Großer Test Peugeot 408 GT Plug-In-Hybrid 225 e-EAT8

12. Juni 2023
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Tests

FAHRZEUGDATEN

Marke:Peugeot
Klasse:Limousine
Antrieb:Vorderrad
Treibstoff:Hybrid
Leistung:225 PS
Testverbrauch:4,1–7,0 l/100km
Modelljahr:2023
Grundpreis:54.860 Euro

Test Peugeot 408: Schon allein optisch hält sich das neueste Modell der Löwen-Marke an keine Konventionen: Eine fünftürige Fließheck-Karosserie kombiniert viele Sicken und Kanten mit SUV-Elementen zu einer einzigartigen Melange. Und von den Abmessungen her rangiert der 408 zwischen Kompakt– und Mittelklasse.

Bei den Innenmaßen kann der frische Franzose nirgends richtig auftrumpfen – außer bei der Kniefreiheit im Fond, die ist fast schon epochal. Da fragt man sich zwangsläufig, warum die Peugeot-Techniker die Rückbank nicht weiter vorne platziert oder verschiebbar ausgeführt haben, wovon der bestenfalls mittelmäßige Kofferraum profitieren könnte.

Antriebe

Die überschaubare Motoren-Palette bringt keine Überraschung für Kenner der aktuellen Produkte aus dem Stellantis-Universum – unter 40.000 ­Euro bilanziert freilich nur der ausreichend dynamische 1200er-Benziner, immerhin schon seri­enmäßig mit Achtgang-Auto­matik. Das geht sich sogar noch knapp mit der zweiten von drei Ausstattungslinien aus, mit der es sich schon gut leben lässt.   

Deutlich attraktiver, wenn auch deutlich kostspieliger und mit 65 Litern weniger Kofferraum gehen die beiden Plug-In-Hybride an den Start. Zum Test haben wir die stärkere und 1500 Euro teurere Version ausgefasst – bei der leistet der 1600er-Benziner 180 statt 150 PS. Unser Eindruck: Das Zusammenspiel mit dem stets 110 PS starken Elektromotor funktioniert spürbar harmonischer als bei früheren Konzern-Modellen, in der getesteten GT- Ausstattung soll das Duo ­zudem sportlicher abgestimmt sein.

Nicht allzu sportlich abgestimmt, und damit absolut familientauglich, ist zum Glück das Fahrwerk, wobei die optiona­len 20-Zöller des Testwagens hier ein wenig kontraproduktiv agierten. Durch ihre vier (!) Zentimeter breiteren Gummis vermiesten sie auch – in Kooperation mit tiefen Temperaturen – das Ergebnis bei unserem Reichweiten-Check: Von den werksseitig angegebenen 63 Kilometern kamen in der Praxis vergleichsweise enttäuschende 42 an. 

Wie auch immer, die Werksangabe in Sachen E-Reichweite ermöglicht knapp, aber doch den Bezug der staatlichen Förderung – und sorgt natürlich für null Prozent NoVA. Dennoch ist auch dieser Peugeot alles andere als eine Okkasion. Durchaus bewundernswert, das Selbstbewusstsein der Franzosen für diese Premium-Positionierung. Die genaue Bewertung des Test Peugeot 408 lesen Sie unten.

Dieser Test erschien übrigens mit vielen weiteren in der Ausgabe April 2023 von Alles Auto, hier online zu bestellen.

Foto: Robert May

Motor & Getriebe

Der kultivierte Turbo-Vierzylinder schiebt im Verbund mit dem E-Motor relativ spontan und ziemlich kompetent an, allein beim Kickdown lässt sich die flott und weich schaltende Automatik zu viel Zeit. Per Knopfdruck aktivierbarer „B“-Modus für stärkere Rekuperation. 

Fahrwerk & Traktion

Das Fahrwerk bietet genug Komfort bei sicherer Straßenlage ohne Lastwechsel-Tücken in flotten Kurven. Lenkung: leichtgängig & zielgenau, nur zarte Antriebseinflüsse. Gut dosierbare, kräftige Bremsen. Traktion lediglich bei Krafteinsatz in engeren Kurven ein Problem.

Bedienung & Multimedia

Etwas erhöhte Sitzposition, über das kleine Lenkrad sieht man schlecht auf den unteren Teil der Digital-Instrumente. Halbwegs logisch aufgebautes, mittelmäßig flottes Multimediasystem mit ganz guter Sprachsteuerung, die Auslagerung gewissen Bedien-Funktionen auf den Touchscreen ist nervig (etwa bei Sitz- und Lenkrad-Heizung). Induktives Handyladen kostet 150 Euro extra, kabellose Smartphone-Integration ist Serie. Fein: schlüsselloser Zugang ohne Türknopf-Drücken, Vorklimatisieren via App, 12V-Steckose auch im Kofferraum, sensorgesteuerte E-Heckklappe. 

