Klassiker-Kauftipp der Woche!

30. Juni 2016
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Neue Autos sind etwas Schönes, keine Frage. Doch fast noch mehr bringen automobile Klassiker das Herz des Autonarren zum Pochen – so auch bei uns, versteht sich. Doch die Auswahl ist riesig, und überall lauern interessante Angebote. Aus diesem Grund werfen wir jede Woche an dieser Stelle unsere erfahrene Angel aus und picken für euch als Empfehlung einen besonderen Klassiker heraus, der gerade nach einem neuen Besitzer sucht. Natürlich stets samt Hintergrund-Infos und Tipps. Diese Woche:

 

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Jahrelang unterbewertet, beginnt sich der Maserati Ghibli langsam eine Fangemeinde zu sichern, die auch bereit ist, mehr Geld für das dezente 90er-Jahre-Coupé auszugeben. Die finale Auflage der Biturbo-Baureihe hat einen weit besseren Ruf als die ersten Modelle des kleinen V6, die mehr (in der Werkstatt) standen als fuhren.

Unser Exemplar stammt aus 1996, hat also schon ABS (ab 1994) und entstand schon unter „Fiat-Regie“, was sich – so komisch das klingen mag – auf die Qualität auswirkte. Rot mag vielleicht nicht so recht zu so einem Understatement-Renner passen, ist aber auf jeden Fall ein Eye-Catcher. Und schwarz innen verschleißt auch nicht so sehr wie das ebenfalls gern genommene Beige.

877_30664637Das Datenblatt weiß diesen Italiener als Zweiliter aus, also als ein Modell, das ursprünglich für Italien gedacht war (aus Steuer-Gründen), außerhalb des Heimmarktes kam in der Regel ein 2,8 Liter mit etwas weniger Leistung, aber angenehmerem Drehmoment-Verlauf zum Einsatz. Dem kleineren, aber stärkeren Sixpack sagt man dafür höhere Drehfreude nach. Für beide Varianten gilt: Die Turbos sind die Schwachstellen, man sollte sie also bei der Fahrzeugbesichtigung nicht nur spüren können (brachialer Schub!), sondern auch inspizieren (Ölverlust).

Und wenn Sie schon mit dem Autohändler in Wien Favoriten quatschen, dann fragen Sie ihn unbedingt auch, wann das letzte (Zahnriemen-)Service war, ob alles funktioniert (Klima) und ob es auch die Original-Alufelgen zum Auto gibt. Fein wäre natürlich auch, wenn der Kilometerstand nachvollziehbar wäre – denn nur so ist dieser Maserati auch sein Geld wert.

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