Renault Mégane R.S. Trophy-R: Ein Kampfsportler und zwei F1-Piloten

12. Juli 2020
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Aktuelles

Zurzeit ist alles anders: Normalerweise testen wir zugespitzte Extrem-Sportler dort, wo sie sich am wohlsten fühlen – nämlich auf der Rennstrecke. Außerdem schätzen wir es besonders, mit Expertinnen und Experten sowie Profis das persönliche Gespräch zu suchen und gemeinsam eine Runde zu drehen, um das Fahrzeug besser kennenzulernen.

Das ist alles zu Zeiten des Coronavirus nicht möglich, also muss man als Journalist umdisponieren, nach Möglichkeiten suchen und etwas kreativ sein: Wir haben uns Renaults Rekord-Fahrzeug Mégane R.S. Trophy-R geschnappt, den Renner auf Herz und Nieren getestet, über Pässe geprügelt (in dem Fall über die Passhöhe der Hohentauern) und eine Rennstrecke besucht…auf dem nicht zufällig dieser Tage der Große Preis von Österreich sowie der Große Preis der Steiermark ausgetragen wird. Persönliche Pressegespräche sind dort für die allermeisten Medien nicht möglich, deswegen sind wir die Barriere umgangen und haben die beiden Piloten des Renault F1 Teams zu ihren Eindrücken des ultrascharfen Kompaktwagen in einer Videokonferenz befragt. 

 

Vorab kurz noch die Eckdaten des Über-Renaults: Beim 300 PS starken Mégane R.S. Trophy-R handelt es sich um das aktuell schnellste frontgetriebene Serienfahrzeug der Welt. Der ausgeschlachtete Kompaktwagen hat mehrere Rundenrekorde auf verschiedenen Rennstrecken aufgestellt, darunter die Nordschleife des Nürburgrings, Spa-Francorchamps und Suzuka. Er basiert auf dem 300 PS starken, regulären Trophy, von dem er den Antriebsstrang übernimmt. Die hyperaktive Allrad-Lenkung fällt weg, dafür hat der Wagen ein waschechtes Gewindefahrwerk verbaut. Die Rückbank wurde entfernt, das Fahrzeug ist alles in allem rund 100 Kilogramm leichter. Die Auspuffanlage ist aus Titan, die Motorhaube aus Carbon und Fiberglas. Was für echte Rennfahrer also?

Auf den Trophy-R angesprochen, hat sich Esteban Ocon sichtlich erfreut gezeigt: „Ich habe zwei Stück davon im Moment als Dienstwagen“. Auf die Frage hin, ob er sich einen behalten wird, meint er: „Ja, ich werde auf jeden Fall versuchen, einen für mich zu ergattern, das steht auf der Wunschliste ganz oben. Ich denke, dass es sich um ein ganz besonderes Auto handelt, es gibt nur 500 Einheiten weltweit und es ist wirklich ein echter Rennwagen für die Straße.“ Natürlich klingt das etwas nach Klischee, was soll ein frisch gebackener französischer Renault-Pilot auch anderes sagen – die Tiefe der Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation im Automobil-Bau lässt dann aber doch aufhorchen: „Man merkt, dass sich die Renault-Gruppe wirklich ein Herz genommen hat, und so ein Auto gebaut hat. Es war sicher nicht einfach, mit alle den neue Auflagen in Sachen Umwelt, Auspuff-Lautstärke und so weiter…“

 

Und was sagen die Profis zur Fahrdynamik? Daniel Ricciardo erzählte uns, dass er vor dem ursprünglich ersten Grand Prix des Jahres in Australien die Chance hatte, den Wagen auf der Rennstrecke zu bewegen: „Der Trophy-R ist offensichtlich leichter als der Serien-Trophy, aber ich war wirklich beeindruckt vom Ansprechverhalten und der Agilität – das konnte ich auf manchen Teilen der Rennstrecke wirklich beginnen zu fühlen, denn Albert Park hat viele Kurvenkombinationen, rechts-links, links-rechts…es hat sich wirklich gut angefühlt, ihn dort richtig zu treiben!“

Wir bedanken uns für die Eindrücke der beiden Rennfahrer. Unsere Sichtweise der Dinge – also unser Testbericht – gibt es hier zu lesen.

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