Innen- & Kofferraum

Genug Platz vorne, im Fond gefällt die üppige Beinfreiheit, Schenkel­auflage und Kopfraum dagegen sind dort kein Renommee. Gepäck-ab­teil ausreichend groß, recht hohe Ladekante, keine Stufe nach Umlegen der 2:1-Fondlehne, Ladefläche aber nicht ganz eben. Kleines Fach für eines der beiden Ladekabel unterm Kofferraumboden.

Dran & Drin

Der stärkere der beiden Hybrid-408 ist nur in den zwei besseren von drei Ausstattungen zu haben, diese bietet einige Verwöhn-Features. Klapperfreie Verarbeitung, in der ersten Reihe hochwertige Materialien. Nicht zu viele Extras, die aber zu durchaus günstigen Tarifen.

Schutz & Sicherheit

Keine Highlights beim Airbag-Aufkommen, dafür sind praktisch alle klassenüblichen Assistenzsysteme an Bord (bis hin zum teilautonomen Fahren) – und sie funktionieren in der Praxis auch recht gut. 

Reichweite & Laden

Elektro-Aktionsradius bei kalten Temperaturen und dicken Aufpreis-Rädern deutlich unter der Werksangabe. Ladezeiten: 7:05 Stunden an der Haushaltssteckdose, bei 3,7 kW geht es in 3:25 Stunden, bei 7,4 kW in 1:40 Stunden – dieses Extra kostet freilich 400 Euro.

Preis & Kosten

Teurer als der ähnlich geartete und (außen) etwas größere Citroën C5 X, aber auch als der im Ladeabteil geräumigere Bruder 308 Kombi und der schlechter bestückte Mercedes CLA Shooting Brake. Nur zwei Jahre Garantie – immerhin gegen Aufpreis verlängerbar.

Test Peugeot 408 (Cockpit)

Wie bekannt bei Peugeot: kleines Lenkrad unter digitalen Instrumenten. Die Cockpit-Topographie ist arg zerklüftet, grüne Ziernähte verraten die „GT“-Ausstattung.

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Test Peugeot 408: Schon allein optisch hält sich das neueste Modell der Löwen-Marke an keine Konventionen: Eine fünftürige Fließheck-Karosserie kombiniert viele Sicken und Kanten mit SUV-Elementen zu einer einzigartigen Melange. Und von den Abmessungen her rangiert der 408 zwischen Kompakt- und Mittelklasse. Bei den Innenmaßen kann der frische Franzose nirgends richtig auftrumpfen – außer bei der Kniefreiheit im Fond, die ist fast schon epochal. Da fragt man sich zwangsläufig, warum die Peugeot-Techniker die Rückbank nicht weiter vorne platziert oder verschiebbar ausgeführt haben, wovon der bestenfalls mittelmäßige Kofferraum profitieren könnte. Antriebe Die überschaubare Motoren-Palette bringt keine Überraschung für Kenner der aktuellen Produkte aus dem Stellantis-Universum – unter 40.000 ­Euro bilanziert freilich nur der ausreichend dynamische 1200er-Benziner, immerhin schon seri­enmäßig mit Achtgang-Auto­matik. Das geht sich sogar noch knapp mit der zweiten von drei Ausstattungslinien aus, mit der es sich schon gut leben lässt.    Deutlich attraktiver, wenn auch deutlich kostspieliger und mit 65 Litern weniger Kofferraum gehen die beiden Plug-In-Hybride an den Start. Zum Test haben wir die stärkere und 1500 Euro teurere Version ausgefasst – bei der leistet der 1600er-Benziner 180 statt 150 PS. Unser Eindruck: Das Zusammenspiel mit dem stets 110 PS starken Elektromotor funktioniert spürbar harmonischer als bei früheren Konzern-Modellen, in der getesteten GT- Ausstattung soll das Duo ­zudem sportlicher abgestimmt sein. Nicht allzu sportlich abgestimmt, und damit absolut familientauglich, ist zum Glück das Fahrwerk, wobei die optiona­len 20-Zöller des Testwagens hier ein wenig kontraproduktiv agierten. Durch ihre vier (!) Zentimeter breiteren Gummis vermiesten sie auch – in Kooperation mit tiefen Temperaturen – das Ergebnis bei unserem Reichweiten-Check: Von den werksseitig angegebenen 63 Kilometern kamen in der Praxis vergleichsweise enttäuschende 42 an.  Wie auch immer, die Werksangabe in Sachen E-Reichweite ermöglicht knapp, aber doch den Bezug der staatlichen Förderung – und sorgt natürlich für null Prozent NoVA. Dennoch ist auch dieser Peugeot alles andere als eine Okkasion. Durchaus bewundernswert, das Selbstbewusstsein der Franzosen für diese Premium-Positionierung. Die genaue Bewertung des Test Peugeot 408 lesen Sie unten. Dieser Test erschien übrigens mit vielen weiteren in der Ausgabe April 2023 von Alles Auto, hier online zu bestellen. Foto: Robert May [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column width="1/2" css=".vc_custom_1446571503268{padding-top: 5px !important;}"][vc_column_text el_class="testkategorien"] Motor & Getriebe Der kultivierte Turbo-Vierzylinder schiebt im Verbund mit dem E-Motor relativ spontan und ziemlich kompetent an, allein beim Kickdown lässt sich die flott und weich schaltende Automatik zu viel Zeit. Per Knopfdruck aktivierbarer „B“-Modus für stärkere Rekuperation.  Fahrwerk & Traktion Das Fahrwerk bietet genug Komfort bei sicherer Straßenlage ohne Lastwechsel-Tücken in flotten Kurven. Lenkung: leichtgängig & zielgenau, nur zarte Antriebseinflüsse. Gut dosierbare, kräftige Bremsen. Traktion lediglich bei Krafteinsatz in engeren Kurven ein Problem. Bedienung & Multimedia Etwas erhöhte Sitzposition, über das kleine Lenkrad sieht man schlecht auf den unteren Teil der Digital-Instrumente. Halbwegs logisch aufgebautes, mittelmäßig flottes Multimediasystem mit ganz guter Sprachsteuerung, die Auslagerung gewissen Bedien-Funktionen auf den Touchscreen ist nervig (etwa bei Sitz- und Lenkrad-Heizung). Induktives Handyladen kostet 150 Euro extra, kabellose Smartphone-Integration ist Serie. Fein: schlüsselloser Zugang ohne Türknopf-Drücken, Vorklimatisieren via App, 12V-Steckose auch im Kofferraum, sensorgesteuerte E-Heckklappe.  Innen- & Kofferraum Genug Platz…

