Autobahn-Bashing

3. Dezember 2021
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Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Die Grünen; Bild oben) verkündete kürzlich das Aus für den Lobau-Tunnel und verhinderte damit die Fertigstellung des Autobahnrings um Wien. Ob hier das letzte Wort schon gesprochen ist, wird man sehen – Wien und Nieder­österreich prüften jedenfalls umgehend rechtliche Schritte.

Das Argument zur Einstellung des östlichen Abschnittes der S1 ist uralt: „Neue Auto­bahnen erzeugen zusätzlichen Verkehr“. Prinzipiell stimmt das nicht: Sie entlasten Orts-, Landes- und Bundesstraßen und sind durch Verflüssigung bisher stauenden Verkehrs sogar klimafreundlich, weil gleichmäßig fahrende Autos nun einmal weniger CO2 emittieren als stauende. Was der ÖAMTC im Fall des Lobau-Tunnels auch errechnet hat.

Dafür, dass das Argument der Grünen nicht ins Leere läuft, sorgen gierige Bürger­meis­ter*innen von Gemeinden entlang neuer Autobahnabschnitte, die flugs Acker- oder Grünland in Bauland umwidmen und damit eine Lawine an Neubauten von Be­trieben und Einkaufszentren (inklusive klimafeindlicher Zersiedelung und Bo­den­ver­siegelung) provozieren – woraufhin tatsächlich zusätzlicher Verkehr entsteht.

An diesen Umtrieben tragen aber die Autobahnen selbst keine Schuld. Statt im grün­populistischen Stil Schnellstraßen zu verbieten, wäre eine generelle Bau- und Wid­mungsrechts-Reform die nachhaltigere Lösung.

Foto: Robert May