht- und Regensensor, Kunstlederpolsterung, E-Vordersitze mit Memory fahrerseitig, Sitzklimatisierung v, Sitzheizung v/h, 18 Zoll-Aluräder etc.

Metallic-Lack ab € 650,– (Zweifarben-Lack zusätzlich € 200,–), E-Glas-Hub/Schiebedach € 500,–