6.5

FAZIT

Optisch interessante, wenn auch recht teure Mittel­klasse-Alternative mit Ansteck-Möglichkeit.

Motor & Getriebe
Fahrwerk & Traktion
Bedienung & Multimedia
Innen- & Kofferraum
Dran & Drin
Schutz & Sicherheit
Reichweite & Laden
Preis & Kosten
User-Wertung : Keine Bewertungen bisher!
7

 R4, 16V, Turbo, 1598 ccm, 180 PS (132 kW) bei 6000/min, max. Drehmoment 250 Nm bei 1750/min, E-Motor 110 PS (81 kW) bzw. 320 Nm, Systemleistung 225 PS (165 kW) bzw. 360 Nm, Akku 11,3 kWh, Achtgang-Automatik, Vorradantrieb, Scheibenbremsen v/h (v bel.)

L/B/H 4687/1859/1478 mm, Radstand 2787 mm, 5 Sitze, Wendekreis 11,2 m, Reifendimension 205/55 R 19 (Testwagen-Bereifung 245/40 R 20), Tankinhalt 40 l, Reichweite 570 km (plus elektr. 42), Kofferraumvolumen 471–1545 l, Leergewicht (EU) 1706 kg, zul. Gesamtgewicht 2220 kg, max. Anh.-Last 1400 kg

0–100 km/h 7,8 sec, Spitze 233 (el. 135) km/h, Steuer (jährl.) € 646,–, Werkstätten in Österreich 152, Service alle 30.000 km (mind. 1x/Jahr), WLTP-Normverbrauch kombiniert 1,2 l, Testverbrauch 4,1–7,0 l ROZ 95, CO2 (Norm/Test) 26/93–161 g/km

sechs Airbags, Adaptiv-Tempomat mit Stop & Go-Funktion, Notbrems-, Toterwinkel-, Auspark-, Spurhalte- und Spurführungs-Assistent, Querverkehrs- und Müdigkeitswarner, Verkehrszeichenerkennung, Matrix-LED-Scheinwerfer inklusive Kurvenlicht und automatischem Fernlicht, Außenspiegel elektrisch klappbar, automatisch abblendender Innenspiegel, Zweizonen-Klimaautomatik, Standheizung, Audiosystem mit 6 LS und USB/AUX-Anschluss, digitale 3D-Ins­trumente 10 Zoll, 10 Zoll-Touchscreen, Android Auto & Apple CarPlay, DAB-Tuner, Navigationssystem, heizbares Multifunktions-Lederlenkrad, Einparkhilfe v+h, sensorgesteuerte E-Heckklappe, Licht- und Regensensor, Aluräder 19 Zoll, Kunstleder/Alcantara-Polsterung, E-Parkbremse, schlüsselloser Zugang, abgedunkelte Fondscheiben etc

Alarmanlage € 180,–, Rundumkamera € 500,–, Sitzheizung v € 250,–, heizbare E-Vordersitze mit Massage-Funktion und Memory fahrerseitig € 1050,– (mit Lederbezug schwarz/blau
€ 2450,–/2750,–), HiFi-Sound Focal mit 10 LS und 690W € 750,–, Panorama-Glasschiebedach € 990,–, heizbare Frontscheibe € 200,–, Metallic-/Sonder-Lackierung € 600,–/780,–, 20 Zoll-Aluräder € 280,– etc.